Bowiea volubilis

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Bowiea volubilis
Bowiea volubilis, Habitus und Blüten, rechts ist die grüne Knolle.

Bowiea volubilis, Habitus und Blüten, rechts ist die grüne Knolle.

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Scilloideae
Gattung: Bowiea
Art: Bowiea volubilis
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Bowiea
Harv. ex Hook.f.
Wissenschaftlicher Name der Art
Bowiea volubilis
Harv. ex Hook.f.
Zwiebeln von Bowiea volubilis
Bowiea mit einer neuen Tochterzwiebel
Blüten

Bowiea volubilis (Syn.: Schizobasopsis volubilis (Harv. ex Hook. f.) Macbr., Ophiobostryx volubilis Skeels, Bowiea kilimandscharica Mildbraed), auch Zulukartoffel, Kletterkartoffel oder Kletterzwiebel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hyazinthengewächse (Hyacinthaceae). B. volubilis ist die einzige Art der monotypischen Gattung Bowiea. Unterteilt ist diese lediglich in die beiden Unterarten ssp. volubilis und ssp. garipensis. Die Gattung wurde zu Ehren des englischen Botanikers James Bowie benannt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese rankende, ausdauernde, sukkulente Pflanze erreicht Wuchshöhen von mehreren Metern. Dieser Geophyt besitzt eine grüne bis weißliche Zwiebel mit einem Durchmesser von über 10 cm, bis 25 cm. Meist ist ein Teil der fleischigen Zwiebel oberirdisch. Gelegentlich bilden sich auch Tochterzwiebeln aus. Die Schalen der Zwiebel sind nicht trocken, sondern fleischig. Die Pflanze bildet keine, beziehungsweise nur sehr kleine, schuppenförmige, schnell vergängliche Blätter aus. Die grüne, rankende Sprossachse übernimmt die Photosynthese. Während der Trockenzeit ist nur die grüne Zwiebel zu sehen.

Der sukkulente, windende sowie blattlose Blütenstand trägt kleine, grünliche Blüten. Diese sind unscheinbar und dreizählig. Aus den Blüten entwickeln sich zweifächrige Kapseln mit zahlreichen schwarzen Samen. Vegetationszeit und Blütezeit ist im Winter. Ist die Zwiebel komplett vom Boden bedeckt, führt dies normalerweise zu einem verstärkten Wachstum des Speicherorgans.

Die Chromosomenzahl beträgt für beide Unterarten 2n = 20.[1]

Die Bowiea ist sehr robust und auch für die Zimmerkultur geeignet, allerdings kann der Kontakt mit der Zwiebel zu Hautreizungen führen.

Eine Besonderheit der Pflanze ist das Verhalten ihrer rankenden Sprosse. Während die meisten Kletterpflanzen entweder strenge Linkswinder oder strenge Rechtswinder sind, kann Bowiea volubilis nach Belieben rechts und links herum winden. Die Pflanze ist damit ein sogenannter „Alleswinder“. Ein weiteres Beispiel für einen Alleswinder ist der Schlingknöterich.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit verbreitet ist die Zulukartoffel in Süd- und Ostafrika, vor allem in den Ländern Südafrika, Simbabwe, Malawi, Sambia und Tansania. Außerhalb der Tropen wird die Art gelegentlich in Gewächshäusern kultiviert.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann zwei Unterarten unterscheiden[2] :

  • Bowiea volubilis subsp. gariepensis (van Jaarsv.) Bruyns: Sie kommt von Namibia bis zum Westkap vor.[2]
  • Bowiea volubilis subsp. volubilis: Sie kommt von Ugande bis zum südlichen Afrika vor.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell ist die Verwendung als Heilmittel in Afrika weit verbreitet und bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. Durch das nicht genau umrissene Anwendungsspektrum kann es zu tödlichen Vergiftungen wegen einer Überdosierung kommen.

Wirkstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wirkstoffe sind in den Teilen der Pflanze mehrere Bufadienolide enthalten, welche strukturell mit Bovosid A verwandt sind. Die Haupt-Aglyka sind hierbei Bovorubosid, Bovokryptosid und Bovogenin A. Der Gehalt an Bufadienoliden der Zwiebel beträgt etwa 0,4 mg/g.

Symptomatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufnahme einer konzentrierten Abkochung der Zulukartoffel führt rasch zum Tod durch Herzversagen, welcher nach nur wenigen Minuten eintreten kann. Die Symptome umfassen dabei Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Speichelfluss, Krämpfe, Magendarmbeschwerden und heftigen Durchfall. Außerdem kommt es zu allgemeiner Erschöpfung und Funktionsstörungen von Atmung und Herz, wie Arrhythmien, Hypertonie, Koma und Herzstillstand. Insgesamt alles Symptome die für Vergiftungen mit Herzglykosiden typisch sind. Ebenfalls beschrieben sind Hautreizungen bei Kontakt mit Pflanzenmaterial.

Pharmakologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkstoffe sind als äußerst giftiges Herzgift eingestuft (Ia). Besonders toxisch sind dabei die Zwiebel und oberirdische Pflanzenteile. Diese sind in etwa 30-mal giftiger als Digitalis und haben in Afrika zu vielen Todesfällen bei Menschen und Tieren geführt. Allerdings sind Viehvergiftungen selten. Die mittlere letale Dosis (LD50) für die hauptsächlich enthaltenen Bufadienolide bei einer Katze liegt bei 0,11–0,19 mg/kg bei einer intravenösen Applikation. Bei Schafen kann das Fressen von etwa 15 g frischem Zwiebelmaterial den Tod bewirken. Die Bufadienolide hemmen die Na+,K+-ATPase und wirken daher als starke Nerven- und Zellgifte. Diese für den Aufbau von Ionengradienten notwendige membranständige Ionenpumpe ist für die axonale Reizweiterleitung und aktive sekundäre Transportprozesse von essentieller Bedeutung. Wird diese ATPase gehemmt führt dies zu einer Unterbrechung der neuromuskulären Reizleitung und somit zum Herzstillstand. Die Wirkweise entspricht dabei der anderer Herzglykoside. Bovosid A wird ähnlich wie Digitoxin im Körper angereichert.

Erste Hilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Aufnahme von Pflanzenmaterial, daraus isolierten Herzglykosiden oder auch der Verletzung durch mit den Wirkstoffen vergifteten Pfeilen sind sofortige Maßnahmen nötig. Nach dem Auslösen von Erbrechen müssen weitere Entgiftungsmaßnahmen erfolgen, wie sie für die Behandlung von Vergiftungen mit Herzglykosiden typisch sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ewald Kleiner: Bowiea volubilis, Kuas, Heft 8, 1980, Seite 240–241.
  • Michael Wink, Ben-Erik van Wyk, Coralie Wink: Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008. ISBN 3804724256

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tropicos. [1]
  2. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Bowiea - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 4. September 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]