Bombino

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Bombino (2012)

Bombino (eigentlich Goumar Almoctar[1] oder Omara Moctar[2], * 1. Januar 1980 in Tidène, heute Dabaga, Niger) ist ein nigrischer Gitarrist und Sänger, der die traditionelle Musik der Tuareg mit Elementen der Rockmusik und des Blues vermischt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bombino wurde im Tal Tidène, nordöstlich der Stadt Agadez als Sohn eines Automechanikers und einer Hausfrau geboren. Er wuchs in der Umgebung von Agadez auf und wurde muslimisch erzogen. Als es Anfang der 1990er-Jahre zur Tuareg-Rebellion kam, floh die Familie zu Verwandten ins algerische Tamanrasset und kehrte 1993 zurück, nachdem in Niger demokratische Wahlen stattgefunden hatten. Dort bekam er von seinem Onkel eine Gitarre geschenkt, nahm Unterricht und spielte gegen den Willen seines Vaters in einer Band. Seine Mitmusiker gaben ihm den Spitznamen Bombino, der sich vom italienischen Bambino (dt. kleiner Junge) ableitet, da er das jüngste Bandmitglied war.

Bombino in New York City (2016)

2004 veröffentlichte Bombino sein erstes Album, Agamgam. Als Mitglied der Band Tidawt spielte er 2007 Konzerte in Kalifornien. Außerdem wirkte die Gruppe an der Aufnahme eines Liedes für die CD Stones World von Tim Ries mit und spielte dabei mit mehreren Mitgliedern der Rolling Stones zusammen.[3] Ein Konzert, das er im selben Jahr in Agadez mit weiteren Musikern als Group Bombino spielte, wurde von Hisham Mayet, einem Mitarbeiter der Plattenfirma Sublime Frequencies aus Seattle aufgenommen, und 2009 mit weiteren Aufnahmen in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.[4]

Als es 2007 erneut zu Unruhen der Tuareg in Niger kam, kämpfte Bombino zunächst auf der Seite der Rebellen, ging dann aber ins Exil nach Burkina Faso. Dort traf er 2009 den Filmemacher Ron Wyman, der den Dokumentarfilm Agadez, the Music and the Rebellion[2] über Bombino drehte und ihm ermöglichte, sein zweites Album Agadez in den Vereinigten Staaten aufzunehmen. Dieses erschien 2011 bei dem US-amerikanischen Label Cumbancha und wurde weltweit beachtet. Die Sendung Mikado des deutschen Radiosenders hr2-kultur stellte es im Mai 2011 als Album der Woche vor.[1] Das dritte Album Nomad wurde 2013 von Dan Auerbach, dem Gitarristen des Bluesrock-Duos The Black Keys, in Nashville produziert. Die Musikzeitschrift Rolling Stone zählte es zu den „50 Best Albums of 2013“. In den Applehead Recording Studios in Woodstock (New York) entstanden im Herbst 2015 die Aufnahmen für das fünfte Studioalbum Azel, produziert von Dirty Projectors-Gitarrist Dave Longstreth.[5] Neben ein paar ruhigen Akustikstücken enthält das Album ein wenig Dub-Reggae-Rhythmen und viel polyrhythmischen Fusion und schnellen Gitarrenrock.[6][7] Auf dem South by Southwest Music Festival 2016 spielte die Bombino Band sechs Sets. Die CD-Release-Tournee führt Bombino und Band durch zahlreiche US-Bundesstaaten und ins kanadische Vancouver.

Als seine musikalischen Einflüsse gibt er unter anderem Ali Farka Touré, Abdallah ag Oumbadougou und Jimi Hendrix an.[8]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Agamgam
  • 2009: Guitars from Agadez, Vol. 2 (als Group Bombino, Sublime Frequencies)
  • 2011: Agadez (Cumbancha)
  • 2013: Nomad (Nonesuch Records)
  • 2016: Azel (Partisan Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bombino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bombino: Agadez auf der Internetseite des Hessischen Rundfunks
  2. a b Agadez, the Music and the Rebellion auf der Internetseite von Zero Gravity Films
  3. Bill Meredith: Tim Ries: Stones World. Rezension aus der Zeitschrift Jazz Times, Dezember 2008
  4. Michael Ardaiolo: Group Bombino: Guitars From Agadez, Vol. 2. Rezension auf dustedmagazine.com
  5. Bombino Making "Tuareggae" with Dirty Projectors' Dave Longstreth, Rolling Stone vom 19. Januar 2016, abgerufen 31. März 2016 (englisch)
  6. ‘Azel’ by Bombino Review, Rezension auf wsj.com vom 22. März 2016, abgerufen 31. März 2016 (englisch)
  7. Ein Sound, der auch den Tuareg gefällt, Besprechung auf Deutschlandradio Kultur vom 31. März 2016, abgerufen 31. März 2016
  8. Tom Pryor: The Nat Geo Music Interview: Bombino. National Geographic, 7. Juni 2011