Bogd Khan

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8. Jebtsundamba Khutukhtu
Der 8. Bogd Gegen in Jugendjahren
Der 8. Bogd Gegen in Jugendjahren
Mongolisch: ᠪᠣᠭᠳᠠᠬᠠᠭᠠᠨ
Kyrillisch: Богд хаан
Tibetisch: ཁལ་ཁ་རྗེ་བཙུན་དམ་པ་ངག་དབང་བློ་བཟང་ཆོས་ཀྱི་ཉི་མ་བསྟན་པའི་དབང་ཕྱུག་

Der Bogd Khan (Heiliger Herrscher), eigentlich Agwan Lobsang Tschoidschin Jamdanzan Wantschüg (* 13. Oktober 1869 in Lhasa; † 20. Mai 1924 in Urga), war als 8. Bogd Gegen (8. Jebtsundamba Khutukhtu) das Oberhaupt des Buddhismus in der Mongolei. In der Rangordnung der tibetischen Gelug unterstand er als dritthöchster Trülku (lebender Buddha) dem Dalai Lama sowie dem Penchen Lama.[1] Von einst vier seiner Residenzen ist einzig der Winterpalast in Urga, im heutigen Ulaanbaatar, erhalten geblieben.

Während seiner Herrschaft erreichte der moralische Verfall der religiösen Hierarchie landesweit einen Höhepunkt. Er selbst brach den Mönchseid, nahm sich eine Ehefrau, trank maßlos Alkohol, verlangte jedoch von seinen Untertanen die strikte Einhaltung des Bodhisattva-Gelübdes. Im Zuge der Xinhai-Revolution erhob er sich 1911 zum Khan (Alleinherrscher) und erklärte die Abspaltung der mongolischen Provinz von China. Sein Plan der Errichtung eines unabhängigen theokratischen Mongolischen Großreiches scheiterte, da kein Staat die Sezession anerkannte. Die von ihm verfolgte Politik führte dazu, dass die Äußere Mongolei ab 1915 de jure unter der Suzeränität von China und de facto unter dem Protektorat Russlands stand.[2][3]

Bogd, Bogdo, „der Heilige“, ist die mongolische Bezeichnung für Buddha. Der reguläre Titel für das religiöse Oberhaupt der Mongolei lautet in Chalcha-Mongolisch Bogd Gegen, Bogdo Gegeen, und in Tibetisch Jebtsundamba Khutukhtu, was in beiden Sprachen „Heiliger Erleuchter“ bedeutet. Den sich selbst verliehenen Titel Bogd Khan (religiöser und politischer Herrscher) benutzte nur der hier beschriebene 8. Bogd Gegen. Seine Vorgänger und sein Nachfolger erhoben keine politischen Allmachtansprüche, sie trugen einzig die Amtsbezeichnung Bogd Gegen beziehungsweise Jebtsundamba Khutukhtu. Der Titel Bogd Khan existiert in der Hierarchie des Lamaismus nicht, weshalb im Tibetischen ausschließlich vom 8. Jebtsundamba Khutukhtu gesprochen wird.[4][5]

Dementsprechend lautet die Bezeichnung seines Nachfolgers nicht Bogd Khan, sondern 9. Bogd Gegen beziehungsweise 9. Jebtsundamba Khutukhtu. [6]

Herkunft und Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangstor in Urga, Autochromaufnahme von 1913

Agwan Lobsang Tschoidschin Jamdanzan Wantschüg war kein Mongole. Wie seine Vorgänger wurde er in Tibet geboren. Sein Vater stand dem 12. Dalai Lama als dessen Buchhalter und Schatzmeister sehr nahe. Er hatte drei Brüder, die später mongolische Namen erhielten: Baldan Ze Ren Pi (Baldanserengung), Zhuo Chang Ba (Jolookhamba) und Lobsang Hoi Do (Choijin). Seine Mutter hieß Mingjiao Yi Lam. Als Zehnmonate altes Kind fand im Potala-Palast in Lhasa seine Auffindung als Reinkarnation des 7. Bogd Gegen statt. Die Wiedergeburt wurde vom 12. Dalai Lama und dem 8. Penchen Lama sowie vom amtierenden chinesisch-tibetischen Amban bestätigt. Per Edikt erkannte Kaiser Tongzhi die Festsetzung des 8. Bogd Gegen an.[7]

Die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte er im Potala-Palast und legte dort zeremoniell das Mönchsgelübde ab. Am 24. März 1873 brach die Karawane mit dem 8. Bogd Gegen und rund 100 mongolischen Gesandten nebst 1.000 Kamelen (Gepäcktiere mit Geschenken aus Lhasa, Verpflegung, Zelte, Jurten sowie Wechseltiere) in Begleitung einer kaiserlich-chinesischen Militäreskorte von Lhasa nach Urga, dem heutigen Ulaanbaatar, auf. Die etwa 3.500 Kilometer lange Reise, bei der unter anderem die Gobi vollständig durchquert werden musste, dauerte fast elf Monate. Wohlbehalten in Urga angekommen, wurde das neue geistliche Oberhaupt der Mongolen festlich empfangen und im Gandan-Kloster inthronisiert.[8][9]

Seine Kindheit verbrachte er unter der Aufsicht seiner Eltern und seines lamaistischen sowie scholastischen Erziehers Yongson Lama. Zeitgenössischen Quellen zufolge war sein Auftreten schon sehr früh gefühlskalt, herrisch und lasterhaft. So soll ihm das Studium der heiligen Schrift langweilig und das Klosterleben lästig gewesen sein. Vielmehr habe er sich weltlichen Themen zugewandt und von Kindheit an davon geträumt, das Reich des Dschingis Khan wiederherzustellen. Seine Mutter wird als kluge und energische Frau beschrieben, die im Glauben einer größeren Unabhängigkeit eine Einflussnahme der mongolischen Oberschicht auf ihren Sohn verhindern wollte und bei Verwaltungsangelegenheit dagegen Nähe und Rat beim russischen Konsulat in Urga suchte. Die russischen Repräsentanten erwiesen sich bereits nach Ankunft der Familie als überaus entgegenkommend und überhäuften sie mit Liebenswürdigkeiten und Geschenken. Bestanden diese für den 8. Bogd Gegen zuerst aus russischen Märchenbüchern, europäischem Spielzeug, lebenden exotischen Tieren, kamen später vergoldete Kaleschen, Automobile, der Bau ganzer Paläste, Geld, Kredite in Millionenhöhen sowie Militärhilfen hinzu.[10][11][12]

Der russische Konsul in Urga entwickelte sich zu einem vertrauten Freund und erhielt freien Zutritt in die heiligen Bezirke. Schon im Kindesalter besuchte der lebende Buddha der Mongolei regelmäßig das Russische Zarenreich, wo ihm alle Wünsche weitestgehend erfüllt wurden. Beispielsweise hörte er während eines Aufenthaltes in Irkutsk eine junge Frau auf einem Flügel spielen und dazu singen, was ihn so verzauberte, dass er den Transport dieses Instrumentes ins ferne Urga erbat. Seinem Begehr wurde umgehend entsprochen – nur wusste der 8. Bogd Gegen nicht, wie ihm die schönen Töne zu entlocken waren. Was ein Mönch anschließend darauf zum Besten gab, enttäuschte das geistliche Oberhaupt zu tiefst. Später wurde der Flügel in den Vorratskammern des Winterpalastes in Urga als Fleischhacker verwendet.[13] Genauso besaß der 8. Bogd Gegen eines der weltweit ersten Automobile, welches ihm der russische Konsul in Urga schenkte. Aus eigener Kraft hat sich das Fahrzeug niemals fortbewegt. Kaum in Urga angekommen, mussten es zwei Mönche im Hofe herumschieben, in der Hoffnung, dass es von selbst anfängt zu fahren. Weil nichts passierte, ließ er einen Ochsen vorspannen und das Auto in seine Sommerresidenz bringen, wo es verrostete.[14]

Bruch des Mönchsgelübdes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil der Außenmauer mit Stupas des einst riesigen Klosters Erdene Dsuu

Tibetischen, chinesischen und russischen Quellen aus damaliger Zeit zufolge, zeigte der 8. Bogd Gegen nach dem Tode seiner Mutter ein gewalttätiges und zügelloses Verhalten. Um sich der Hofetikette zu entziehen, verschwand er ab dem 15. Lebensjahr abwechselnd in die Klöster Erdene Dsuu und Amarbajasgalan. Hier entging er der Aufsicht seiner geistlichen Erzieher und konnte unter dem Vorwand von Zurückgezogenheit und Gebetsübungen ein ausschweifendes und lasterhaftes Leben führen. Berichtet wird über tagelange Trinkgelage, speziell für ihn prunkvoll eingerichtete Opiumhöhlen, rituelle Vergewaltigungen von Knaben und Novizen, Orgien sowie über zahlreiche Beziehungen zu Männern und Frauen.[15][16][17]

Wie viel Wahrheit oder Dichtung diese Darstellungen enthalten, wird in der neueren Forschung kontrovers diskutiert.[18] Erwiesen ist, dass Homosexualität in größeren Klöstern nahezu als Selbstverständlichkeit galt und nicht bestraft wurde.[19] Ein striktes Verbot stellte hingegen der sexuelle Kontakt mit einer Frau dar. Wurde ein Mönch erwischt oder von anderen angezeigt, erfuhr er öffentlich körperliche Züchtigungen, hatte zusätzlich eine Geldbuße zu leisten und musste aus der Ordensgemeinschaft ausgeschlossen werden.[20]

Umstritten sind insbesondere diese Sexualpräferenzen des 8. Bogd Gegen, die spätestens ab Beginn der 1920er Jahre Gegenstand kommunistischer Hetz- und Propagandakampagnen waren. Dabei stand speziell das Thema Pädophilie im Mittelpunkt, womit eine Verlogenheit und Doppelmoral von Religionen und ihren Anführern bewiesen werden sollte. Nach 1990 betonten einige Historiker, dass wissenschaftliche Analysen in mongolischen und russischen Archiven die Aussagen nicht bestätigen. Hingegen hinterfragten andere, wie solche Tatsachen oder Behauptungen wissenschaftlich überhaupt analysiert werden können. So sei es, abgesehen von der fast vollständigen Vernichtung mongolischer Klöster und Archive in den 1930er Jahren, äußerst unwahrscheinlich, dass Klöster sexuelle Verfehlungen ihrer Insassen, geschweige ihres religiösen Oberhauptes, dokumentierten. Zudem seien die Darstellungen schon vor 1920 von Mongolei-Reisenden, Diplomaten und mehreren Antikommunisten festgehalten worden, denen mit Sicherheit keine Gegnerschaft zum Buddhismus vorgeworfen werden könne.[21][22][23]

Verschiedene Zeitzeugen berichteten davon, dass der Bogd Gegen für gewöhnlich bereits am frühen Nachmittag betrunken war und Audienzen nicht selten in Saufgelagen endeten.[24] Erwiesen ist seine psychotrope Trunksucht, die ab 1910 zur fast vollständigen Erblindung führte. Dieser Fakt wirft bei Forschern wiederum die Frage auf, inwiefern der 8. Bogd Gegen ab diesem Zeitpunkt noch handlungsfähig war. Der polnische Forschungsreisende Ferdinand Ossendowski beschrieb ihn als „zerstreuten, aufgeblähten, dicken Mann, mit weit offenen und angsteinflößenden blinden Augen“.[25] Der italienische Journalist und spätere Politiker Luigi Barzini hielt nach einem Besuch 1907 in Urga fest, dass „der Missbrauch alkoholischer Getränke dem geistlichen Oberhaupt der Mongolen den Verstand erdrosselt“, und sein Auftreten „nahe an Idiotismus grenzt“.[26] Gleichfalls erwähnte der russische Gesandte in Peking, Iwan Jakowlewitsch Korostovetz, das „lasterhafte und anstößige Leben des obersten mongolischen Hutuktus“ sowie seine „Indolenz und häufigen Empfindlichkeiten für Krankheiten“.[27]

Das Verhalten des Bogd Gegens führte im Volk, vor allem bei den Lamas und der mongolischen Oberschicht zu erheblichen Zweifeln an seiner Göttlichkeit. Seine Untertanen erhielten bei Trunksucht eine Geldbuße, wurden zusätzlich körperlich gezüchtigt (Schläge mit einem Bambusrohrstock) und mussten einen sogenannten Kang um den Hals tragen, einen schweren viereckigen Holzbalken.[28] Tatsächlich drangen Gerüchte über das Treiben des mongolischen Trülku weit über die Landesgrenzen hinaus, besonders nachdem er unter Bruch des zum Zölibat verpflichtenden Mönchsgelübdes mit einem jungen Mädchen zusammenlebte, die er später zur „Gemahlin des Bogd Khans“ erhob. Zur Erklärung des Ehelebens wurde offiziell verkündet, dass seine „Gattin eine wiedergeborene Gottheit sei, die nur in den Augen von Sündern die Gestalt eines Menschen von Fleisch und Blut annimmt und nur diesen als Menschenweib sichtbar wäre“. So habe der Bogd Gegen in ihr die Weiße Tara erkannt und ihr den Namen Eke Dakini (Mutter Dakini) gegeben. 1911 erhob er sie zur „Mutter des Volkes“.[29]

Porträt des Bogd Khans
Porträt der „Mutter Dakini“

Ihr eigentlicher Name war Tsendiin Dondogdulam (* 1876 in Chentii; † 1923 in Ulan Batar). Sie wurde als äußerst ehrgeizige Frau und skrupellose Giftmörderin beschrieben. Der Bogd Gegen lernte sie 1895 im Kloster Erdene Dsuu kennen. 1902 fand die Hochzeit in Urga statt. Ein Jahr später bekam sie ein Kind von ihm, einen Sohn. Die Geburt wurde kaschiert, indem „Mutter Dakini“ bereits während ihrer Schwangerschaft ein Waisenhaus gründete und fortan elternlose Kinder adoptierte. Das Schicksal des gemeinsamen Sohnes nach 1924 ist unbekannt.[30][31]

Ab 1906 gewann Eke Dakini einen außerordentlichen Einfluss auf ihren Mann. Sie entwickelte sich zu seiner ersten Beraterin in kirchlichen und später staatlichen Angelegenheiten. Ihr Einfluss wurde noch weitgehender, als der Bogd Gegen erblindete und sie zu fürchten begann, dass er gestürzt werde. Ab 1910 war er völlig von ihr abhängig. Um die Vormachtstellung weiterhin zu sichern, verfolgte die „Weiße Tara-Mutter“ das ehrgeizige Ziel, ihren Sohn als Thronfolger zu etablieren. Da dies der kanonischen Lifanyuan und vollständig den buddhistischen Reinkarnationskriterien zuwiderlief, wonach die Wiedergeburt nach den Auffindungsregeln in Tibet zu ermitteln war, konnte der Plan nur durch die Errichtung eines unabhängigen Khanats verwirklicht werden. Diese Intention setzte die Loslösung der mongolischen Provinz von China und Gründung eines eigenen Staates voraus. Mongolische Würdenträger begannen, sich vor ihr zu fürchten. Ratschläge und finanzielle Unterstützung erhielt Eke Dakini von russischen Gesandten. Diese bestärkten sie und den 8. Bogd Gegen in ihrem Streben nach Unabhängigkeit.[32][33][34]

Eine wirkliche Souveränität der Mongolei zog Russland jedoch zu keinem Zeitpunkt in Erwägung.[35] Insgeheim hatten die europäischen Großmächte China schon längst in Interessensphären aufgeteilt. Spätestens ab 1904 begann beim „The Great Game“ eine Annäherungs- und Einigungsphase, speziell zwischen Russland und England. Russland erhob Ansprüche auf die an Sibirien angrenzende Mandschurei und die Äußere Mongolei; Frankreich wollte mit Südchina die „natürliche Erweiterung“ seiner Kolonialansprüche in Indochina erreichen; und die britische Weltmacht legte die Hand auf die chinesischen Zentralprovinzen: von Shanghai am Gelben Meer, den Jangtse entlang nach Westen bis zum wirtschaftlich prosperierenden Szechuan, inklusive Tibet bis zur indischen Grenze.[36] Zusätzlich kam es nach dem Vertrag von Portsmouth zu einer russisch-japanischen Annäherung, die 1907 in einem Geheimabkommen gipfelte. Darin wurden die Gebiete in Nordchina in eine nordöstliche Einflusssphäre Russlands und südwestliche Einflusssphäre Japans aufgeteilt; Russland akzeptierte den besonderen Status Japans in Korea und Japan erkannte die Expansionsinteressen Russlands in den zum Chinesischen Reich gehörenden Gebieten der Äußeren Mongolei an.[37]

Zerwürfnis mit dem Dalai Lama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 13. Dalai Lama (Bildmitte) wird in allen Orten der Mongolei bei seiner Ankunft ehrwürdig begrüßt, Le Petit Journal vom 20. November 1904

Ende 1903 begann der britische Tibetfeldzug. Nach dem Massaker von Guru, bei welchem nach Aussage des vor Ort mit anwesenden Korrespondenten Arnold Henry Savage Landor Tausende hilf- und wehrlose Buddhisten niedergeschlachtet wurden, trafen die Berater des 13. Dalai Lama (Thubten Gyatsho) im Frühsommer 1904 die Entscheidung, den Potala-Palast komplett zu evakuieren und in die Mongolei zu fliehen. An erster Stelle sollte mit der Flucht verhindert werden, dass die Eindringlinge, denen das Land, die Religion und vor allem die Bedeutung des Dalai Lama fremd waren, das geistliche Oberhaupt in ihre Hände bekamen.[38]

Autochromaufnahme vom Gandan-Kloster in Urga, 1913

Nach einer viermonatigen Reise traf der Dalai Lama am 27. November 1904 mit einer Gefolgschaft von 250 Personen in Urga ein und wurde mit allen ihm zustehenden Ehren empfangen. Seine Ankunft kündigten ein Feuerwerk und Kanonenschüsse an: mehr als 20.000 Einwohner zogen ihm aus der Stadt entgegen, um ihn zu begrüßen und sich vor der höchsten Inkarnation der buddhistischen Welt niederzuwerfen. Die Nachricht von der Anwesenheit Seiner Heiligkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Heerscharen von Pilgern kamen aus Sibirien, China und Turkestan, um den „Gott-König“ aus Tibet zu sehen. Ferner eilte umgehend der russische Botschafter in Peking, Dimitri Pokotiloff, nach Urga. Er überreichte dem Dalai Lama im Namen des Zaren Geschenke und versicherte ihm, dass er auf die Hilfe und die Freundschaft Russlands zählen könne.[39]

Für ein Jahr residierte der Dalai Lama direkt in Urga.[40] Zu dieser Zeit konnten ausländische Besucher „das seltsame Schauspiel erbitterter Feindschaft zwischen zwei Buddhas beobachten“.[41] Gleich nach seiner Ankunft soll sich der sieben Jahre jüngere Dalai Lama öffentlich von dem Lebensstil des Bogd Gegen distanziert haben. Selbst mongolische Buddhisten wandten sich von ihrem einheimischen Gott zugunsten des weit mächtigeren tibetischen ab. Während des vier Jahre andauernden Exils von Thubten Gyatsho, nahm der Bogd Gegen im Beisein des Dalai Lama an keinen Zeremonien mehr teil. Der aus Lhasa mitgebrachte Thron des Dalai Lama musste im Gandan-Kloster aufgestellt werden, weil sich der höchste Würdenträger der mongolischen Buddhisten weigerte, den höchsten Würdenträger aller Buddhisten in einem seiner Paläste unterzubringen.[42] Nach Angaben des buddhistischen Philosophen Fjodor Ippolitowitsch Schtscherbatskoi, der zu dieser Zeit als Gast am Hofe in Urga weilte, ließ der Bogd Gegen sogar spezielle tantrische Rituale zur Vertreibung „böser Geister“ vor dem Gandan-Kloster zelebrieren, womit der Dalai Lama verscheucht werden sollte.[43]

Nach nicht ganz zwölf Monaten gab der Dalai Lama auf und lebte in den folgenden drei Jahren mit seinem Gefolge in verschiedenen mongolischen Klöstern sowie für längere Zeit in Kumbum Champa Ling und in Wutai Shan. Erst 1908 kehrte er nach Tibet zurück.[44][45] Der Aufenthalt des 13. Dalai Lama in der Mongolei soll den 8. Bogd Gegen in seinem Unabhängigkeitsstreben bestärkt haben. Beide sahen sich nie wieder und pflegten keinerlei Kontakt mehr zueinander.[46][47]

Zwischen Souveränität und Suzeränität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinesische Provinzen und Grenzen während der Qing-Dynastie und sukzessive im 20. Jahrhundert verlorene Gebiete (rot gestrichelt)

Um das „Reich der Mitte“ aufteilen zu können, förderten die Großmächte in allen chinesischen Provinzen separatistische Bewegungen. Ende 1910 sperrten die europäischen Eisenbahnverwaltungen in ganz China den Eisenbahnverkehr, angeblich um das Übergreifen von Krankheiten auf von Europäern bereits besetzte Gebiete zu vermeiden. In der Folge brachen landesweit Aufstände und Unruhen aus, die heute als Xinhai-Revolution bezeichnet werden. Nahezu zeitgleich erklärten 15 Provinzen ihre Unabhängigkeit und sagten sich von China los, darunter die Mongolei. Die Sezession war in allen Provinzen durch Einzelpersonen oder kleine Gruppen initiiert, die sämtlich von ausländischen Staaten finanziell und militärisch unterstützt wurden. Tatsächlich sollte keines der Gebiete eine Souveränität erlangen, sondern früher oder später in den jeweiligen Herrschaftsbereich der Großmächte eingegliedert werden. Der Erste Weltkrieg stoppte diese Entwicklung. Insbesondere England und Frankreich mussten ihre Kräfte in Europa bündeln. Lediglich Russland und Japan, die beide an China grenzen, konnten ihre Pläne teilweise verwirklichen.[48][49][50]

Am 10. August 1911 schrieb der russische Außenminister Sasonow an den russischen Botschafter in Peking Korostovetz, dass „Russland zur Unterstützung eines Aufstandes in der Mongolei bereit ist, Waffen an die Insurgenten zu liefern und das russische konsularische Schutzkorps zu verstärken“.[51] Daraufhin erhielt der Bogd Gegen umgehend eine damals exorbitante Summe in Höhe von 5 Millionen Goldrubel „für den Aufbau eines selbständigen Staatswesens und einer Armee, zur Förderung des russisch-mongolischen Handels“.[52] Dem folgte eine Anleihe in Höhe von 3 Millionen Goldrubel gegen die Entsendung von russischen Militärberatern und eines russischen Finanzberaters.[53]

Unterstützung fand der Bogd Gegen bei den Khans in der Äußeren Mongolei, die fast alle bei der Russisch-Chinesischen Bank hoch verschuldet waren. Der Direktor der Filiale in Urga, Baron von Groth, stand im direkten Kontakt mit dem Außenministerium in Sankt Petersburg und hatte den Auftrag, sich bei Kreditvergaben gegenüber den Khans großzügig zu zeigen. Er entstammte dem Baltikum, das damals zum Russischen Kaiserreich gehörte. Seine Maßnahmen bei der Eintreibung von Schulden werden als grausam beschrieben, wobei Erpressung und Kindesentführung zu den harmloseren gehört haben sollen.[54] Die Khans der Inneren Mongolei lehnten hingegen eine Loslösung von China grundsätzlich ab. Sie galten als wohlhabender und konnten sich bedingt der Entfernung leichter der russischen Einflussnahme sowie des Einflusses des Bogd Gegen entziehen.[55]

Zu dieser Zeit lebten in der Äußeren Mongolei weniger als 500.000 Menschen auf einer Gesamtfläche von rund 1,8 Millionen Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl in Urga betrug um 1900 rund 25.000, wovon 14.000 Mönche waren. Im eigentlichen Sinne bestand die Hauptstadt aus drei Städten: einer russischen Kolonie, einer chinesischen und der inneren buddhistischen Klosterstadt. Insgesamt gab es auf der Mongolischen Hochebene acht Aimags (Bezirke), davon vier in der Äußeren Mongolei und vier in der Inneren Mongolei, die wiederum in Hosuns (auch Banner genannt) mit mehreren Sum (Gemeinden) eingeteilt waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts existierten in der Äußeren Mongolei 85 Hosuns, in denen im Durchschnitt jeweils 4.000 Menschen lebten. In jedem Aimag amtierte ein Khan. Dieser war ebenfalls ein Hutuktu und dem Bogd Gegen unterstellt. In einigen Aimags waren 70 Prozent der Einwohner Mönche, landesweit durchschnittlich 45 Prozent.[56][57] Historikern zufolge, identifizierte sich die Bevölkerung nicht als Mongolen; ein Nationalcharakter fehlte überall in China, was heute zu den Hauptursachen des Zerfalls der Qing-Dynastie zählt. Das verbindende Element war nicht eine Ethnie, ein Khanat oder der Staat, sondern der Buddhismus. Damit besaß der Bogd Gegen in der Mongolei eine enorme Macht.[58]

Erste Unabhängigkeitserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Urga, Zeichnung von 1913
Das russische Konsulat in Urga um 1910

Am 18. November 1911 wurden in Urga die chinesischen Behörden abgesetzt und die Unabhängigkeit der Mongolei proklamiert.[59] Unter Missachtung des bisherigen Brauchs krönte sich der 8. Bogd Gegen zum Bogd Khan und ernannte sich damit zum geistlichen und weltlichen Oberhaupt der Mongolei.[60] Am gleichen Tag begann eine Hatz auf Han-Chinesen. Von den in Urga ansässigen rund 2.600 chinesischen Einwohnern überlebten nur 325.[61][62] Bei den Opfern handelte es sich ausschließlich um kleine Händler und deren Familien. Die chinesischen Beamten, der Amban und seine Wachmannschaft fanden Asyl im russischen Konsulat, von wo aus sie unter russischem Schutz über Sibirien das Land verlassen konnten.[63]

In der späteren Geschichtsschreibung hielten einige Historiker fest, dass der Bogd Khan für die Mongolen der „Retter der Nation“ gewesen sei, der die „Tyrannei der Mandschu-Herrschaft“ beendet habe. Demgegenüber erklärten Zeitzeugen, wie der russische Geheimrat und Grenzkommissar in Sibirien, Chitrowo, sowie der russische Vizekonsul in Urga, Ljuba, dass das Ziel von Anfang an eine „allmähliche Angliederung dieses Landes an Russland“ und „die Trennung der Mongolei von China nicht auf das Erwachen eines nationalen Selbstbewusstseins zurückzuführen“ war.[64] Dazu hielt der Historiker Gavin Hambly fest, dass ein mögliches Nationalgefühl, wenn überhaupt „auf Urga mit seiner kleinen ausländischen Gemeinde von Chinesen und Russen und seinem russischen Konsulat, das seit langer Zeit einen Hort der Intrigen gebildet hatte, beschränkt war.“[65]

Tatsächlich sind mehrere der Khans und später sogenannte Unabhängigkeitskämpfer keine gebürtigen Mongolen gewesen. Zu der engeren Gruppe der Unterstützer des Bogd Khans gehörten vor allem:

  • Tögs-Ochiryn Namnansüren
  • Da Lam Tserenchimed
  • Mijiddorjiin Khanddorj
  • Manlaibaatar Damdinsüren-Barga.[66]

Beispielhaft für deren Werdegang ist das Schicksal von Tögs-Ochiryn Namnansüren. Er war der Khan des am dichtesten bevölkerten Aimags Sain-Noyan und kein Mongole, sondern gebürtiger Han-Chinese.[67] Der Bogd Gegen ernannte ihn zum Premierminister, nachdem sein Vorgänger der Khan Jasaktu nach nur kurzer Zeit im Amt aufgrund seiner Loyalität gegenüber China vergiftet wurde. Tögs-Ochiryn Namnansüren galt als Verfechter der Unabhängigkeit und ausgesprochener Russenfreund. Genau diese Nähe, mit der er sich sehr viel Macht in der Mongolei und die Eifersucht des Bogd Khan erwarb, wurde ihm später zum Verhängnis. Der Sain-Noyan Khan erahnte sein Schicksal und sprach sogar mit russischen Beratern darüber. Aber seine anerzogene buddhistische Devotion zum Bogd Gegen war so groß, dass er keinen Versuch zu seiner Rettung unternahm und gehorsam den Giftbecher austrank, den ihm Eke Dakini, die „Göttin der Barmherzigkeit“, überreichte, wie aus verschiedenen Quellen hervorgeht.[68][69]

Der russische Botschafter Korostovetz, der von 1906 bis 1913 regelmäßiger Gast am Hofe in Urga und der maßgebliche Verbindungsmann zum russischen Außenministerium war, gab zu den Vorgängen folgendes an: „Der Abfall der Mongolei von China, die Erklärung der Unabhängigkeit, die Annäherung an Russland und andere wichtige Entscheidungen waren ausschließlich auf Anraten und Betreiben der Frau des Bogd Gegen zustande gekommen. Ihr Hauptziel war die Sicherstellung ihrer Herrschaft und die Sukzession ihrer Familie. Diese energische Frau wusste sich mit jedem Regime und der Reihe nach mit den wirklichen Herrschern in Urga, den russisch-zaristischen Repräsentanten, später wieder mit den Chinesen, mit Ungern-Sternberg und den Bolschewisten, gut zu stellen. Unliebsame Würdenträger beseitigte sie durch Gift.“[70]

Hauptinitiator der Loslösung von China war jedoch nicht der Bogd Khan oder dessen Frau, sondern die russische Regierung. Am 29. Dezember 1911 veröffentlichte das russische Außenministerium, und nicht der Bogd Khan oder einer seiner Vertreter, über Reuters ein amtliches Kommuniqué. Erst damit wurde China und die Weltöffentlichkeit über die Sezession informiert. In diesem hieß es, dass die Mongolen nach der Proklamation ihrer Selbständigkeit die russische Regierung um Unterstützung gebeten und die russische Regierung der chinesischen Regierung folgende drei Punkte als Verhandlungsbasis übermittelt habe, nämlich die Abschaffung der chinesischen Verwaltung in der Mongolei, die Abschaffung der chinesischen Streitkräfte in der Mongolei sowie die Aufhebung der chinesischen Kolonisierung der mongolischen Gebiete. Außenminister Sasonow erklärte zusätzlich, dass keine Anerkennung der Souveränität der Mongolei beabsichtigt sei, vielmehr „das russische Programm die Sicherung der Autonomie der Äußeren Mongolei ohne ihre Abtrennung von China zum Gegenstand habe.“[71]

Rund sechs Wochen später proklamierten russische Siedler in der Urjanchai, einer zirka 166.000 km² großen Teilregion der Äußeren Mongolei, am 15. Februar 1912 die Gründung der Republik Urjanchai. Da diese Sezession weder der Bogd Khan, geschweige die chinesische Regierung in Peking anerkannten, besetzten russische Truppen das Land. Am 17. April 1914 erklärte das Russische Reich die Urjanchai zu seinem Protektorat.[72] Die Proteste des Bogd Khans blieben bedeutungslos. Unterstützung konnte er nach der Loslösung von China nirgendwo finden. So wollte seine „Regierung“ wiederholt die ausländischen Mächte offiziell von der Erklärung ihrer Unabhängigkeit in Kenntnis setzen; dieses selbständige Auftreten betrachtete die russische Regierung als unangebracht und riet dringend davon ab, eine Delegation insbesondere nach Japan mit dem Angebot der Anerkennung der Unabhängigkeit der Mongolei zu entsenden.[73]

Marionettenregentschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamas in Urga, Autochromaufnahme von 1913
Verurteilte mongolische Frau, Autochromaufnahme von 1913

Am 5. November 1913 unterzeichneten russische und chinesische Regierungsvertreter in Peking eine Deklaration, in welcher die Republik China der Äußeren Mongolei gewisse Autonomierechte einräumte, sich aber eine Beteiligung an der Führung der äußeren Angelegenheiten der Mongolei vorbehielt. Russland verpflichtete sich, seinerseits keine Streitkräfte in der Äußeren Mongolei zu stationieren, außer den Truppenteilen, die zum Schutz des russischen Konsulates erforderlich waren. Der Vertrag verdeutlichte die Bedeutungslosigkeit der mongolischen Unabhängigkeitserklärung: ein chinesischer Würdenträger durfte fortan wieder offiziell in Urga die chinesischen Interessen wahrnehmen, der unter anderem das Recht der Investitur eines mongolischen Hutuktus besaß. Daraufhin versandten Vertreter des Bogd Khans Notifikationen über die Unabhängigkeit an die Botschafter der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands und Japans in Peking, die sämtlich unbeantwortet blieben. Der japanische Botschafter weigerte sich sogar, den Brief in Empfang zu nehmen.[74]

Während dieser Zeit versuchte der Bogd Khan ein theokratisches Mongolisches Großreich zu errichten, was später als Beginn des sogenannten Panmongolismus bezeichnet wurde. Weil sich die Khane in der Inneren Mongolei nicht bereit erklärten, sich seinem Staate anzugliedern, zettelte er einen vierjährigen Bürgerkrieg unter den Mongolen an. Mehrmals forderte Russland den Bogd Khan auf, dieses Blutvergießen zu beenden. Hintergrund: Ein derartig eigenständiger Staat entsprach in keiner Weise den Intentionen der russischen Regierung, zumal in dem Geheimvertrag mit Japan der 118. Längengrad als Grenzlinie vereinbart war. Bogd Khan gab erst auf, nachdem Russland seine Militärberater abzog und die „Hilfsgelder“ einfror.[75]

Dieser Krieg trug zu einer noch deutlicheren Unpopularität des Bogd Khans bei.[76] Viele Gläubige huldigten nunmehr den Tschangtscha Hutuktu der Inneren Mongolei als ihr geistliches Oberhaupt.[77] Einige Forscher geben an, dass Bogd Khan aus diesem Grund einen angeblichen Freundschafts- und Bündnisvertrag zwischen der Mongolei und Tibet in Umlauf brachte, der die Legitimation seines Gottesstaates von höchster Stelle beweisen sollte. Unterschrieben war das Schriftstück von tibetischer Seite von einem Russen. Sowohl der Dalai Lama als auch die russische Regierung bezeichneten den Vertrag als plumpe Fälschung.[78]

Von einer Unabhängigkeit waren das Volk sowie die Khans nach 1911 weit entfernt. Unverändert galt chinesisches Recht. Für die Khans änderte sich nach der Unabhängigkeitserklärung lediglich, dass sie nicht mehr dem Amban gegenüber tributpflichtig waren, sondern nun Bogd Khan. Dieser erhöhte für die Finanzierung des Krieges in der Inneren Mongolei sowie für die Anschaffung tausender riesiger Buddha-Statuen die Steuern. Dem Volk wurden Abgaben abverlangt für eine Heirat, für jedes Kind und für jeden Todesfall in der Familie. Steuern waren fällig für jedes religiöse Fest und für öffentliches Tanzen und Trommeln, selbst dafür, ins Gefängnis zu kommen, und dafür, aus diesem entlassen zu werden. Wer keine Arbeit fand, wurde für Arbeitslosigkeit besteuert, und für eine Fahrt in ein anderes Dorf auf der Suche nach Arbeit wurde eine Wegesteuer verlangt. Wenn jemand eine Steuer nicht zahlen konnte, liehen Klöster das Geld zum Zinssatz von 20 bis 50 Prozent. Schuldner, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen konnten, riskierten drakonische Strafen.[79][80] Eine der schlimmsten Strafe war das tagelange Einsperren in eine tragbare massive Holzkiste, deren Größe und Form es den vermeintlichen oder tatsächlichen Sündern nicht erlaubte, aufzustehen oder sich auszustrecken. Der Bogd Gegen soll die Anwendung bis zum Ende seiner Herrschaft auch bei zum Tode Verurteilten befohlen haben. Die Kiste wurde in diesen Fällen irgendwo in der Steppe bei praller Sonne abgestellt, wo die Person verdurstete.[81]

Letztendlich machte der Vertrag von Kjachta 1915 die Unabhängigkeit zur totalen Farce.[82] Dieses Abkommen räumte der Äußeren Mongolei zwar eine gewisse Autonomie ein, erklärte die Provinz jedoch offiziell wieder zum Bestandteil der Republik China unter dem Protektorat Russlands. Damit gab es weder einen mongolischen Staat noch ein mongolisches Staatsoberhaupt. Zusätzlich besiegelte der Vertrag die endgültige Teilung der Mongolei und das Ende Bogd Khans Träume von einem Mongolischen Großreich. Als Bezeichnung für das Oberhaupt der Provinz wurde der Titel „Hutuktu der Äußeren Mongolei“ festgelegt, womit Bogd Khan staatlicherseits sämtliche Rechte als geistliches Oberhaupt in der Inneren Mongolei verlor.[83][84]

Zweite Unabhängigkeitserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste mongolische Gottheit Begtse in einem Cham-Tanz

Vier Jahre später nutzten die Nationalchinesen im Zuge der Oktoberrevolution Russlands Schwäche: Bogd Khan wurde als Hutuktu abgesetzt, unter Hausarrest gestellt und die Äußere Mongolei am 27. November 1919 administrativ wieder vollständig Peking untergeordnet.[85] Folglich suchte Bogd Khan mit seiner Frau Unterstützer für einen Umsturz und bat schriftlich Roman von Ungern-Sternberg mit seinen weißgardistischen Truppen um Unterstützung. Dieser besetzte mit weniger als eintausend Freischärlern 1920/21 die Mongolei, rief am 13. März 1921 eine unabhängige Monarchie aus und setzte Bogd Khan als Staatsoberhaupt ein. Damit beanspruchte der 8. Bogd Gegen für sich den Titel eines Kaisers der Mongolei und führte die Krönung erneut selbst durch. Eke Dakini erhob er zur Kaiserin.[86]

Wie zehn Jahre zuvor, fehlten auch diesem Gebilde jegliche Merkmale eines unabhängigen Staates. Erneut wurde die Sezession völkerrechtlich von keinem Land anerkannt. Eine eigene Verfassung existierte nicht. Unverändert galt die chinesische Rechtsprechung. Bis 1924 wickelten in der Äußeren Mongolei chinesische Notenbanken sämtlichen Zahlungsverkehr ab, die bis dahin für die Emission und den Umlauf von Zahlungsmitteln zuständig blieben.[87]

Später wurde der 13. März 1921 von verschiedenen Historikern und Politikern als der „wirkliche Beginn der mongolischen Unabhängigkeit“ betrachtet.[88] Beispielsweise bezeichnete Sven Hedin den Baron von Ungern-Sternberg als „den Befreier der Mongolei vom chinesischen Joche, ohne den die Mongolen ihre Freiheit niemals zu erwerben vermocht hätten.“[89] Dieser „Befreier“ errichtete gemeinsam mit dem Bogd Khan eine Terrorherrschaft. Bogd Khan identifizierte Ungern-Sternberg als Inkarnation der Schutzgottheit Begtse und erhob ihn zum Dank seiner Wiedereinsetzung in den Rang eines Khans 1. Ranges.[90]

Rund vier Monate später marschierte die Rote Armee in Urga ein und installierte eine „revolutionäre Volksregierung“, nominell blieb Bogd Khan das Staatsoberhaupt. In der neueren Forschung wird davon ausgegangen, dass damit die Bolschewiki den Eindruck von Kontinuität und Rechtsnachfolge erzeugen wollten, um das neue Regime und seinen Anspruch auf die Unabhängigkeit des Landes von China auch nach außen zu rechtfertigen.[91][92]

Vorübergehend hielt Sowjetrussland in der Äußeren Mongolei an einer konstitutionellen Monarchie fest, mit stark eingeschränkten Rechten Bogd Khans. 1921 erfolgte die Gründung der Mongolischen Revolutionären Volkspartei. Der Kreis dieser späteren Staatspartei bestand aus lediglich sieben Männern.[93] Ausschließlich über diese Gruppe wickelte die neue Regierung in Moskau ihre „Aufbauhilfen“ für die Mongolei ab. Bogd Khan betrachteten die Bolschewiki als nicht geeigneten Verbündeten bei der Umsetzung ihrer Pläne und schlossen ihn bei Gesprächen und Beratungen aus. Noch zu seinen Lebzeiten entsandte der Kreml über einhundert Politik- und Militärberater in die Mongolei zur Umwandlung der absolutistischen Herrschaft in eine kommunistische Staatsform nach sowjetischem Vorbild.[94]

Diese Entwicklung versuchte die Gattin des Bogd Khans zu verhindern, indem sie Kontakt mit Japan und sogar mit China in der Hoffnung finanzieller und militärischer Unterstützung aufnahm. Der plötzliche Tod der „Mutter Dakini“, sie verstarb in der Nacht zum 14. Mai 1923, beendete diese Bestrebungen. Der Legende nach wurde sie von einem Mitglied der Mongolischen Revolutionären Volkspartei vergiftet.[95]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sofort nach ihrem Ableben nahm sich Bogd Gegen eine neue Frau, ein 18-jähriges Mädchen. Sie hieß Tseyenpil (Genenpil), liebte einen jungen Sportler namens Luvsandamba und heiratete Bogd Khan unfreiwillig. Tseyenpil wurde jedoch nicht zur Kaiserin gekrönt, dies ließen die wirklichen Herrscher im Lande, die Sowjets, nicht zu. Bis zu seinem Ableben soll sie sich vor dem „alten blinden, stets betrunkenen Mann“ gefürchtet haben.[96][97] An religiösen oder politischen Veranstaltungen nahm der 8. Bogd Gegen nicht mehr teil. Laut Angaben von Ferdinand Ossendowski hielt er sich nur noch in seinen Gemächern auf und hörte „einsam den ganzen Tag Arien aus einem Grammophon.“[98]

Bogd Khan starb am 20. Mai 1924.[99] Zeitgenössischen Darstellungen zufolge kümmerte sich kein Mensch um sein Hinscheiden.[100][101] Weniger als vier Wochen später wurde die Äußere Mongolei am 13. Juli 1924 als erster sowjetischer Satellitenstaat dieser Art zur „Volksrepublik“ erklärt. Am 26. November 1924 erhielt das Land unter dem Namen Mongolische Volksrepublik erstmals eine Verfassung. Die Suche nach einem neuen Jebtsundamba Khutukhtu gestatte die Sowjetunion nicht.[102] Nach dem Tod von Bogd Khan kehrte Tseyenpil zu ihren Eltern zurück und heiratete später ihre Jugendliebe. Hochschwanger wurde sie während der zweiten stalinistischen Terrorwelle in der Mongolei am 22. November 1938 von stalinistischen Handlangern erschossen.[103]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexei Matwejewitsch Posdnejew: Die Mongolei und die Mongolen. Band 1. Königsberg, 1901.
  • Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926.
  • Ferdinand Ossendowski: Tiere, Menschen und Götter. Frankfurter Societäts-Druckerei, 1924. (Neuauflage List, München 1955).
  • Charles R. Bawden: The Modern History of Mongolia. Praeger Publishers New York, 1968.
  • Amélie Schenk: Mongolei. Geschichte und Politik. C.H.Beck, 2003.
  • Michael Kohn: Mongolia. 4th Edition. Lonely Planet Publications, 2005.
  • Michael Jerryson: Mongolian Buddhism: The Rise and Fall of the Sangha. Silkworm, 2007.
  • Ookhnoi Batsaikhan: The Last King of Mongolia. Bogdo Jebtsundamba Khutuktu. Ulaanbaatar Admon, 2008.
Vorgänger Amt Nachfolger
Ngawang Chökyi Wangchug Thrinle Gyatsho Jebtsundamba Khutukhtu
13. Oktober 1869 bis 20. Mai 1924
Jampel Namdröl Chökyi Gyeltshen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Roskelly Bawden: Modern History Mongolia. Routledge, 2013, S. 53. f.
  2. A. N. Makarov: Die Rechtsstellung der Äußeren Mongolei in ihrer historischen Entwicklung (S. 331). Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, abgerufen am 6. August 2017
  3. Alan J. K. Sanders: Historical Dictionary of Mongolia. Scarecrow Press, 2010, S. 365.
  4. Alice Getty: The gods of northern buddhism. Oxford at the Clarendon Press, 1914, S. 7 f.
  5. Jan Balster: Mongolei. Land der Mythen. BoD – Books on Demand, 2015, S. 111 f.
  6. Official Homepage His Eminence Khalkha Jetsun Dhampa Choeling Tibetan Buddhist Monastery, abgerufen am 27. August 2017
  7. T.S. Damdinsuren (übersetzt von C.R. Bawden): Tales of an old lama. Band 8. Institute of Buddhist Studies Tring England, 1997, S. 9.
  8. Henry Knöfel, William Nicholas Hailmann (Hrsg.): Amerikanische Schulzeitung. 1. Band. 8. Heft. Deutsch-Amerikanischer Lehrerbund, Louisville USA., Mai 1874, S. 11.
  9. Bogd Gegen. Bekanntes und Unbekanntes. Dialog zwischen Wissenschaft und Buddhismus. Ethnographische Review Online, September 2006 (russ.)., abgerufen am 4. August 2017.
  10. Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926, S. 161.
  11. M. G. Tornovskiy: Ereignisse in der Mongolei. Chalcha 1920–1921. Der legendäre Baron. Unbekannte Seiten des Bürgerkrieges. KMK Verlag Partnership Wissenschaftliche Ausgaben, 2004, S. 181.
  12. Gavin Hambly: Fischer Weltgeschichte. Band 16. Zentralasien. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1966, S. 235 f.
  13. Amélie Schenk: Mongolei. Geschichte und Politik. C.H.Beck, 2003, S. 102.
  14. Luigi Barzini: Peking–Paris im Automobil. Brockhaus Leipzig, 1908, S. 77.
  15. Bawden, S. 84 f.
  16. Ferdinand Ossendowski: Tiere, Menschen und Götter. Frankfurter Societäts-Druckerei, 1924. S. 293.
  17. Patricia Berger: After Xanadu. The Mongol Renaissance of the Sixteenth to Eighteenth Centuries. Thomas and Hudson, 1995, S. 50 f.
  18. Schenk, S. 99–100.
  19. Korostovetz, S. 199.
  20. Arjuna Fischer: Die Bhagavad Gita. Lulu.com, 2007, S. 182.
  21. Ookhnoi Batsaikhan: The Last King of Mongolia. Bogdo Jebtsundamba Khutuktu. Ulaanbaatar Admon, 2008, S. 31 f.
  22. S. L. Kuzmin, J. Oyuunchimeg: The Great Khan of Mongolia. The 8th Bogd Gegeen. Moscow Russian academy of sciences, 2009, S. 59–64.
  23. S. Soninbayar, B. Punsaldulam: Mongolyn Tusgaar Togtnol Oyuun Sanaany Ikh Unirdagch VIII Bogd Jevzundamba Khutagt. Ulaanbaatar Admon, 2009, 22 f.
  24. The rehabilitation of a god-king. South China Morning Post Publishers Ltd., 12. September 1999., abgerufen am 8. August 2017.
  25. Ossendowski, S. 180.
  26. Barzini, S. 77.
  27. Korostovetz, S. 247.
  28. Korostovetz, S. 150.
  29. Korostovetz, S. 162 f.
  30. O. Badarchi, N. Dugarsuren: Die Geschichte des Bogd Khan in chronologischer Reihenfolge. UK King Fund, 2000, S. 188.
  31. L. Tudev: VIII Bogd Khan. UK Kings Fund, 1998, S. 24–25.
  32. Korostovetz, S. 162 f.
  33. Hermann Consten: Weideplätze der Mongolen. Dietrich Reimer AG, 1920, S. 66 f.
  34. Tornovskiy, S. 77 f.
  35. Makarov, S. 314 f.
  36. Martin Ewans: The Great Game. Britain and Russia in Central Asia. RoutledgeCurzon, 2004, S. 25 f.
  37. Alexander Jordan: Der russisch-japanische Konflikt in Asien. Vereinigung der Freunde des Wehrgeschichtlichen Museums Schloss Rastatt, 2014, S. 23–24., abgerufen am 9. August 2017.
  38. Wade Davis: Into the Silence. The Great War, Mallory and the Conquest of Everest. Vintage Digital London, 2011, S. 58.
  39. Roland Barraux: Die Geschichte der Dalai Lamas. Patmos Verlag, 1995, S. 282–287.
  40. Eric Teichman: Travels of a consular officer in eastern tibet. Cambridge University Press, 1922, S. 13.
  41. Barzini, S. 77.
  42. Pjotr Kusmitsch Koslow: Tibet und der Dalai Lama. KMK, 2004, S. 72.
  43. Fjodor Ippolitowitsch Schtscherbatskoi: Tagebucheintrag vom 16. Juni 1905. Archiv PAH Sankt Peterburg. Russische Akademie der Wissenschaften, ф. 725, оп. 1, ед. хр. 129, л. 16.
  44. Barraux, S. 282–287.
  45. Michael Kohn: Mongolia. Ediz. Inglese. Lonely Planet, 2008, S. 36.
  46. Sampildondov Chuluun, Uradyn E. Bulag: The Thirteenth Dalai Lama on the Run (1904-1906). Archival Documents from Mongolia. BRILL, 2013, S. 2 f.
  47. Korostovetz, S. 161 f.
  48. Gregor Schöllgen, Friedrich Kießling: Das Zeitalter des Imperialismus. Oldenbourg Verlag, 2009, S. 65 f.
  49. Wilhelm Schüler: Abriss der neueren Geschichte Chinas. Dissertation BoD – Books on Demand, 2012, S. 301 f.
  50. Dan Ben-Canaan, Frank Grüner, Ines Prodöhl: Entangled Histories. The Transcultural Past of Northeast China. Springer Science & Business Media, 2013, S. 168 f.
  51. Makarov, S. 317.
  52. Korostovetz, S. 152 f.
  53. Korostovetz, S. 216 f.
  54. Korostovetz, S. 123 f.
  55. Korostovetz, S. 152 f.
  56. Michael Weiers: Die Mongolen. Beiträge zu ihrer Geschichte und Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1986, S. 416.
  57. Korostovetz, S. 51.
  58. Florian C. Reiter: Grundelemente und Tendenzen des Religiösen Taoismus. Das Spannungsverhältnis von Integration und Individualität. Franz Steiner Verlag, 1988, S. 137.
  59. Makarov, S. 317.
  60. Franz Theodor Zölch: Moskaus ältester Satellit. Der Weg der Mongolischen Volksrepublik. Band 39 (1959-1960). In: Schweizer Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft, Kultur. ETH Zürich, 1960, S. 288.
  61. Brockhaus: Handbuch des Wissens. Dritter Band. F. A. Brockhaus Leipzig, 1923, S. 274.
  62. Hermann Consten: Weideplätze der Mongolen. Im Reiche der Chalcha. Band 2. Reimer-Vohsen Verlag, 1920, S. 16 f.
  63. Korostovetz, S. 122.
  64. Korostovetz, S. 144–148.
  65. Gavin Hambly: Fischer Weltgeschichte. Band 16. Zentralasien. Fischer Verlag, 1975, S. 245.
  66. Bat-Erdeniin Baabar: From world power to Soviet satellite. History of Mongolia. University of Cambridge Press, 1999, S. 138 f.
  67. Korostovetz, S. 334.
  68. Korostovetz, S. 298.
  69. Onon Urgunge, Derrick Pritchatt: Asia's first modern revolution. Mongolia proclaims its independence in 1911. Brill, 1989, S. 118.
  70. Korostovetz, S. 334.
  71. Makarov, S. 318
  72. Friedrich-Christian Schroeder, Ludwig Bauer, Boris Meissner: Bundesstaat und Nationalitätenrecht in der Sowjetunion. Duncker & Humblot, 1984, S. 51.
  73. Makarov, S. 321.
  74. Makarov, S. 325.
  75. Korostovetz, S. 124 f.
  76. Joseph Geleta, László Forbáth: Die neue Mongolei. Schützen-Verlag, 1936, S. 232.
  77. Ram Rahul: Modern Central Asia. Vikas, 1979, S. 18.
  78. Udo B. Barkmann: Geschichte der Mongolei. Bouvier Verlag, 1999, S. 119–122, 380 f.
  79. Gelder and Gelder: The timely rain travels in new Tibet. Monthly Review Press, 1965, S. 25 f.
  80. Melvyn Goldstein: A history of modern Tibet 1913-1951. Berkeley University of California Press, 1989, S. 5.
  81. Korostovetz, S. 150–151.
  82. Ina-Maria Greverus: Ästhetische Orte und Zeichen. Wege zu einer ästhetischen Anthropologie. LIT Verlag Münster, 2005, S. 248.
  83. Uradyn E. Bulag, Hildegard Diemberger: The Mongolia-Tibet Interface. International Association for Tibetan Studies, Oxford 2003. Brill, 2007, S. 23 f.
  84. Jacques Le Goff, G. E. von Grunebaum, Gavin Hambly: Weltgeschichte. Band 16. Fischer Verlag, 1966, S. 297.
  85. Robert Arthur Rupen: Mongols oft he Twentieth Century. Indiana University, 1964, S. 276.
  86. James Palmer: Der blutige weiße Baron. Die Geschichte eines Adligen, der zum letzten Khan der Mongolei wurde. Eichborn, 2010, S. 26 f.
  87. Bawden, S. 99 f.
  88. Alan J. K. Sanders: Historical Dictionary of Mongolia. Scarecrow Press, 2010, S. 278.
  89. Korostovetz, S. 300 f.
  90. Bawden, S. 216, 232 f.
  91. Udo B. Barkmann: Landnutzung und historische Rahmenbedingungen in der Äusseren Mongolei/Mongolischen Volksrepublik (1691–1940). National Museum of Ethnology Osaka, 2000, S. 51.
  92. Bat-Erdeniin Batbayar: History of Mongolia. Monsudar Pub, 1999, S. 225 f.
  93. Marion Wisotzki, Ernst von Waldenfels, Erna Käppeli: Mongolei. Die Mongolische Volksrepublik. Trescher Verlag, 2014, S. 65.
  94. Aribert Kampe, Reinhard Schirn: Auf Goldsuche in der Mongolei. Projekt Piccolo, 2005, S. 30 f.
  95. Korostovetz, S. 335.
  96. Alan J. K. Sanders: Historical Dictionary of Mongolia. Rowman & Littlefield, 2017, S. 438.
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  98. Ferdinand Ossendowski, S. 293.
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  100. Korostovetz, S. 335.
  101. Sergius L. Kuzmin, Zh. Oyuunchimeg: Buddhism and revolution in Mongolia. Institute of Oriental Studies. Russian Academy of Sciences, 2011, S. 144.
  102. Eva-Maria Stolberg: Stalin und die chinesischen Kommunisten. Eine Studie zur Entstehungsgeschichte der sowjetisch-chinesischen Allianz vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Franz Steiner Verlag, 1997, S. 113.
  103. Alan J. K. Sanders, S. 438.
Bogd Khan (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Agwan Lobsang Tschoidschin Jamdanzan Wantschüg; 8. Bogd Gegen; 8. Bogd Gegeen; 8. Dschebdsun Damba Hutuktu; 8. Jebtsundamba Khutukhtu