Lindemannsruhe

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Lindemannsruhe
Forsthaus Lindemannsruhe

Forsthaus Lindemannsruhe

Passhöhe 468,9 m ü. NHN
Pfalz
Talorte Höningen
(nordwestlich)
Leistadt
(nordöstlich)
Gebirge Haardt (Pfälzerwald)
Besonderheiten Forsthaus Lindemannsruhe
auf der Passhöhe
Profil
Ø-Steigung 1,8 % (170 m / 9,4 km) 5,4 % (220 m / 4,1 km)
Karte (Rheinland-Pfalz)
Lindemannsruhe (Rheinland-Pfalz)
Lindemannsruhe
Koordinaten 49° 28′ 43″ N, 8° 7′ 14″ OKoordinaten: 49° 28′ 43″ N, 8° 7′ 14″ O
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Die Lindemannsruhe, vor Ort häufig auch Lindemannsruh, ist eine 468,9 m hoch[1] gelegene Passhöhe in einer etwa 436 Hektar großen Waldexklave[2] der pfälzischen Kleinstadt Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). Sie ist, wie das dort erbaute Forsthaus Lindemannsruhe, nach dem einstigen Oberförster Karl Friedrich Ludwig Lindemann (1805–1892) benannt, der hier von 1855 bis 1883 seinen Dienst versehen hat.[3]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lindemannsruhe liegt auf 468,9 m Höhe[1] westlich unterhalb des 487 m hohen Peterskopfs in der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwalds zur Oberrheinischen Tiefebene hin.

Auf der Anhöhe der Lindemannsruhe befinden sich das Forsthaus sowie ein Parkplatz. Lagebedingt ist die Lindesmannsruhe der nahen Stadt Bad Dürkheim zugeordnet. Deshalb weist das Forsthaus als einziges Gebäude von Freinsheim eine Abweichung bei Postleitzahl (67098 statt 67251) und Telefonvorwahl (06322 statt 06353) auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldgebiet an der Lindemannsruhe wird von Edelkastanienbäumen dominiert, deren Früchte im Herbst zu Speisezwecken gesammelt werden können; sie stellten früher auch einen nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Weil Oberförster Lindemann sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um die Aufforstung der Freinsheimer Waldung mit den Kastanienbäumen verdient gemacht hatte, wurde 50 Jahre später das neue Forsthaus nach ihm benannt.[3] Es ging 1927 in Bau und wurde am 14./15. Juli 1928 eingeweiht.[3]

Das zweistöckige Gebäude besteht weitgehend aus Holz und wird als Ausflugslokal mit Biergarten betrieben.[4] Mit vollständigem Namen heißt es „Freinsheimer Forsthaus Lindesmannsruhe“.[4]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wanderwegen, die der Pfälzerwald-Verein markiert hat, ist die Anhöhe Ausgangspunkt für Wanderer und Spaziergänger sowie Trainingsrunde für Mountainbiker und Radrennfahrer.

2019 wurde durch die Verbandsgemeinde Freinsheim der Premiumwanderweg Ganerbenweg zertifiziert. Es ist ein 10,4 km langer Rundweg mit Start und Ziel Lindemannsruhe, der bei insgesamt 400 zu bewältigenden Höhenmetern als mittelschwer eingestuft ist und für den drei Stunden Gehzeit veranschlagt werden.[5] Sein Name bezieht sich auf die Ganerbschaft, deren Rechtsform im Mittelalter oft für die vom Weg berührten Burgen galt.

Auf dem über einen Fußweg von 600 m erreichbaren Peterskopfgipfel steht der denkmalgeschützte Bismarckturm, der eine weite Rundsicht ermöglicht. 350 m südwestlich der Passhöhe erhebt sich der 497,9 m hohe Heidenfels mit der gipfelnahen Heidenfels-Grotte, der als Naturdenkmal geführt wird. Im Südosten befinden sich der ebenfalls denkmalgeschützte Geiersbrunnen und der Schillerfels. Auf dem Gipfel des Weilerskopfs (470,1 m)[1] im Norden steht außer einem Fernmeldeturm der Gebetsfelsen, der Bearbeitungsspuren aufweist, die wahrscheinlich aus der Römerzeit stammen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Straßenverbindung zur Lindemannsruhe führt aus der Vorderpfalz von Bad Dürkheim her über dessen Stadtteil Leistadt. Sie war früher (in manchen Kartenwerken auch heute noch) als Landesstraße 518 eingestuft, wurde jedoch 2011 zur Kreisstraße 31 umgewidmet.[1] Auf der westlichen Seite, über die Höningen, ein Ortsteil der Gemeinde Altleiningen, erreicht wird, ist sie teilweise nur einspurig, auf der östlichen (Leistadter) Seite hingegen durchgängig zweispurig ausgebaut. Beim Forsthaus wird sie von einem unbefestigten Fahrweg gekreuzt, der von Nord nach Süd führt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Radsportveranstaltung Pfälzer Bergsprint führt seit 2001 über Höningen auf die Lindemannsruhe.[6]
  • Die Lindemannsruhe ist Bestandteil der Radstrecke des Maxdorfer Triathlon, bei dem der Anstieg von Leistadt aus (durchschnittlich 5,4 % Steigung) zweimal bewältigt werden muss.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Höhe und Lage der Lindemannruhe auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 2. Dezember 2020.
  2. Forsthaus Lindemannsruhe. Stadt Freinsheim, abgerufen am 8. September 2021.
  3. a b c Höningen – Kupferbergfelsen und Rahnfelsen. outdooractive.com, abgerufen am 2. Dezember 2020.
  4. a b Lindemannsruhe. almen-und-berge.de, abgerufen am 2. Dezember 2020.
  5. Wald, See, Felsen und prachtvolle Aussicht. pfalz-home.de, 12. Oktober 2019, abgerufen am 8. September 2021.
  6. Eventspot Lindemannsruhe. pfalztrail.de, abgerufen am 8. September 2021.
  7. Triathlon Aktuell. TSG Maxdorf, abgerufen am 8. September 2021.