Buddhismus in der Mongolei

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Das Gandan-Kloster ist das bedeutendste Kloster in der Mongolei

Der Buddhismus in der Mongolei untersteht dem tibetischen Lamaismus, dessen Verbreitung in ganz Zentralasien wiederum auf Mongolen zurückzuführen ist. In einigen mongolischen Regionen beinhaltet die tibetische Gelug geringe Elemente des Schamanismus.[1]

Ab dem 16. Jahrhundert breitete sich der Buddhismus in der Mongolei zur Staatsreligion aus. Im 20. Jahrhundert wurden bis zu den Revolutionen im Jahr 1989 sowohl der Lamaismus als auch schamanistische Praktiken staatlicherseits teils ausgerottet, teils an den Rand gedrängt. Seit 1990 findet eine starke Wiederbelebung statt, bei der sich der Buddhismus zunehmend auch zu einem Symbol eines erstarkenden Nationalbewusstseins der Mongolen entwickelt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Buddhismus kam im 13. Jahrhundert im Zuge der Ausweitung des Mongolischen Reiches auf chinesischem und tibetischem Gebiet in die Mongolei. Zwischen 1206 und 1207 drang Dschinghis Khan mit seinen Truppen bis in die Berge Tibets vor und gliederte ganz China in das mongolische Imperium ein. Mitte des 13. Jahrhunderts bestieg Kublai Khan, ein Enkel Dschinghis Khans, den mongolisch-chinesischen Kaiserthron, der eine Affinität für die tibetischen Geistlichen gewann. Damit begann eine enge Verzahnung zwischen Tibet und den mongolischen Dynastien, die Jahrhunderte währen sollte.[3]

Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleine Statue von Dsanabadsar
Panoramazeichnung von Urga, 1913

Beeindruckt von der buddhistischen Lehre, die ihnen der tibetische Mönch Chögyel Phagpa vermittelte, begannen die Mongolen den Glauben langsam aufzunehmen. Möngke Khan, ein weiterer Enkel Dschinghis Khans, erkannte Phagpa offiziell als geistlichen Führer an und zeichnete ihn mit dem Titel Lehrer des Reiches aus. 1578 verlieh Altan Khan, der mongolische Schützer des Khan-Reiches, den damaligen Führer der Gelug, Sonam Gyatso, den Titel des Dalai Lama (Ozean des Wissens). In enger Zusammenarbeit mit dem mongolischen Fürsten Gushri Khan gelang es schließlich dem 5. Dalai Lama, Ngawang Lobsang Gyatso, im 17. Jahrhundert ganz Tibet und die Mongolei auf Grundlage der Vajrayana religiös zu vereinen.[4]

Zum geistigen Zentrum im Hochland von Tibet entwickelte sich Lhasa und im Mongolischen Hochland zunächst Köke Qota, das heutige Hohhot, in der Inneren Mongolei. Die erste mongolische Klosteranlage wurde 1586 in Karakorum errichtet. Zu dieser Zeit verbreitete sich der Buddhismus in der Mongolei langsam. Erst im frühen 17. Jahrhundert konnte landesweit eine nachhaltige Wirkung erzielt werden. Ab zirka 1620 bildete sich in der Äußeren Mongolei (in früheren Zeiten auch Khalkha, Chalcha genannt) und der Inneren Mongolei eine starke zusammengehörende Kaste von Lamas und Mönchen, welche die unmittelbare Anwesenheit eines Trülku (lebenden Buddas) in Urga, dem heutigen Ulaanbaatar, präferierten. Tibet war zu weit entfernt, schwer erreichbar, außerdem sollte das geistliche Oberhaupt der Mongolen unabhängig und unbeeinflusst von lokalen Interessen in Lhasa sein. Dabei hofften die mongolischen Mönche, dass der Dalai Lama nach Urga übersiedeln könne. Das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten lehnte dies ab, willigte jedoch der Reinkarnation eines unabhängigen mongolischen Hutuktus ein.[5]

Die erstmalige Wahl traf den fünfjährigen Sohn des Tüsiyetü Khan Gombodorz, der 1640 unter dem Namen Lobsang Dsanabadsar ordiniert, zum Öndör Gegeen (Großer Erleuchteter) ausgerufen und vom Dalai Lama als Auserwählter im Alter von 15 Jahren den Ehrentitel Jebtsundamba Khutukhtu verliehen bekam. Dieses geistliche Oberhaupt der mongolischen Buddhisten wurde bald als Heiliger verehrt, und seine Sukzessionslinie lebt bis heute fort.[6]

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Buddhismus in der Mongolei zu einer alles bestimmenden und dominierenden Macht. Die Grundlage des inneren Aufbaus, sowohl auf religiöser und weltlicher Ebene, bildeten auch in der Mongolei die in China seit dem 17. Jahrhundert üblichen Acht Banner. Insgesamt gab es auf der Mongolischen Hochebene bis 1928 acht Aimags (Bezirke), davon vier in der Äußeren Mongolei und vier in der Inneren Mongolei, die wiederum in Hosuns (Kreise, später ebenfalls Banner genannt) mit mehreren Sum (Gemeinden) eingeteilt waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts existierten in der Äußeren Mongolei 85 Hosuns, in denen im Durchschnitt jeweils 4.000 Menschen lebten.[7] Der am dichtesten bevölkerte Aimag war Sain-Noyan. In jedem Aimag amtierte ein Khan. Dieser war ebenfalls ein Hutuktu und dem Jebtsundamba Khutukhtu unterstellt.[8]

Fast jede Sum hatte ein Kloster. Allein auf dem Gebiet der heutigen Mongolei (Staat) wurden 1918 noch 2.648 Klöster, einschließlich Nonnenklöster und Kapellen, gezählt.[9] Zu dieser Zeit lebten in der Äußeren Mongolei weniger als 500.000 Menschen auf einer Gesamtfläche von rund 1,8 Millionen Quadratkilometern. In einigen Aimags waren 70 Prozent der Einwohner Mönche, landesweit durchschnittlich 45 Prozent. Die größte Gruppe in der Äußeren Mongolei stellten die Nomaden mit 49 Prozent dar. Sie lebten in Jurten, deren Anzahl 1918 mit maximal 125.000 (Haushalte) angegeben wird.[10]

Besonders die Äußere Mongolei zählte zu den religiösesten Regionen der Welt.[11] Die Einwohnerzahl in Urga betrug um 1900 rund 25.000, wovon 14.000 Mönche waren. Im eigentlichen Sinne bestand die Hauptstadt seit dem 17. Jahrhundert aus drei Städten: einer russischen Kolonie, einer chinesischen und der inneren buddhistischen Klosterstadt. Der Bevölkerungszuwachs war in allen Teilen der Mongolei über Jahrhunderte sehr gering. Hintergrund: Die Geistlichen hatten das Bodhisattva-Gelübde abzulegen, und damit galt für fast die Hälfte der Bevölkerung ein sexuelles Enthaltsamkeitsgebot nebst Eheverbot. Dennoch war es bei mongolischen Familien unverändert Sitte, dass sie zumindest einen, in der Regel zwei, ihrer Söhne in ein Kloster gaben. Hier erhielten die Jungen als Bandi (Novizen) eine klassische Ausbildung, welche die lamaistische Lehre, Schreiben, Rechnen, aber auch weltliche Themen umfasste. Damit besaßen alle Geistlichen, trotz des Mönchgelübdes, ab Beginn ihres Klostereintritts im Vergleich zu anderen Bevölkerungsschichten Privilegien. Denn neben der kostenlosen Ausbildung, Verpflegung, Unterkunft, brauchten Mönche zeit ihres Lebens nicht arbeiten und auch keine Steuern bezahlen.[12]

Katastrophe im 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen des in den 1930er Jahren zerstörten Mandsushir-Klosters

Bis zum zwanzigsten Jahrhundert war der Buddhismus Teil der mongolischen Kultur, und die Bevölkerung unterstützte bereitwillig Lamas und Klöster. Jedoch begann schon Ende des 17. Jahrhunderts Russland seine geopolitische Interessensphäre in Zentralasien auszudehnen. 1727 musste China im ersten Vertrag von Kjachta der Errichtung eines russischen Konsulats in Urga sowie der Öffnung eines Grenzhandels zustimmen. In den folgenden einhundert Jahren nahm der Einfluss des Russischen Kaiserreich in der Äußeren Mongolei spürbar zu. Ab 1813 begann „The Great Game“, der Kampf zwischen Großbritannien und Russland um die Vorherrschaft in Zentralasien.[13]

Vor allem in der Mongolei hatte Russland ein leichtes Spiel. Die Bevölkerung identifizierte sich nicht als Mongolen, ein Nationalcharakter fehlte. Das verbindende Element war nicht eine Ethnie, ein Khanat oder gar der Staat, sondern einzig und allein der Buddhismus.[14] So äußerte sich der russische Konsul Schischmarew bei einem Besuch des englischen Orientalisten Alexander Hosie 1863 in Urga folgendermaßen:

„Die Mongolei wünscht schon lange, in den russischen Untertanenverband zu treten und wartet nur auf eine günstige Gelegenheit. Wenn der rechte Augenblick gekommen ist, wird Russland auch hier zugreifen, und der Wechsel wird ohne große Umstände vor sich gehen. Die Mongolen bekommen den einen Herrscher statt des anderen, ihnen ist es einerlei wer König ist.“[15]

Tatsächlich entwickelte sich das russische Konsulat in Urga zu einem „Hort der Intrigen“.[16] Mit Widerstand musste das Russische Kaiserreich nicht rechnen. Einerseits war bekannt, dass der tibetische Lamaismus jegliches Töten von Lebewesen, und damit Gewalt und Krieg ablehnt, andererseits stand spätestens ab 1907 der 8. Jebtsundamba Khutukhtu, der von der Wiedererrichtung eines Mongolischen Großreichs träumte, „ganz unter dem Einfluss des russischen Geldes“.[17]

Folglich ernannte sich das geistige Oberhaupt der mongolischen Buddhisten 1911 im Zuge der Xinhai-Revolution zum Bogd Khan, dem Herrscher der Äußeren Mongolei, und rief, finanziell und militärisch von Russland unterstützt, die Unabhängigkeit der damals nördlichsten chinesischen Provinz aus.[18] Enttäuscht darüber, dass kein einziges Land die Sezession anerkannte, selbst Russland nicht, besiegelte der zweite Vertrag von Kjachta 1915 das Ende seiner Träume. Hiernach wurde ihm als offizieller Titel „Hutuktu der Äußeren Mongolei“ zugestanden, womit er als geistliches Oberhaupt sämtliche Einflüsse in der Inneren Mongolei verlor.[19]

1920/21 besetzten Truppen der russischen Weißen Armee die Mongolei und riefen am 13. März 1921 eine unabhängige Monarchie aus, mit Bogd Khan als nominellem Staatsoberhaupt.[20] Kurz darauf eroberte die sowjetische Rote Armee Urga und etablierte eine Marionettenregierung. Als Staatsoberhaupt und religiöses Oberhaupt wurde der Bogd Khan belassen, womit nach Ansicht verschiedener Historiker, die Bolschewiki den Eindruck von Kontinuität und Rechtsnachfolge erzeugen wollten, um das neue Regime und seinen Anspruch auf die Unabhängigkeit des Landes von China auch nach außen zu rechtfertigen.[21][22] Nach seinem Tod, er starb am 20. Mai 1924, entstand als sowjetischer Satellitenstaat die Mongolische Volksrepublik. Eine Reinkarnation des Jebtsundamba Khutukhtu erlaubte die Sowjetunion nicht.[23]

Ab 1928 begannen die stalinistischen Terroraktionen in der Mongolei, deren Ziele die vollständige Vernichtung des Buddhismus sowie eine rigorose Umerziehung der Mongolen waren.[24] 1934 zählte die Partei rund 2.000 Tempelanlagen und 843 Klöster. Davon existierten 1937 nachweislich noch 735. Von diesen hatte der sowjetische GPU in Vorbereitung der kompletten Zerstörung eine Liste anfertigt, die neben dem genauen Standort und der Bezeichnung sogar Gründungsdaten enthielt.[25] Bis auf vier wurden alle Klöster zerstört und ihre Insassen fast ausnahmslos erschossen. Gleichzeitig vernichteten Stalins Handlanger die reichen Zeugnisse des mongolischen Kunsthandwerkes und verbrannten das meiste Schrifttum. Unersetzliche Werte des mongolischen kulturellen Erbes gingen für immer verloren.[26][27]

Die Zahl der Opfer wird mit 35.000 bis 36.000 Toten beziffert. Insgesamt geht die Forschung von mehr als 100.000 Verfolgten aus, sehr wahrscheinlich sind die Opferzahlen deutlich höher.[28] Besonders betroffen waren die Mönche - und damit kann von dem Staatsterror zwischen 1937 und 1940 kaum eine Familie verschont geblieben sein. 1938, auf dem Höhepunkt der Verfolgungen, wurden nachweislich 17.000 Mönche hingerichtet. Über den Verbleib der übrigen Mönche, 1935 soll der Anteil an der erwachsenen männlichen Bevölkerung 48 Prozent betragen haben, liegen keinerlei Erkenntnisse vor.[29]

Als einziges wurde 1944 Jahre das Gandan-Kloster wiedereröffnet. Es diente als lebendes Museum und Touristenattraktion. Zu den geistlichen Insassen zählten wenige junge Männer. Einige betagte ehemalige Mönche erhielten den Auftrag, tibetische Handbücher über Kräuter und traditionelle Medizin zu übersetzen. Regierungssprecher bezeichneten die Mönche des Gandan-Klosters als nun "nützliche Arbeiten Verrichtende".

Wiederbelebung und Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes mongolisches Kloster Erdene Dsuu bei Karakorum, gebaut 1586.
Kloster in Tsetserleg

Forscher, wie der mongolische Historiker Batsaikhan Ookhnoi oder die deutsche Ethnologin Amélie Schenk, stellten nach 1990 fest, dass der lamaistische Glaube bei vielen Mongolen während der kommunistischen Herrschaft niemals erloschen gewesen sei. So wird über Parteifunktionäre berichtet, die offiziell die Religion verdammten, insgeheim aber die alten buddhistischen Schriften studierten. Genauso handelte ein großer Teil der Bevölkerung: Lamas zelebrierten Totenzeremonien, Schamanen wandten die alten Heilmethoden an und stellten selbst Arzneimittel auf Kräuterbasis her, Astrologen führten ihre Berechnungen durch, - und das alles entweder nachts oder irgendwo unter freiem Himmel, weitab von Siedlungen. Viele einfache Menschen holten, wenn sie sich unbeobachtet glaubten, aus einer versteckten Kiste alte religiöse Schriftrollen hervor, die sie rezitierten. Kaum etwas drang nach draußen, zumindest offizielle Stellen taten so, als wenn sich das Land der alten Herrschaftsstrukturen und seiner Religion vollkommen entledigt hätte. Aber selbst politische Kader gaben nach 1990 an, dass sie Wahrsager und Astrologen konsultierten. Das Ganze gipfelte in einem Bekenntnis des ehemaligen Generalsekretärs der Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MRVP), der 1991 den Dalai Lama bei einem Besuch in der Mongolei als einen der wichtigsten Relegionsvertreter der Gegenwart bezeichnete.[30][31]

Schlagartig setzte nach den Revolutionen im Jahr 1989 eine rasante Wiedergeburt des Buddhismus in der Mongolei ein. In Erdene Dsuu, wo auf dem Trümmerfeld der ehemaligen Hauptstadt Karakorum 1586 die erste mongolische Klosteranlage erbaut worden war, gaben 40 Männer, zwischen 65 und 95 Jahre alt, 1990 das Startsignal: sie zogen in Klosterruinen ein, führten einen Tempel seiner ursprünglichen Bestimmung zu, und nahmen das alltägliche Lesen von Ritualtexten wieder auf. Die Nachricht von der Wiedereröffnung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Das Kloster Amarbajasgalan, restauriert mit Hilfe tibetischer Mönche aus Indien, öffnete als nächstes seine Pforten. Überall sammelten sich nun an Orten, wo früher ein Kloster stand, ehemalige Lamas, jene, die den stalinistischen Säuberungen entkamen, und begannen mit dem Wiederaufbau. In vielen Fällen halfen alte Mönche aus China mit, welche in den 1930er Jahren insbesondere nach Tibet oder in die Innere Mongolei geflohen waren.[32]

Allein zwischen 1990 und 2003 wurden landesweit über 150 Klöster wieder aufgebaut und eingerichtet. Überall spendete die Bevölkerung bereitwillig Ritualgegenstände, Statuen, Thangkas und alte Bücher, die sie all die Jahre vor dem Zugriff des Staates gehütet hatten. Zahlreiche Schriften und religiöse Gegenstände, die Mönche kurz vor den Terrorwellen vergraben oder in den Bergen versteckt hatten, tauchten wieder auf. Großzügige Geldspenden kamen vor allem aus China und Indien. Ortsansässige MRVP-Funktionäre und Verwaltungsbeamte unterstützten ebenfalls, indem sie Transportmittel, Benzin, Land oder selbstgenutzte Gebäude ehemaliger Klosteranlagen abtraten. Den ersten Unterricht erhielten jüngere Mönche von alten Lamas, die keineswegs Tibetisch, Liturgie und die buddhistische Handwerkskunst verlernt hatten. Kurze Zeit später wurden vermehrt junge mongolische Mönche zur Schulung in die Tibeterkolonie des südindischen Mysore, nach Sarnath und nach Dharamsala entsandt.[33][34]

Bereits 1991 wurde Jampel Namdröl Chökyi Gyeltshen, der im Exil in Indien lebte, vom 14. Dalai Lama als 9. Jebtsundamba Khutukhtu der Mongolei öffentlich bestätigt. Im Juli 1999 gelang es ihm, mit einem Touristenvisum erstmals in seinem Leben in die Mongolei zu reisen. Er wurde von den mongolischen Lamas und Mönchen als ihr Oberhaupt empfangen und im Gandan-Kloster nochmals offiziell inthronisiert. 2009 konnte er erneut in die Mongolei einreisen und erhielt die mongolische Staatsbürgerschaft. Er starb 2012 in Ulaanbaatar. Am 23. November 2016 teilte der Dalai Lama bei einem Besuch in der Mongolei mit, dass der 10. Jebtsundamba Khutukhtu wiedergeboren sei und der Prozess zur Identifizierung begonnen habe.[35]

Bei steigender Tendenz gehören derzeit (Stand: 2017) rund 62 Prozent der mongolischen Bevölkerung erneut einer Religionsgemeinschaft an, wovon sich 91,6 Prozent zum Lamaismus bekennen.[36][37]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Jerryson: Mongolian Buddhism: The Rise and Fall of the Sangha. Silkworm, Chiang Mai 2007.
  • Owen Lattimore, Fujiko Isono: The Diluv Khutagt: Memoirs and autobiography of a Mongol buddhist reincarnation in religion and revolution. Harrassowitz, Wiesbaden 1982
  • Larry William Moses: The Political Role of Mongol Buddhism. Indiana University Uralic Altaic Series, Bd. 133, Asian Studies Research Institute, Indiana University, Bloomington, Indiana, 1977
  • Spätformen des zentralasiatischen Buddhismus: die altuigurische Sitātapatrā-dhāraṇi. Hrsg., übers. und komm. von Klaus Röhrborn und Andras Róna-Tas. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005.
  • Giuseppe Tucci, Walther Heissig: Die Religionen Tibets und der Mongolei. W. Kohlhammer, Stuttgart 1970.
  • Vesna A. Wallace (Hrsg.): Buddhism in Mongolian History, Culture, and Society. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-1902-6693-6
  • Michael Weiers (Hrsg.): Die Mongolen. Beiträge zu ihrer Geschichte und Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Porsche-Ludwig, Jürgen Bellers: Religion in der Mongolei. Verlag Traugott Bautz, 2013, S. 11.
  2. Anna-Katharina Plach: Mongolische Familien und die Neufindung ihrer Tradition. LIT Verlag, Münster 2012, S. 58.
  3. Robert Bleichsteiner: Die gelbe Kirche. Mysterien der buddhistischen Klöster in Indien, Tibet, Mongolei und China. Belf Verlag, 1937, S. 21. f.
  4. Robert Bleichsteiner: Die gelbe Kirche. Mysterien der buddhistischen Klöster in Indien, Tibet, Mongolei und China. Belf Verlag, 1937, S. 21. f.
  5. Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926, S. 159 f.
  6. Markus Porsche-Ludwig, Jürgen Bellers: Religion in der Mongolei. Verlag Traugott Bautz, 2013, S. 11.
  7. Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926, S. 51.
  8. Michael Weiers: Die Mongolen. Beiträge zu ihrer Geschichte und Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1986, S. 416.
  9. Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926, S. 52.
  10. Iwan Jakowlewitsch Korostovetz: Von Cinggis Khan zur Sowjetrepublik. Eine kurze Geschichte der Mongolei unter besonderer Berücksichtigung der neuesten Zeit. Walter de Gruyter, 1926, S. 51.
  11. Ina-Maria Greverus: Ästhetische Orte und Zeichen. Wege zu einer ästhetischen Anthropologie. LIT Verlag Münster, 2005, S. 246.
  12. Christian Koller: Kollektivierte Nomaden: Die Gründung der Volksrepublik Mongolei vor 85 Jahren. in: Rote Revue – Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur 86/3, 2009. S. 31.
  13. Bat-Erdeniin Batbayar: History of Mongolia. Monsudar Pub, 1999, S. 75 f.
  14. Florian C. Reiter: Grundelemente und Tendenzen des Religiösen Taoismus. Das Spannungsverhältnis von Integration und Individualität. Franz Steiner Verlag, 1988, S. 137.
  15. Allgemeine Zeitung München: Ein Aufstand in der Mongolei. Allgemeine Zeitung München, Nr. 156, S. 2494 vom 5. Juni 1870.
  16. Gavin Hambly: Fischer Weltgeschichte. Band 16. Zentralasien. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1966, S. 245.
  17. Hermann von Staden: Geist des Ostens. Band 1. Deutsche Gesellschaft für Kunde des Ostens München, 1913, S. 24.
  18. M. G. Tornovsky: Events in Mongolia-Khalkha in 1920–1921. In: Legendarnyi Baron. Neizvestnye Stranitsy Grazhdanskoi Voiny. Moscow KMK Sci. Press, 2004, S. 181.
  19. Uradyn E. Bulag, Hildegard Diemberger: The Mongolia-Tibet Interface. International Association for Tibetan Studies, Oxford 2003. BRILL, 2007, S. 23 f.
  20. James Palmer: Der blutige weiße Baron. Die Geschichte eines Adligen, der zum letzten Khan der Mongolei wurde. Eichborn, 2010, S. 26 f.
  21. Udo B. Barkmann: Landnutzung und historische Rahmenbedingungen in der Äusseren Mongolei/Mongolischen Volksrepublik (1691–1940). National Museum of Ethnology Osaka, 2000, S. 51.
  22. Bat-Erdeniin Batbayar: History of Mongolia. Monsudar Pub, 1999, S. 225 f.
  23. Robert Storey, Chris Taylor, Clem Lindenmayer: North-East Asia. Lonely Planet Publications, 1995, S. 417.
  24. Michael Kohn: Mongolia. 4th Edition. Lonely Planet Publications, 2005, S. 63.
  25. Udo B. Barkmann: Landnutzung und historische Rahmenbedingungen in der Äusseren Mongolei/Mongolischen Volksrepublik (1691–1940). National Museum of Ethnology Osaka, 2000, S. 51.
  26. Marion Wisotzki, Ernst von Waldenfels, Erna Käppeli: Mongolei. Geschichte. Trescher Verlag, 2014, S. 66.
  27. Sunjid Dugar: Der Gleichheitsgrundsatz in Bezug auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz im deutschen und mongolischen Recht. Herbert Utz Verlag, 2009, S. 49.
  28. Daniel Schmückin, Raffaela Helf: Die Aufarbeitung hat begonnen. Politische Verfolgung in der sozialistischen Mongolei. in: Länderberichte, Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., Januar 2017, S. 1.
  29. ebenda.
  30. Ookhnoi Batsaikhan: The Last King of Mongolia. Bogdo Jebtsundamba Khutuktu. Ulaanbaatar Admon, 2008, S. 192 f.
  31. Amélie Schenk: Mongolei. Geschichte und Politik. C.H.Beck, 2003, S. 103 f.
  32. ebenda.
  33. Michael Jerryson: Mongolian Buddhism. The Rise and Fall of the Sangha. Silkworm, 2007, S. 72 f.
  34. Vesna A. Wallace: Buddhism in Mongolian History, Culture and Society. Oxford University Press, 2015, S. 51 f.
  35. M. A. Aldrich: The Dalai Lama in Mongolia. Tournament of Shadows Reborn. The Diplomat Asia-Pacific vom 4. Dezember 2016, abgerufen am 29. Juli 2017
  36. Brian J. Grim u.a.: Yearbook of International Religious Demography 2010. Population and Housing Census of Mongolia. BRILL, 2014, S. 152.
  37. Die Religion in der Mongolei. Tour Mongolia Tourismuszentrale Ulaanbaatar, abgerufen am 22. Juli 2017.