Bojanowo

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Bojanowo
Wappen von Bojanowo
Bojanowo (Polen)
Bojanowo
Bojanowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Rawicz
Fläche: 2,34 km²
Geographische Lage: 51° 42′ N, 16° 45′ OKoordinaten: 51° 42′ 0″ N, 16° 45′ 0″ O
Einwohner: 2961
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 63-940
Telefonvorwahl: (+48) 65
Kfz-Kennzeichen: PRA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E261 BreslauPosen
Schienenweg: Breslau–Leszno
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 17 Schulzenämter
Fläche: 123,50 km²
Einwohner: 8903
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3022013
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Maciej Dubiel[2]
Adresse: Rynek 12
63-940 Bojanowo
Webpräsenz: www.gminabojanowo.pl



Bojanowo [bɔja'nɔvɔ] (deutsch ebenfalls Bojanowo, früher Bajanowe) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 8,8 °C bei einer jährlichen durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 650 mm.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bojanowo südlich der Stadt Posen und nordwestlich der Stadt Glogau auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. April 1638 erhielt Stefan Bojanowski auf Bärsdorf (bei Waldenburg) von Władysław IV. Wasa die Genehmigung zur Anlage einer Stadt nach Magdeburger Recht mit der Verpflichtung, eine evangelische Kirche zu errichten. Die Kirche wurde 1640 fertiggestellt. Bogusław Bojanowski, Sohn des Stadtgründers, legte 1663 eine neue Stadt neben der alten an und nannte sie nach seinem Namen Bogusławowo; für sie erhielt er am 20. August desselben Jahres von König Johann II. Kasimir das Stadtrecht.

Durch die Zweite Teilung Polens kam der Ort von 1793 bis 1807 vorübergehend an Preußen, wurde dann aber nach dem Frieden von Tilsit als Teil des Herzogtums Warschau wieder polnisch.

Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde Bojanowo 1815 erneut preußisch. Am 12. August 1857 zerstörte ein Brand die gesamte Stadt, 440 Häuser wurden zerstört und etwa 2.000 Menschen verloren ihr Obdach. 1860 wurde der Bau der evangelischen Kirche, heute katholisch, fertiggestellt. 1881 wurde eine Brauerei mit einer Kapazität von 2.000 Hektolitern pro Jahr eröffnet. 1900 wurde die Bahnstation errichtet.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam die Stadt im Januar 1920 erneut zu Polen. Die Grenze zu Deutschland verlief in etwa zwei Kilometern Entfernung.

Am 5. September 1939 wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt und am 8. Oktober 1939 vom Deutschen Reich annektiert. Mit der Anordnung über Ortsnamensänderung im Reichsgau Wartheland vom 18. Mai 1943 wurde die Stadt nach ihrem Ehrenbürger Heinrich Schmückert in Schmückert umbenannt.[4] Am 20. Januar 1945 flüchteten die Deutschen aus der Stadt vor der Roten Armee, die am 23. Januar einrückte und Bojanowo in polnische Verwaltung zurückgab.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaftsschule

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren etwa 80 Prozent der Einwohner Deutsche. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Wechsel der staatlichen Zugehörigkeit Bojanowos sank die Einwohnerzahl und die Bevölkerungsstruktur veränderte sich. Etwa 55,2 Prozent der Einwohner zählten sich zu den Deutschen und ca. 43,6 waren Polen[5].

1938 wurden 2.994 Einwohner gezählt, davon 86,9 Prozent Polen, 12,5 % Deutsche und etwa 0,6 Prozent Juden.

1946 lebten 1.984 Einwohner in Bojanowo.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat etwa 9.000 Einwohner auf einer Fläche von 123,5 km². Zur Stadt- und Landgemeinde Bojanowo gehören die Ortschaften:

Name Deutscher Name
(1815–1919)
Deutscher Name
(1939–45)
Bojanowo Bojanowo Schmückert
Czechnów Zechen Zechen
Gierłachowo Gerlachowo
1905–19 Gerlach
Gerlach
Giżyn Geischen Geischen
Golina Wielka Lang Guhle Langguhle
Golinka Alt Guhle Altguhle
Gołaszyn Bärsdorf Bärsdorf
Gościejewice Gußwitz Gußwitz
Kawcze Kawitsch Langendorff
Pakówka Pakowko
1901–19 Wiesenrode
Wiesenrode
Parłowice Porlewitz Porlewitz
Potrzebowo Potrzebowo
1905–19 Neulände
Neulände
Sowiny Sowiny Eulau
Sułów Mały Klein Saul Klein Saul
Szmezdrowo Schlemsdorf Schlemsdorf
Tarchalin Tarchalin Tarche
Trzebosz Triebusch Triebusch
Wydartowo Drugie Harte Harte
Wydartowo Pierwsze Wydartowo Langgußwitz
Zaborowice Saborwitz
1936–45 Waffendorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Europastraße 261 zwischen Breslau und Posen, wo sich jeweils ein internationaler Flughafen befindet. Weiterhin befinden sich auf der Straße 20 Kilometer nördlich Leszno und 15 Kilometer südlich Rawicz.

Der Bahnhof Bojanowo liegt an der Bahnstrecke Wrocław–Poznań, hier begann einst die Bahnstrecke Bojanowo–Głogów.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 271–272.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bojanowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt, Burmistrz, abgerufen am 16. Februar 2015
  3. POŁOŻENIE GEOGRAFICZNE I KLIMAT (Memento vom 7. August 2004 im Internet Archive)
  4. Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland im Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943 (pdf; 1,9 MB)
  5. CZASY NAJDAWNIEJSZE (Memento vom 14. Oktober 2007 im Internet Archive)