Blackout – Morgen ist es zu spät

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„Blackout“ (Cover, 2012)

Blackout – Morgen ist es zu spät ist ein Technik-Thriller des österreichischen Autors Marc Elsberg, der in näherer Zukunft spielt. Der Roman erzählt über zwei Wochen die katastrophalen Auswirkungen eines großflächigen Stromausfalls in Europa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Elsberg sei ihm die Idee zu dem Buch gekommen, als er von der Produktion elektronischer Zahnbürsten erfahren hatte, bei der alle Einzelteile just-in-time angeliefert werden. Dabei sei ihm klar geworden, wie vernetzt die Welt ist.[1] Nach eigenen Angaben begann er 2008, das Buch zu schreiben.[2]

Parallel zu Elsbergs Recherchen entstand im Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag eine großangelegte wissenschaftliche Studie zu Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung.[3]

2012 stellte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, das Buch vor.[4]

Bis Januar 2013 wurden 130.000 Exemplare der deutschsprachigen Ausgabe verkauft. Das Werk wurde ins Italienische, Französische, Japanische und Niederländische übersetzt und die Filmrechte verkauft. Auch in Japan war das Buch sehr erfolgreich.[1]

Handlung in Einzelübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tag 0-2:

Der Protagonist Manzano, ein italienischer Informatiker, wird durch den Stromausfall und die dadurch verbundenen Ausfälle von Ampeln in einen Verkehrsunfall verwickelt. Währenddessen versuchen die Netzbetreiber und Energielieferanten, das Stromnetz wieder hochzufahren und zu stabilisieren, was jedoch an ungewöhnlichem Verhalten des Netzes scheitert und schließlich in einem europaweiten Blackout mündet. Durch Nachforschungen an seinem Stromkasten vermutet Manzano Manipulationen an den intelligenten Stromzählern als Ursache des Ausfalls. Manzano geht mit diesen Informationen zur Polizei und zu den Stromfirmen, wird dort jedoch nicht ernst genommen. Er sucht mit seinem Nachbarn dessen Tochter im Urlaub auf, die ihm durch ihre Tätigkeit bei der Europäischen Union einen Kontakt bei Europol vermittelt. Der zuständige Ermittler François Bollard bestellt Manzano und die ebenfalls bei der EU arbeitende Sonja Angström nach Den Haag. Auf Wunsch seines Vorgesetzten bindet Bollard Manzano in die Ermittlungen ein, lässt ihn jedoch aus Misstrauen in seinem Hotelzimmer sowie über seinen Laptop überwachen.

Tag 3-4:

Die CNN-Reporterin Shannon reist nach Den Haag, um an Informationen über den Stromausfall zu kommen. Bollard wimmelt sie ab, aber von Manzano erfährt sie von dem Terrorangriff mithilfe des Schadcodes. Währenddessen beginnen Zivilisten, Vorräte zu horten. Da nur noch Bargeld als Zahlungsmittel akzeptiert wird, entsteht großer Andrang auf die Bankfilialen. Um die Situation weiter anzuheizen, sabotieren die Verursacher zahlreiche Strommasten und legen Brände in Schaltwerken. In mehreren Kraftwerken und Schaltstellen werden von Computerviren infizierte SCADA-Systeme bemerkt. Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Notstromversorgung gerät das Kernkraftwerk Saint-Laurent in eine immer kritischere Lage, deren Schwere auf der INES-Skala von den Behörden zögerlich schrittweise von 0 auf 4 erhöht wird. Die Bevölkerung von Paris und den umliegenden Städten und Dörfern wird schließlich evakuiert.

Tag 5:

Manzano findet heraus, dass die von Problemen betroffenen Kraftwerke und Schaltstellen allesamt Software der Firma Talaefer einsetzen. Unter der Leitung des Kriminalbeamten Jürgen Hartlandt soll ein Ermittlungsteam direkt bei Talaefer die Software nach Schwachstellen untersuchen. Die Urheber des Anschlags wissen offenbar stets über den aktuellen Stand der Ermittlungen Bescheid und wollen Manzano ausschalten. Währenddessen werden in der Bevölkerung die Nahrungs- und Brennstoffvorräte knapp und die Gewaltbereitschaft steigt.

Tag 6:

Bollard bietet Manzano an, sich an den Ermittlungen bei Talaefer zu beteiligen, was dieser annimmt. Nach seiner Abreise aus Den Haag taucht eine E-Mail auf, die ihn verdächtigt, einer der Verschwörer zu sein. Derweil ereignen sich nun auch in den USA großflächige Stromausfälle. Bei Manzanos Ankunft am Talaefer-Firmensitz wird er nicht ins Ermittlungsteam aufgenommen, sondern aufgrund der abgefangenen E-Mail verhört und mit sofortiger Wirkung verhaftet. Bei einem Fluchtversuch wird er angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht, in dem die Lage wegen aufgebrauchter Diesel- und Medikamentenvorräte äußerst prekär ist. Er entkommt seinen Bewachern und versteckt sich im Krankenhaus.

Tag 7-8:

Shannon ist Manzano bis ins Krankenhaus gefolgt und gibt sich ihm zu erkennen. Sie geht zum Talaefer-Firmensitz zurück und entwendet dort Manzanos Laptop aus Hartlandts Büro. Auf diesem befinden sich Hinweise auf eine installierte Backdoor-Software. In Spanien hat sich das Militär an die Macht geputscht, worüber sich die Verschwörer freuen. Die Polizei erfährt, dass der Chief Architect von Talaefer in seinem Urlaub auf Bali ermordet wurde und einiges darauf hindeutet, dass er bewusst Schwachstellen in den Programmcode eingeschleust hatte. Shannon und Manzano machen sich auf den Weg nach Brüssel, jedoch wird ihr Mietauto zwischen Düsseldorf und Köln entwendet und sie übernachten in einer verlassenen Hütte. Tags darauf werden sie von zwei Fremden in einem LKW Richtung Aachen mitgenommen, der aber ebenfalls überfallen und gestohlen wird. Zu Fuß in Aachen angekommen, finden sie Asyl in einem Notquartier. In Berlin demonstrieren derweil verzweifelte Menschenmengen vor dem Innenministerium. Die internationalen Krisenstäbe bemerken, dass ihre Kommunikation abgehört und manipuliert wird.

Tag 9:

Bei Schweinfurt werden Verschwörer nach einer Brandstiftung verfolgt und von der GSG 9 gestoppt, wobei zwei Zielpersonen erschossen werden und eine schwer verletzt überlebt. Manzano und Shannon erreichen Brüssel und gelangen durch Angström ins Monitoring and Information Centre (MIC) der EU. Manzano dringt über den dortigen Internetzugang in einen Server ein, den die Verschwörer zur Kommunikation nutzen. Bevor er aber mehr herausfinden kann, wird er zusammen mit Shannon und Angström verhaftet und in ein Gefängnis gebracht.

Tag 10–11

Ein Brand im Gefängnis ermöglicht Shannon, Angström und Manzano die Flucht. Um die tags zuvor entdeckte verdächtige Internetseite weiter zu untersuchen, suchen sie erneut das MIC auf. Auf dem Server der Terroristen findet Manzano eine riesige Menge an Informationen über den Angriff und die daran Beteiligten. Europaweit ist die öffentliche Ordnung zu großen Teilen zusammengebrochen, Gewalt und Schwarzmärkte bestimmen den Alltag. Havarien in zahlreichen Kernkraftwerken und Industrieanlagen haben viele Todesopfer gefordert. Manzano kontaktiert Bollard und reist mit Shannon nach Den Haag.

Tag 12

Bollard erhält Bilder der vermuteten Unterschlupfe der Terroristen in Istanbul und Mexiko-Stadt. Spezialeinheiten stürmen gleichzeitig beide Häuser, wobei es an beiden Orten zu Festnahmen, Verletzten aber auch Toten kommt. Der Verbleib von zwei Terroristen, Pucao und Jusuf, ist ungeklärt. Währenddessen werden die Anzeigefehler in europäischen Kraftwerken mittels eines Softwareupdates behoben, so dass sich das Stromnetz langsam wieder hochfahren lässt.

Tag 13–14

Während der Strom langsam wieder zurückkehrt, diskutieren die Politiker und die zuständigen Ämter über die Folgen, die Dauer und die Kosten der anstehenden Aufräumaktionen. Derweil entdeckt Manzano, dass die Kraftwerkskontrollsysteme immer noch in regelmäßigen Abständen Kontakt mit einem Server der Terroristen aufnehmen, und dass es vermutlich zu erneuten schweren Störungen kommt, wenn diese Kontaktaufnahme während mehr als 48 Stunden fehlschlägt. Gerade als er den entsprechenden Schadcode ausfindig macht, dringt der flüchtige Terrorist Jorge Pucao in das Hotelzimmer ein und nimmt die darin Anwesenden als Geiseln. Er erklärt sein Motiv, wonach die Terroristengruppe durch den Blackout bewusst eine Anarchie und damit einen Ausgleich der gesellschaftlichen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten herbeiführen wollte. Manzano kann ihn daran hindern, die Geiseln umzubringen, wird dabei jedoch verletzt. Mit letzter Kraft sendet er die Informationen zum Verhindern eines erneuten Ausfalls an Europol und verliert darauf das Bewusstsein.

Tag 19-23

Bollard wird in Paris bejubelt und von Reportern mit Fragen überhäuft. Manzano und Angström sind inzwischen ein Paar; sie befinden sich auf dem Dach des Doms und beobachten eine demonstrierende Menschenmenge, der sie sich darauf anschließen. 

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift Bild der Wissenschaft kürte das Werk zum „spannendsten Wissensbuch des Jahres“ 2012.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät. Random House Audio, 2012, gekürzte Lesung, gelesen: Steffen Groth, ISBN 978-3-8371-1281-8.
  • Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät. Hörbuch-Download, 2012, ungekürzte Lesung, gelesen: Steffen Groth, ISBN 978-3-8371-1393-8.
  • Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät. Hörbuch-Download, 2012, gekürzte Lesung, gelesen: Steffen Groth, ISBN 978-3-8371-1376-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Matthias Iken: Wenn der Strom ausfällt. In: Hamburger Abendblatt. Nr. 25, 2013, ZDB-ID 40002-6, S. 6 (abendblatt.de).
  2. Inge Kutter, Max Rauner: »Das wäre ein Riesenproblem«. In: Die Zeit. Nr. 50, 2012, ISSN 0044-2070, S. 47 (online).
  3. Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen Ausfalls der Stromversorgung (PDF; 2,9 MB)
  4. "Blackout" in der Bonner Bundesnetzagentur. In: General-Anzeiger. 19. Oktober 2013, S. 3.