Tendzin Gyatsho

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu einem weiteren tibetisch-buddhistischen Würdenträger siehe Tendzin Gyatsho (Demo Hutuktu).
Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
བསྟན་འཛིན་རྒྱ་མཚོ་
Wylie-Transliteration:
bstan ´dzin rgya mtsho
Aussprache in IPA:
[tɛ̃ ́tsĩ càtsʰo]
Offizielle Transkription der VRCh:
Dainzin Gyaco
THDL-Transkription:
Tenzin Gyatso
Andere Schreibweisen:
Tendzin Gyatsho
Chinesische Bezeichnung
Traditionell:
丹增嘉措
Vereinfacht:
丹增嘉措
Pinyin:
Dānzēng Jiācuò
Tendzin Gyatsho, der 14. Dalai Lama

Tendzin Gyatsho (gebürtig Lhamo Döndrub (ལྷ་མོ་དོན་འགྲུབ་ / lha mo don 'grub); * 6. Juli 1935 in Taktser, Provinz Amdo, Osttibet) ist der 14. Dalai Lama.

Er ist buddhistischer Mönch, gilt als Linienhalter der Gelbmützen-Schule des tibetischen Buddhismus und befürwortet die Rime-Bewegung. Ab seiner Inthronisierung war er, wie alle Dalai Lamas zuvor, Oberhaupt der tibetischen Regierung. Aus diesem Amt zog er sich 2011 zurück, um seiner Funktion als geistliches Oberhaupt den eindeutigen Vorzug zu geben.

1989 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Formelle Anrede ist, in Anlehnung an die Anrede vergleichbarer religiöser Würdenträger, auf deutsch Seine Heiligkeit, englisch His Holiness usw.; Tibeter nennen ihn Kundün (Yishi Norbu) (tibet. „Wunscherfüllendes Juwel“) oder Gyelwa Rinpoche.

Leben[Bearbeiten]

Tendzin Gyatsho im Alter von fünf Jahren

Tendzin Gyatsho ist der Mönchsname des jetzigen Dalai Lama. Er wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser, einem Dorf in der tibetischen Provinz Amdo im Nordosten Tibets, als zweiter Sohn der Bauernfamilie Dekyi Tshering und Chökyong Tshering geboren. Seine Mutter brachte insgesamt 16 Kinder zur Welt, von denen sieben die Kindheit überlebten. Tendzin Gyatsho hat vier Brüder – Thubten Jigme Norbu (Reinkarnation des Taktser Rinpoche), Gyalo Thöndrup, Lobsang Samten und Tenzin Chögyel – sowie zwei Schwestern: Tshering Dölma und Jetsün Pema. Seine Schwester Tshering Dölma und seine Brüder Lobsang Samten und Thubten Jigme Norbu sind inzwischen verstorben.[1]

Im Alter von knapp zwei Jahren wurde er von vier Mönchen anhand einer Vision des Regenten, von Orakelsprüchen und anderen Vorzeichen als Wiedergeburt des 1933 verstorbenen XIII. Dalai Lama aufgefunden. Berichtet wird, dass das Kleinkind sowohl einen als Diener verkleideten hohen Lama spontan als „Lama aus dem Kloster Sera“ erkannte als auch etliche Gegenstände aus dem Besitz des 13. Dalai Lama, die neben ähnlichen aufgelegt waren, als sein Eigentum an sich nahm.[2]

Lhamo Döndrub musste zunächst vom Provinzgouverneur durch erhebliche Bestechungs-Summen freigekauft werden, was nahezu zweijähriger Verhandlungen bedurfte, und langte mit etwa vier Jahren in Lhasa an, wo er im Rahmen des Neujahrsfestes am 22. Februar 1940 im Potala als 14. Dalai Lama durch die Sitringasol-Zeremonie inthronisiert wurde. Sein neuer Name lautete damit Jetsün Jampel Ngawang Lobsang Yeshe Tendzin Gyatsho – „Heiliger Herr, gütiger Herr, mitfühlender Verteidiger des Glaubens, Ozean der Weisheit“. Tibeter sprechen vom Dalai Lama normalerweise als Yishin Norbu („alle Wünsche erfüllender Edelstein“) oder einfach als Kundün (Gegenwart).

Ehemaliger Sitz von Tendzin Gyatsho, der Potala-Palast in Lhasa

Von 1946 bis 1950 hielt sich der österreichische Bergsteiger und Abenteurer Heinrich Harrer in Lhasa auf und freundete sich ab 1948 mit dem jungen Dalai Lama an, für den er filmte, fotografierte und den er in der westlichen Form des Rechnens[3] sowie in Englisch und Geografie unterwies.

Am 17. November 1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen, er musste sich aber angesichts der offenbar aussichtslosen Lage unter der Bedrohung Tibets durch Rotchina zu dieser Zeit mitsamt seinem Regierungsstab unverzüglich nach Dromo, unmittelbar an der indischen Grenze, in Sicherheit bringen. Harrer begleitete ihn noch bis März 1951 und brach dann nach Europa auf. Der Dalai Lama kehrte im Sommer nach Lhasa zurück, um gemäß einem Abkommen mit den Chinesen seine religiösen Funktionen wieder aufzunehmen.

Abkommen mit der Volksrepublik China[Bearbeiten]

Am 23. Mai 1951 unterzeichneten Vertreter der tibetischen Regierung in Peking das so genannte „17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets“, mit dem Tibet innenpolitische Autonomie und Religionsfreiheit zugesichert werden sollte, die Vertretung in der Außenpolitik, im Außenhandel sowie in militärischen Angelegenheiten aber von der Regierung der Volksrepublik China beansprucht wurde. Am 24. Oktober 1951 wurde nach einem entsprechenden Beschluss der tibetischen Nationalversammlung in Lhasa die Zustimmung Tendzin Gyatshos an Mao Zedong und die Regierung der Volksrepublik China telegrafiert.[4] Er selbst erklärte dazu später, er habe dem Abkommen nur zugestimmt, um sein Volk und das Land „vor der völligen Zerstörung zu bewahren“.[5] Dem Abkommen vorausgegangen war der Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee in der osttibetischen Provinz Chamdo.

Im Jahr 1954 reiste Tendzin Gyatsho auf Einladung der Regierung der Volksrepublik China und gegen den Widerstand der Äbte von Sera, Drepung und Ganden mit einem Gefolge von fast 500 Personen nach Peking.[6] Konservative Kräfte des tibetischen Adels und Klerus befürchteten, dass der Dalai Lama in Peking gegen ihre Interessen beeinflusst werden könnte.[7] Im September 1954 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses gewählt.[8] Der Dalai Lama überreichte Mao Zedong Geschenke und schrieb eine Hymne an ihn, in der er Mao Zedong u. a. mit Brahma verglich.[9] Die chinesische Regierung finanzierte den Bau des Palastes Tagten Migyur Phodrang[10] für den 14. Dalai Lama auf dem Gelände des Norbulingka. Der Palast wurde 1956 fertiggestellt.[11]

Im Winter besichtigte der 14. Dalai Lama weitere chinesische Städte, 1955 feierte er das tibetische Neujahr in Peking und gab aus diesem Anlass ein Bankett für Mao Zedong, Zhou Enlai, Liu Shaoqi und Zhu De.[12]

Im April 1958 wurde das Vorbereitungskomitee des Autonomen Gebiets Tibet gegründet und der 14. Dalai Lama wurde zum Vorsitzenden des Komitees gewählt.[13]

Flucht und Exil[Bearbeiten]

Während des Tibetaufstands verließ Tendzin Gyatsho am 17. März 1959 seinen Sommerpalast Norbulingka und floh bis Dharamsala (Himachal Pradesh), wo er seitdem residiert. Kurz zuvor hatte er die Geshe, die Doktorwürde der buddhistischen Theologie (vgl. indische Philosophie) erlangt, nachdem er sich in philosophischen Debatten mit Lehrern der Klöster Drepung, Ganden und Sera bewährt hatte.

Vor der Flucht war das Nechung-Orakel befragt worden mit dem Ergebnis, „der Dalai Lama solle Tibet verlassen“.

Beziehungen zum Westen[Bearbeiten]

Wien, 2012

Kultureller Dialog[Bearbeiten]

Neben früheren politischen Aktivitäten setzt sich der 14. Dalai Lama stets intensiv für den friedfertigen, konstruktiven und mitfühlenden Dialog der Menschen ein. Dazu führte er Vortragsreisen rund um den Globus und gab Schriften heraus, in denen die differenzierten Vorstellungen der tibeto-buddhistischen Religion zu Fragen der Lebenspraxis, zur Natur des menschlichen Bewusstseins und weiteren existenziellen Fragen erläutert werden.

Der Dalai Lama gilt als Freund des Christentums und war oftmals Gast im Vatikan; freundschaftlich verbunden war er mit Papst Johannes Paul II.

Treffen am 21. Februar 2014 mit Barack Obama im Map Room des Weißen Hauses in Washington

Wegen seines regen Interesses an wissenschaftlichen Themen und der Zusammenarbeit mit dem nordamerikanischen Rechtsanwalt Adam Engle und dem chilenischen Neurobiologen und Philosophen Francisco Varela entstand 1990 das in den USA ansässige Mind and Life Institute. Der Dalai Lama ist nach eigener Aussage davon überzeugt, dass Wissenschaft und die buddhistischen Thesen absolut vereinbar sind.

Im Oktober 2002 nahm Tendzin Gyatsho in München am Wissenschaftskongress "Unity in Duality – Einheit in der Dualität“ - gemeinsam mit neun Wissenschaftlern verschiedener Länder aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen teil: z.B. für den Bereich Pharmazie Candace B. Pert, Pharmakologin, USA; im Bereich Astrophysik Trinh Xuan Thuan, Astrophysiker geb. Vietnam; für die biochemische Fachrichtung Rupert Sheldrake, England; im Bereich Psychologie Jean Shinoda Bolen, Psychiaterin und Jung’sche Analytikerin, USA; der philosophische Bereich vertreten durch Marit Rullmann, Projektmanagerin der lokalen Agenda 21, Deutschland; für die neurobiologische Fachrichtung Humberto Maturana Biologe, im Kontext von Neuroanatomie, Neurobiologie, Chile. Formuliert wurde letztlich, dass das dualistische Weltbild der Wissenschaft nicht im Widerspruch zu dem Gedanken einer aller Erfahrungen zu Grunde liegenden Einheit stehen müsse. Dieses Treffen gilt als wichtige Station im Dialog von buddhistischer Lehre und westlicher Wissenschaft[14].

Der gegenwärtige Dalai Lama besucht im Westen buddhistische Schulen und gibt dort in regelmäßigen Abständen Einweisungen in die buddhistische Lehre und Rituale.

Neben der moralischen Autorität hat der 14. Dalai Lama im Westen vor allem den Status eines „Botschafters des Friedens“. Für seine Bemühungen, mit friedlichen Mitteln auf die Lage in seinem Heimatland Tibet aufmerksam zu machen, wurde ihm 1989 der Friedensnobelpreis verliehen.[15]

Kooperation mit der Central Intelligence Agency[Bearbeiten]

Der bewaffnete Widerstand von Tibetern gegen die Volksrepublik China wurde ab den 1960er-Jahren im Zuge des Kalten Krieges durch Zahlungen der Central Intelligence Agency (CIA) an die tibetische Exilregierung mitfinanziert. Rund 250 Tibeter wurden, zum Teil wiederholt in Camp Hale, einem auf Kriegsführung im Gebirge spezialisierten Ausbildungslager in Colorado, in Guerilla-Taktiken geschult. Im Zuge dieses Programmes kam es auch zu persönlichen Kontakten zwischen Tendzin Gyatsho und Mitarbeitern des Nachrichtendienstes.[16][17] Die Kontakte wurden durch Vertreter Tendzin Gyatshos, darunter seine Brüder, über das US-Konsulat in Kalkutta und die US-Botschaft in Neu-Delhi initiiert. Thema der Kontakte war explizit auch militärische Hilfe.[18]

Im Oktober 1998 bestätigte die Exilregierung, in den 1960ern dafür über mehrere Jahre jeweils rund 1.700.000 US$ von der CIA erhalten zu haben. Dass Tendzin Gyatsho persönlich von einer weiteren Fixsumme in Höhe von 180.000 US$ profitiert habe, die laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung in CIA-Unterlagen als „Geldhilfe für den Dalai Lama“ deklariert wurde, wurde hingegen verneint.[19] Diese Beträge wurden nach Angabe seiner Verwaltung für den Aufbau von Büros in Genf und New York City und Lobbytätigkeiten genutzt.[20][18]

Die CIA stellte die Unterstützung des Kampfes ein, als sich die Niederlage der Vereinigten Staaten im Vietnamkrieg abzeichnete und Richard Nixon gegenüber der Volksrepublik China eine Politik der Entspannung einleitete.[16] Die CIA begann 1967, die Operation zu reduzieren, im Jahr 1974 forderte der Dalai Lama die letzten Guerilleros dazu auf, die Waffen niederzulegen.[21]

Beziehungen zum deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Tendzin Gyatsho ist durch Heinrich Harrer, den er mehrmals in Hüttenberg besuchte, mit Kärnten besonders verbunden. 1992 weihte der Dalai Lama den buddhistischen Gebetsraum des Heinrich-Harrer-Museums ein, und beim 90. Geburtstag Harrers 2002 segnete er den neugebauten tibetischen Pilgerpfad Lingkor. Im Oktober 1998 hielt er vor rund 8.000 Menschen täglich eine einwöchige Unterweisung auf der großen Freifläche des ehemaligen britischen Militärlagers Camp Reinsehlen in der Lüneburger Heide.[22] Am 14. Mai 2006 besuchte Tendzin Gyatsho Hüttenberg, um den Grundstein für ein Tibet-Zentrum zu legen. An der Grundsteinlegung nahmen ca. 5.000 Personen teil.

Ende Juli 2005 war Tendzin Gyatsho drei Tage lang zu Gast in Wiesbaden. Dabei wurde ihm der Hessische Friedenspreis verliehen und sein 70. Geburtstag nachgefeiert. Zum Abschluss seines Besuchs hielt er vor ungefähr 20.000 Menschen eine Rede im Wiesbadener Kurpark.

Vom 19. bis 29. Juli 2007 war der 14. Dalai Lama in Hamburg, wo er unter anderem im Rothenbaum-Stadion Vorträge hielt. Zum Schluss einer seiner längsten Auslandsreisen war er in Freiburg im Breisgau, um im dortigen Tibet-Kailash-Haus, einem tibetischen Gesundheitszentrum, einen Stupa einzuweihen und in der Rothaus-Arena einen Vortrag zu halten.

Vom 17. bis zum 19. September 2007 nahm der Dalai Lama am Waldzell Meeting im Stift Melk in Niederösterreich teil. Am 20. September wurde er von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zu einem Gespräch ins Bundeskanzleramt eingeladen, wofür dieser von chinesischer Seite heftig kritisiert wurde.[23]

Tendzin Gyatsho vor dem Brandenburger Tor 2008

Vom 20. bis 21. September 2007 besuchte Tendzin Gyatsho zum zweiten Mal nach 1998 Münster. Dort erhielt er von der Westfälischen Wilhelms-Universität die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Chemie und Pharmazie für seine Verdienste um die Vermittlung zwischen Religion und Wissenschaft.[24] Dies ist für Gyatso sowohl der erste Ehrendoktor einer deutschen Hochschule als auch der erste aus dem Bereich der Naturwissenschaften. Am zweiten Tag diskutierte er im Schloss Münster mit Vertretern der Graduate Schools und hielt einen Vortrag zum Thema „Globale Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft“ vor rund 4500 Gästen.[25]

Am 23. September 2007 besuchte Tendzin Gyatsho Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Amtssitz. Dies war das erste Treffen mit einem deutschen Regierungschef. Die chinesische Regierung kritisierte Merkel für ihre Entscheidung und sagte diverse Treffen mit deutschen Regierungsvertretern ab.[26]

Vom 14. bis 20. Mai 2008 besuchte der Dalai Lama nach einer Einladung der Tibet Initiative Deutschland unter dem Motto „Kein Frieden ohne Menschenrechte“ mehrere Städte, darunter Bochum, Mönchengladbach, Nürnberg, Bamberg und Berlin.[27]

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten]

Anfang 1998 trat Tendzin Gyatsho im Rahmen einer Werbeanzeige des IT-Konzerns Apple in Erscheinung. Die Anzeige mit einem großformatigen Bild des Dalai Lama war Bestandteil einer Marketingkampagne die unter dem Claim "Think Different" speziell auf die asiatischen Märkte abzielte. Die anderen verwendeten Persönlichkeiten waren Alfred Hitchcock, Albert Einstein, Pablo Picasso, Mahatma Gandhi und Amelia Earhart.[28] Im April 1998 erklärte Apple, zukünftig auf das Motiv im Rahmen seiner Anzeige verzichten zu wollen und sich stattdessen auf bekanntere Persönlichkeiten zu konzentrieren. Dies führte zu Spekulationen darüber, dass die chinesische Regierung Druck auf das Unternehmen ausgeübt hätte. Apple verneinte dies ausdrücklich. Ein bekannter Marktforscher der Hong Kong University kommentierte die Entscheidung des Unternehmens mit den Worten, es sei unmöglich, dass Amelia Earhart in der Region bekannter sei als der Dalai Lama.[29] Ein Sprecher des Dalai Lama erklärte, es sei offensichtlich, dass der Vorgang damit in Zusammenhang mit China stehe, einen bedeutenden Markt für das Unternehmen. Der Dalai Lama habe dem Unternehmen eine Erlaubnis gegeben, das Bildmotiv weltweit zu nutzen, er sei nicht darauf hingewiesen worden, dass es nicht in der Kampagne in China verwendet werden würde.[30]

Rückzug aus der Politik[Bearbeiten]

Im März 2011 hat der Dalai Lama das tibetische Exil-Parlament gebeten, ihn von seinen politischen Aufgaben zu entbinden. Demokratisch gewählte Volksvertreter sollen ihn ersetzen. Tsewang Rigzin, der Präsident des weltweit organisierten tibetanischen Jugendkongress[31] stellt den gewaltlosen Kurs des religiösen Oberhauptes schon länger in Frage.[32] Seine politische Rolle soll der Jurist Lobsang Sangay ausfüllen, der Ende April 2011 zum neuen Ministerpräsidenten der tibetischen Exilregierung gewählt wurde.[33]

Religiöse Kontroversen[Bearbeiten]

Eine Minderheit buddhistischer Mönche und Laien führt die Verehrung der Schutzgottheit Dorje Shugden weiterhin fort, welche der 14. Dalai Lama abgebrochen hat. Er sieht in Dorje Shugden mittlerweile einen ihm persönlich und der mit seiner Person verbundenen politischen Position feindlich gesinnten Geist. 1996 untersagte er Mitarbeitern der exiltibetischen Regierung und den ihm unterstehenden Mönchen und Laien die Shugden-Verehrung. Die überwiegende Anzahl exiltibetischer Klöster schlossen Mönche aus, die die Praxis aufzugeben verweigerten. Die Illegalisierung der Praxis innerhalb der tibetischen Exilgemeinde und der mit dieser verbundenen Klöster gipfelte 1997 in der Ermordung dreier hochrangiger Mönche, welche dem 14. Dalai Lama nahestanden, und die immer noch nicht hinreichend aufgeklärt werden konnte. Beide Seiten erhoben in diesem Zusammenhang schwerwiegendste gegenseitige Vorwürfe.

Daneben wurde auch seine Rolle im Karmapa-Konflikt kontrovers öffentlich diskutiert.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Darstellung der Geschichte Tibets[Bearbeiten]

Kritiker werfen Tendzin Gyatsho vor, dass er die Zustände im damaligen Tibet heute noch idealisiert darstelle.[34] Den Kritikern zufolge habe den lamaistischen Mönchen zusammen mit einer kleinen Adelsschicht aller Grund und Boden gehört;[2] es habe Leibeigene und Sklaven gegeben,[35] die von einer Mönchspolizei überwacht worden seien. Auch verstümmelnde Körperstrafen seien häufig gewesen.

Dieser auch von den chinesischen Behörden verbreiteten Darstellung[36] widerspricht die tibetische Exilregierung. Es sei „nicht korrekt, die alte tibetische Gesellschaft als Feudalgesellschaft oder Sklavensystem zu bezeichnen“. Tatsächlich sei Tibet „vor der Invasion wesentlich egalitärer als die meisten anderen asiatischen Länder in dieser Zeit“ gewesen.[37]

Autonomie-Forderung, Separatismus-Vorwurf[Bearbeiten]

Tendzin Gyatsho setzt sich für die Autonomie Tibets innerhalb der Volksrepublik China ein, was von den Machthabern als Separatismus bezeichnet wird. Am 10. März 1963 verkündete der 14. Dalai Lama eine an demokratischen Prinzipien orientierte Verfassung für die tibetische Exilregierung, die ihn, bis zum Rücktritt, 2011, als Staatsoberhaupt betrachtete. Vielen Tibetern geht die Forderung Tendzin Gyatsos nach Autonomie nicht weit genug, sie fordern die volle Unabhängigkeit Tibets.[38]

Nuklearrüstung[Bearbeiten]

In der Frage der nuklearen Bewaffnung Indiens brachte er wiederholt sein Bedauern über diese Entwicklung zum Ausdruck. 1998, nach unterirdischen Kernwaffentests in Indien und im Jahr der ersten Tests in Pakistan, rief er zu einer weltweiten Eliminierung aller Kernwaffen auf und verwies dabei auch auf entsprechende Aussagen der Führung der Volksrepublik China. Zugleich vertrat er den Standpunkt, es sei undemokratisch, wenn andere große Länder für sich das Recht in Anspruch nehmen Kernwaffen zu besitzen, aber von Ländern wie Indien fordern, auf diese Waffen zu verzichten.[39]

2005 erklärte er in einer Rede, Krieg sei „veraltet“ („out of date“), und das Ziel eine demilitarisierte Welt.[40] Er ist Unterstützer der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN).[41] Während des Wahlkampfs zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008 unterstützte er einen Appell an die Kandidaten, sich im Fall ihrer Wahl für nukleare Abrüstung einzusetzen.[42] 2009 war er Mitunterzeichner einer von 17 Nobelpreisträgern an US-Präsident Barack Obama gerichteten Petition zum Verzicht auf Kernwaffen.[43]

Vergabe von Posten[Bearbeiten]

Anleitung: Neutraler Standpunkt Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.

Angehörige der Familie Tendzin Gyatshos bekleideten hohe Ämter. Im Jahr 2007 waren drei von sechs Mitglieder des Kashag, der höchsten Regierungsinstitution des tibetischen Exilregierung, nahe Verwandte des Dalai Lama. Ein älterer Bruder, der bereits in den 1960er Jahren die von der CIA gestützte Guerilla-Bewegung geführt hatte, diente als Vorsitzender des Kabinetts und Sicherheitsminister. Leiterin des Gesundheitsministeriums und Vorsitzende der Planungskommission der Exilregierung war eine Schwägerin des Dalai Lama. Eine jüngere Schwester diente als Ministerin für Gesundheit und Erziehung, ihr Mann als Leiter des Ministeriums für Information und internationale Beziehungen. Ihre gemeinsame Tochter war Mitglied des Parlaments. Ein jüngerer Bruder Tendzin Gyatshos diente als Mitarbeiter des persönlichen Büros des Dalai Lama, seine Frau als Erziehungsministerin. Die Vertreterin der Exilregierung für Nordeuropa und Leiterin war die zweite Ehefrau eines Schwagers und diente ebenfalls als Leiterin der internationalen Beziehungen. In der Vergangenheit wurde in diesem Zusammenhang der Vorwurf des Nepotismus erhoben.[44]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Der 14. Dalai Lama engagiert sich bereits seit den 1960er Jahren für die Arbeiten der SOS-Kinderdörfer. Ausgangspunkt waren die tibetischen Flüchtlingskinder, die in Indien zu diesem Zeitpunkt großen Bedarf an Zufluchtsorten hatten.[45]

Auch im Kampf gegen den Walfang bezieht der 14. Dalai Lama Stellung, er ist Unterstützer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd.[46]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Tendzin Gyatsho erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Friedensnobelpreis, verliehen am 10. Dezember 1989 in Oslo.

Im deutschsprachigen Raum wurde er mit folgenden Ehren ausgezeichnet:

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Einführungen und Grundlagen[Bearbeiten]

  • Die Lehren des tibetischen Buddhismus. Goldmann, München 1998, ISBN 3-442-21539-0
  • Die Vier Edlen Wahrheiten – Die Grundlage buddhistischer Praxis. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14973-8
  • Einführung in den Buddhismus – Die Harvard-Vorlesungen. Herder, Freiburg 2000, ISBN 3-451-04946-5
  • Dalai Lama, Felizitas von Schönborn: Mitgefühl und Weisheit – Ein Gespräch mit Felizitas von Schönborn. Diogenes, Zürich 2004, ISBN 978-3-257-06397-4
  • Die Weisheit des Herzens. Goldmann, München 2004, ISBN 3-442-21686-9

Einzelaspekte[Bearbeiten]

Verbindung zur westlichen Wissenschaft[Bearbeiten]

  • Die Welt in einem einzigen Atom – Meine Reise durch Wissenschaft und Buddhismus. Theseus Verlag, 2005, ISBN 3-89620-270-7
  • Dalai Lama, Laurens van den Muyzenberg: Führen, gestalten, bewegen: Werte und Weisheit für eine globalisierte Welt. Aus dem Engl. von Jürgen Neubauer. Campus, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-593-38687-4

Autobiographische Schriften[Bearbeiten]

  • Das Buch der Freiheit. Die Autobiographie des Friedensnobelpreisträgers. 14. Auflage. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2004, ISBN 3-404-61239-6

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel Goleman: Dialog mit dem Dalai Lama: Wie wir destruktive Emotionen überwinden können. Dtv, 2005, ISBN 3-423-34207-2
  • Manuel Bauer u. a.: Unterwegs für den Frieden. DVA 2005, ISBN 3-421-05873-3
  • Gilles van Grasdorff: Der Dalai Lama. Die Biographie. 2. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2004, ISBN 3-502-61133-5
  • Claude B. Levenson: Dalai-Lama. Die autorisierte Biographie des Nobelpreisträgers. Patmos Verlag 2004, ISBN 3-491-69415-9
  • Sabine Wiegand: Dalai Lama XIV. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50673-4
  • John Kenneth Knaus: Orphans of the Cold War - America and the Tibetan Struggle for Survival, PublicAffairs 2000, ISBN 978-1-891620-85-0

Filme[Bearbeiten]

  • Martin Scorsese: Kundun, 1997
  • Jean-Jacques Annaud: Sieben Jahre in Tibet, 1997. Verfilmung des gleichnamigen Buches von Heinrich Harrer.
  • Albert Knechtel und Thea Mohr: Ein Leben für Tibet, 2005. Ein Porträt des 14. Dalai Lama.
  • Focus TV Reportage von Gabor Harrach: Kommt ein Gott auf Besuch… über die Dalai Lama Großveranstaltung 2009 in Frankfurt.[47]
  • Rick Ray: 10 Fragen an den Dalai Lama, USA 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tenzin Gyatso, 14th Dalai Lama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Interview mit Jetsun Pema. In: Berliner Zeitung, 10./11./12. Mai 2008, Magazin
  2. a b  Wie das Orakel meint. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1959, S. 34 (online).
  3. In Tibet nutzte man damals den Abakus, und Harrer berichtet, mit der westlichen Methode häufig langsamer gewesen zu sein.
  4. Tsering Shakya: The genesis of the Sino-Tibetan agreement of 1951. In: Alex McKay: The History of Tibet – The Modern Period: 1895–1959. The Encounter with Modernity. Routledge 2003, ISBN 0-415-30844-5, S. 603; A. Tom Grunfeld: The Making of Modern Tibet. M. E. Sharpe 1996, ISBN 1-56324-714-3, S. 113; Stephan Haas: Die Tibetfrage – Eine Analyse der Gründe und der Rechtmäßigkeit des chinesischen Einmarsches in Tibet 1950/1951. LIT Verlag, 1997, ISBN 3-8258-2872-7; Jin Hui etc. (Hrsg.): Dokumente und Illustrationen zur Sozialgeschichte Tibets. China Intercontinental Press, Peking 1995, ISBN 7-80113-026-X, S. 46.
  5. FACTS ABOUT THE 17-POINT "Agreement" Between Tibet and China (PDF-Datei; 2,7 MB), Part One: "The 17-Point Agreement" - The full story as revealed by the Tibetans and Chinese who were involved. DIIR Publications 2001
  6. Melvyn Goldstein: A History of Modern Tibet. The Calm Before the Storm: 1951–1955. University of California Press 2007, ISBN 0-520-24941-0, S. 478; Patricia Cronin Marcello: The Dalai Lama. A Biography. Greenwood 2003, ISBN 0-313-32207-4, S. 73.
  7. Melvyn Goldstein: A History of Modern Tibet. The Calm Before the Storm: 1951–1955. University of California Press 2007, ISBN 0-520-24941-0, S. 479.
  8. Jin Hui etc. (Hrsg.): Dokumente und Illustrationen zur Sozialgeschichte Tibets. China Intercontinental Press, Peking 1995, ISBN 7-80113-026-X, S. 42.
  9. A. Tom Grunfeld: The Making of Modern Tibet. M. E. Sharpe 1996, ISBN 1-56324-714-3, S. 116; deutsche Übersetzung in Anna Louise Strong: Tibetische Interviews. Verlag Neue Welt, Peking 1961 (Titel der Originalausgabe: Tibetan Interviews. Deutsch von Senta Lewin), S. 78; Tibetisches Original, chinesische und englische Übersetzung in: Xīzàng zìzhìqū dàng’ànguǎn 西藏自治区档案馆 (Hrsg.): Xīzàng lìshǐ dàng’àn huìcuì 西藏历史档案荟粹. Wénwù chūbǎnshè 文物出版社, Peking 1995, ISBN 7-5010-0876-0.
  10. rtag brtan mi ’gyur pho brang རྟག་བརྟན་མི་འགྱུར་ཕོ་བྲང། / Dádàn Míngjiǔ Pōzhāng 达旦明久颇.
  11. Gyurme Dorje: Tibet Handbook. Footprint 1999, ISBN 1-900949-33-4, S. 108; Kai Nieper, Hans-Wilm Schütte: China. Dumont 2004, ISBN 3-8297-0117-9, S. 128.
  12. Patricia Cronin Marcello: The Dalai Lama. A Biography. Greenwood 2003, ISBN 0-313-32207-4, S. 76.
  13. Dokumente und Illustrationen zur Sozialgeschichte Tibets. China Intercontinental Press, Peking 1995, ISBN 7-80113-026-X, S. 42.
  14. Info zum Wissenschaftskongress Einheit in der Dualität
  15. Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1989 an Tenzin Gyatso (englisch)
  16. a b ARD/Panorama: Der Dalai Lama und die CIA, 7. Juni 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012)
  17. vgl. Foreign Relations of the United States, 1964-1968, Volume XXX, China, Document 371, Department of State, Washington, DC, online unter Foreign Relations of the United States - 1964-1968, Volume XXX, China (abgerufen am 10. Juni 2012)
  18. a b Financial Times Deutschland: Flecken auf den Lebenslauf - Der Dalai Lama und die Nähe zur CIA (Version vom 10. Juni 2012 im Internet Archive), 9. Juni 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012)
  19. Flecken auf den Lebenslauf - Der Dalai Lama und die Nähe zur CIA ftd.de, 9. Juni 2012 (Version vom 10. Juni 2012 im Internet Archive), abgerufen am 10. Juni 2012.
  20. The New York Times: World News Briefs; Dalai Lama Group Says It Got Money From C.I.A., 2. Oktober 1998, abgerufen am 10. Juni 2012.
  21. CIA-Ausbilder in Tibet Dilemma auf dem Dach der Welt spiegel.de, 9. Juni 2012, abgerufen am 10. Juni 2012.
  22. Der Spiegel: Nirvana in Schneverdingen, 2. November 1998
  23. Gusenbauer verteidigt Begegnung mit dem Dalai Lama, derStandard.at, 24. September 2007. Abgerufen am 25. September 2011.
  24. Der Dalai Lama in Münster 20./21. September 2007 (Version vom 8. Januar 2009 im Internet Archive) uni-muenster.de
  25. Des Dalai Lamas heitere Mahnungen. In: Westfälische Nachrichten, 21. September 2007
  26. China protests as Germany's Merkel meets Dalai Lama; AFP, BERLIN 24. September 2007
  27. Tibet Initiative Deutschland; Dalai Lama kommt im Mai 2008 nach Deutschland
  28. Apple drops Dalai Lama from ad campaign brandrepublic.com, 15. April 1998 (aufgerufen am 10. Juni 2012).
  29. Apple drops Dalai Lama from ad campaign brandrepublic.com, 15. April 1998 (aufgerufen am 10. Juni 2012).
  30. Apple Removes the Dalai Lama From Its Ads in Hong Kong nytimes.com, 17. April 1998 (aufgerufen 10. Juni 2012).
  31. Homepage Tibetan Youth Congress (aufgerufen 15. April 2011)
  32. Tagesschau.de: Dalai Lama leitet politischen Rückzug ein vom 14. März 2011 (abgerufen am 4. April 2011)
  33. vgl. Neues politisches Oberhaupt der Exil-Tibeter – Ein Harvard-Professor als Hoffnungsträger (Version vom 30. April 2011 im Internet Archive) bei tagesschau.de, 27. April 2011 (aufgerufen am 27. April 2011).
  34. NDR Panorama, Sendung vom 20. November 1997
  35. Frank Bessac: This Was the Perilous Trek to Tragedy. In: Life, 13. November 1950, S. 130–136
  36. fmprc.gov.cn
  37. igfm-muenchen.de (PDF; 42 kB)
  38. tibet.de
  39. Canada Tibet Committee: Dalai Lama says he's sad over India's nuclear testing (MJS), 14. mai 1998
  40. The New York Times: With Disarming Humor, the Dalai Lama Tackles Weapons and War, 26. September 2005
  41. Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen: The Dalai Lama supports ICAN, 2008
  42. The Huffington Post: The Dalai Lama Sends Message to White House, 26. Juni 2008
  43. wagingpeace.org: Nobel Laureates Call for the Abolition of Nuclear Weapons, 26. September 2009
  44. Behind Dalai Lama's holy cloak theage.com.au 23. Mai 2007, abgerufen am 10. Juni 2012
  45. Dalai Lama und die SOS-Kinderdörfer
  46. seashepherd.org
  47. Focus TV Reportage/Kommt ein Gott auf Besuch…; eingesehen am 13. August 2009
Tendzin Gyatsho (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Tenzin Gyatsho, Tenzin Gyatso, Tänzin Gyatso, chin.: 丹增嘉措, Dānzēng Jiācuò