Blei(II)-fluorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Blei(II)-fluorid
__ Pb2+     __ F
Kristallsystem

orthorhombisch

Allgemeines
Name Blei(II)-fluorid
Andere Namen

Bleidifluorid

Verhältnisformel PbF2
CAS-Nummer 7783-46-2
PubChem 24549
Kurzbeschreibung

farbloser geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 245,20 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 8,24 g·cm−3[1]
  • 7,75 g·cm−3 (β-Form)[2]
Schmelzpunkt

824 °C[1]

Siedepunkt

1293 °C[1]

Löslichkeit

sehr schwer in Wasser (0,67 g·l−1 bei 20 °C)[3]

Brechungsindex

1,767[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360Df​‐​302​‐​332​‐​373​‐​410
P: 260​‐​261​‐​281​‐​304+340​‐​405​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [6]

.

Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 61​‐​20/22​‐​33​‐​62​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

3030 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Blei(II)-fluorid ist eine chemische Verbindung des Bleis aus der Gruppe der Fluoride.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blei(II)-fluorid kann durch verschiedene Methoden hergestellt werden, so durch Behandlung von Blei(II)-hydroxid oder Blei(II)-salzen (z.B. Blei(II)-carbonat) mit Fluorwasserstoff:[7]

Auch die Reaktion von Kaliumfluorid mit einer Blei(II)-nitratlösung ist möglich.[2]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blei(II)-fluorid ist ein farbloser, geruchloser, nicht brennbarer Feststoff, welcher sehr schwer löslich in Wasser ist.[1] In Gegenwart von Salpetersäure oder Nitraten ist die Löslichkeit größer. Die Verbindung tritt in zwei verschiedenen Kristallformen auf. Die orthorhombische α-Form (Bleichloridtyp) wandelt sich oberhalb von 316 °C in die kubische β-Form (Flussspattyp) um.[7]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blei(II)-fluorid wird in niedrig schmelzenden Gläsern, in Spiegelbeschichtungen für Infrarot und als Katalysator zur Herstellung von Picolin verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu Blei(II)-fluorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c Bleiverbindungen (englisch) (Memento vom 4. August 2009 im Internet Archive)
  3. NIST-data review 1980
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-247.
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Bleiverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Bleiverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 31. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  7. a b Brauer, Georg - Handbuch Der Präparativen Anorganischen Chemie Band I, S. 232, ISBN 3-432-02328-6.