Bolsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bolsdorf
Koordinaten: 50° 16′ 24″ N, 6° 39′ 25″ O
Höhe: 401 m ü. NHN
Eingemeindung: 17. März 1974
Postleitzahl: 54576
Vorwahl: 06593
Bolsdorf (Rheinland-Pfalz)
Bolsdorf

Lage von Bolsdorf in Rheinland-Pfalz

Bolsdorf von Südosten (2020)
Bolsdorf von Südosten (2020)

Bolsdorf ist ein Stadtteil (Ortsbezirk) von Hillesheim im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Eifel, nahe dem Fluss Kyll.

Die Nachbarorte von Bolsdorf sind im Norden die Stadt Hillesheim selbst, im Südosten Dohm-Lammersdorf, im Südwesten der zweite Ortsbezirk Hillesheim-Niederbettingen, sowie im Nordosten Oberbettingen.

Zum Ortsbezirk Bolsdorf gehört auch der Wohnplatz Weber-Hof.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolsdorf wurde erstmals 1383 als Poilsdorf in einer Schenkungsurkunde erwähnt.[2]

Das Dorf gehörte zunächst zum Kurfürstentum Trier und war dem Amt Hillesheim zugeordnet, während es in religiöser Hinsicht dem Erzbistum Köln unterstand.[3]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Bolsdorf zum Saardepartement, Kanton Gerolstein, Mairie Hillesheim.

Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die Region an das Königreich Preußen, Bolsdorf wurde 1816 dem neu errichteten Kreis Daun im Regierungsbezirk Trier zugeordnet und von der Bürgermeisterei Hillesheim verwaltet.

Am 17. März 1974 wurde die bis dahin selbstständige Ortsgemeinde Bolsdorf mit zu diesem Zeitpunkt 211 Einwohnern nach Hillesheim eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Bolsdorf ist gemäß Hauptsatzung einer von zwei Ortsbezirken der Stadt Hillesheim. Er wird politisch von einem Ortsvorsteher vertreten, während auf die Bildung eines Ortsbeirats verzichtet wurde.[5] In der neuen Fassung der Hauptsatzung vom 7. August 2019 ist zukünftig die Bildung eines Ortsbeirats mit drei Ratsmitgliedern vorgesehen.[6]

Rainer Cornesse wurde am 7. August 2019 Ortsvorsteher von Bolsdorf.[7] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 96,67 % für fünf Jahre gewählt.[8]

Cornesses Vorgänger waren seit 2016 Josefine Engeln und zuvor Helmut Schmitz, der das Amt rund 30 Jahre ausübte.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Backhaus

In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 2020) sind folgende Kulturdenkmäler genannt:[10]

  • Katholische Filialkirche St. Margaretha, ein dreiachsiger Saalbau aus dem 17. Jahrhundert, der 1887 erweitert wurde, Margarethenstraße 3
  • Wirtschaftsgebäude (ehemaliges Backhaus), eingeschossiger Bruchsteinbau von 1525/1700, gegenüber „Im Auel 4“
  • Wohn- und Wirtschaftsgebäude, zweigeschossig, aus dem 19. Jahrhundert mit teils älterer Bausubstanz, „Im Auel 5“
  • Wohnhaus mit Backofenvorbau aus dem 18. Jahrhundert, Margarethenstraße 5
  • Neugotisches Pfeilerkreuz (1869) auf dem Friedhof nördlich des Ortes

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolsdorf wird von der Kreisstraße K 55 in nördlicher Richtung an die Kernstadt von Hillesheim und nach Osten an die K 56 angebunden, die Hillesheim mit Dohm-Lammersdorf verbindet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bolsdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020. S. 109 (PDF; 1 MB).
  2. Josef Dissemond: St.-Margarethen-Kapelle zu Bolsdorf. In: Heimatjahrbuch Vulkaneifel, Jahrgang 1992, S. 193. Heimatjahrbucharchiv, Kreisverwaltung Vulkaneifel, abgerufen am 4. November 2020.
  3. August Meyer: Bolsdorf im Jahre 1769. In: Heimatjahrbuch Vulkaneifel, Jahrgang 1993, S. 92. Heimatjahrbucharchiv, Kreisverwaltung Vulkaneifel, abgerufen am 4. November 2020.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 179 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. Bekanntmachung der Wahlleiter über die Einreichung von Wahlvorschlägen. Abschnitt III, Wahlen der Ortsbeiräte. In: Verbandsgemeinde Gerolstein aktuell, Ausgabe 8/2019. Linus Wittich Medien GmbH, 22. Februar 2020, abgerufen am 4. November 2020.
  6. Neufassung der Hauptsatzung der Stadt Hillesheim vom 7. August 2019. Verbandsgemeinde Gerolstein, abgerufen am 4. November 2020.
  7. Gabriele Braun ist neue Stadtbürgermeisterin der Stadt Hillesheim. In: Verbandsgemeinde Gerolstein aktuell, Ausgabe 33/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 4. November 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Daun, Verbandsgemeinde, 20. Ergebniszeile. Abgerufen am 4. November 2020.
  9. Bolsdorf ist fest in Frauenhand. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 8. Mai 2016, abgerufen am 4. November 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  10. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Vulkaneifel. (Memento vom 4. November 2020 im Internet Archive) Mainz 2020[Version 2021 liegt vor.], S. 25 (PDF; 4,6 MB).