Brachenleite bei Tauberbischofsheim

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Naturschutzgebiet Brachenleite bei Tauberbischofsheim

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

NSG Brachenleite bei TBB Schild 3.jpg
Lage Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 64,4 ha
Kennung 1279
WDPA-ID 555560732
Geographische Lage 49° 38′ N, 9° 43′ OKoordinaten: 49° 37′ 42″ N, 9° 42′ 39″ O
Brachenleite bei Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg)
Brachenleite bei Tauberbischofsheim
Einrichtungsdatum 17. Dezember 2014
Verwaltung Regierungspräsidium Stuttgart
f2

Die Brachenleite bei Tauberbischofsheim ist ein Naturschutzgebiet in Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt auf der Gemarkung Tauberbischofsheims. Es umfasst die Plateauflächen des ehemaligen Standortübungsplatzes der Bundeswehr, der östlich von Tauberbischofsheim gelegen ist, zwischen dem Waldgebiet Moosig im Nordwesten und den Waldgebieten Grünsfelder Tannen und Lauswinkel im Osten und Südosten.[1]

Blick auf das Naturschutzgebiet Brachenleite bei Tauberbischofsheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweisschild im Naturschutzgebiet Brachenleite bei Tauberbischofsheim (seit 2014)

Die Kurmainz-Kaserne der Bundeswehr in Tauberbischofsheim wurde im Jahre 2008 aufgegeben.[2] Mit einer Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet „Brachenleite bei Tauberbischofsheim“ vom 17. Dezember 2014 wurde das Schutzgebiet auf Teilen des ehemaligen Truppenübungsplatzes ausgewiesen.[1]

Schutzzweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzzweck ist der Erhalt und die Entwicklung von extensiv bewirtschaftetem Grünland im Komplex mit Saumgesellschaften, Hecken und Hutewaldbereichen über Hauptmuschelkalk, insbesondere:[1]

  • der Erhalt und die Entwicklung von Kalkmagerrasen, wärmeliebenden Saumgesellschaften im Komplex mit Hecken;
  • der Erhalt und die Entwicklung von großflächigen Magerrasen über Hauptmuschelkalk aus einem Komplex aus halbruderalen Halbtrockenrasen und Magerrasen;
  • der Erhalt und die Entwicklung von artenreichen mageren Flachlandmähwiesen;
  • der Erhalt und die Entwicklung von strukturreichen Übergangsbereichen zwischen Wald- und Offenlandstandorten.

Schutzzweck ist auch der Erhalt und die Entwicklung der Lebens-, Fortpflanzungs-, Nahrungs- und Ruhestätten der an diese Standorte angepassten Tier- und Pflanzenarten.[1]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Brachenleite konnten über 800 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen werden. Viele davon stehen in den Roten Listen gefährdeter Arten oder sind in Vorwarnlisten aufgeführt.[3] Auffällig ist, dass der Kreuz-Enzian im Bereich Brachenleite mit einem Bestand von rund 900 Stöcken vertreten ist.[4] Diese Bestandsdichte stellt außerhalb der Schwäbischen Alb das größte Vorkommen dieser gefährdeten Pflanzenart in Baden-Württemberg dar. Der noch seltenere Kreuzenzian-Ameisenbläuling findet im Bereich der Brachenleite ideale und durch das Naturschutzgebiet gesicherte Lebensbedingungen vor.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturschutzgebiet Brachenleite bei Tauberbischofsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Brachenleite bei Tauberbischofsheim«. (PDF) 17. Dezember 2014. Online auf www.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 22. Dezember 2015.
  2. Stadt Tauberbischofsheim: Historie. Ehemalige Kurmainz-Kaserne. Online auf www.laurentiusberg.de. Abgerufen am 21. Mai 2017.
  3. a b Main-Post: TAUBERBISCHOFSHEIM: Ehemaliger Standortübungsplatz ist Naturschutzgebiet. 18. Februar 2015. Online auf www.mainpost.de. Abgerufen am 22. Dezember 2015.
  4. Fränkische Nachrichten: „Brachenleite“: Ausweisung als Naturschutzgebiet beschlossen / Regierungspräsident Schmalzl: Überregionale Bedeutung für den ehemaligen Truppenübungsplatz / 64,4 Hektar werden unter Schutz gestellt. 22. Januar 2015. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 22. Dezember 2015.