Main-Post

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Main-Post
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Beschreibung Deutsche Tageszeitung
Verlag Main-Post GmbH
Hauptsitz Berner Str. 2
97084 Würzburg
Erstausgabe 24. November 1945
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2017, Mo–Sa)
115.815 Exemplare
Chefredakteur Michael Reinhard
Geschäftsführer David Brandstätter
Weblink mainpost.de
ZDB 534863-8
Gebäude der Main-Post in Würzburg

Die Mediengruppe Main-Post mit Sitz in Würzburg (Stadtteil Heuchelhof) gehört zur Mediengruppe Pressedruck und verlegt Zeitungen für die Region Unterfranken und den Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.[1][2] Das Unternehmen gehörte bis Ende April 2011 zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Die verkaufte Auflage der gesamten Mediengruppe beträgt 115.815 Exemplare, ein Minus von 23,7 Prozent seit 1998.[3]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Mediengruppe Main-Post gehören die früher selbständigen Tageszeitungen Main-Post, Schweinfurter Tagblatt, Schweinfurter Volkszeitung, Bote vom Haßgau und Volksblatt (früher[4] Fränkisches Volksblatt).

Ebenfalls gibt der Verlag das Magazin Tiepolo sowie die Verbrauchermagazine markt am Sonntag und markt am Mittwoch mit wöchentlich über 590.000 kostenlosen Exemplaren (neun verschiedene Ausgaben) heraus.

Seit 2015 hat die Main-Post auch die Werntal-Zeitung (Wochenzeitung) der Großgemeinde Arnstein übernommen.

Rund 1000 Personen arbeiten in den Abteilungen Redaktion, Anzeigenabteilung, Vertrieb, Technik und Verwaltung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer der Main-Post war der von den Würzburger Brüdern Carl und August Richter im Mai 1883 gegründete Würzburger General-Anzeiger. 1941 musste der Würzburger General-Anzeiger auf Druck der Nationalsozialisten sein Erscheinen einstellen. Die braunen Machthaber stellten es so dar, als ob das Blatt mit ihrem NS-Gauorgan vereinigt worden sei und ließen von nun an die Mainfränkische Zeitung in den Produktionsstätten des Würzburger General-Anzeigers drucken. Die NSDAP-Zeitung erschien letztmals am 31. März 1945, zwei Wochen nach der Zerstörung Würzburgs durch die Alliierten.

Die erste Ausgabe der Main-Post erschien am 24. November 1945.[5] Unter diesem Namen lizenzierten die Alliierten in Würzburg eine überparteiliche Zeitung. Lizenznehmer waren Heinrich G. Merkel und Richard Seubert.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Main-Post immer mehr, Lokalausgaben kamen hinzu und deckten bald ganz Mainfranken ab. Im Stammsitz in der Würzburger Innenstadt wurde es zu eng. Im neu erschlossenen Stadtteil Heuchelhof entstand Anfang der 1970er Jahre Verlagsgebäude und Druckhallen für Zeitung und Fremdprodukte. Seit 1974 wird dort die Main-Post gedruckt.

Die Töchter von Karl Richter veräußerten das Unternehmen 1991 an die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Diese wiederum verkaufte das Medienhaus mit Wirkung zum 1. Mai 2011 an die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg (Augsburger Allgemeine).

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Main-Post-Leser in Nepal

In den Regionen Würzburg und Schweinfurt besitzt die Mediengruppe bei den Tageszeitungen eine Monopolstellung.

Der Zeitungstitel Main-Post erscheint in den Städten und Landkreisen: Würzburg, Ochsenfurt, Kitzingen, Tauberbischofsheim, Lohr, Gemünden, Karlstadt, Marktheidenfeld, Bad Brückenau, Hammelburg, Bad Kissingen, Bad Bocklet, Bad Neustadt, Mellrichstadt und Bad Königshofen.

Der Zeitungstitel Schweinfurter Tagblatt erscheint im Raum Schweinfurt/Gerolzhofen.

Die Zeitung Bote vom Haßgau erscheint im Raum Hofheim in Unterfranken/Königsberg in Bayern.

Der Zeitungstitel Volksblatt erscheint im Raum Würzburg, drei Ausgaben der Volkszeitung erscheinen in der Region Main-Rhön.

Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Zeitungsseiten der Main-Post entstehen in drei großen Redaktionseinheiten, den so genannten Newsdesks – dem Newsdesk-Mantel, dem Newsdesk Süd (beide in Würzburg) und dem Newsdesk Main-Rhön (in Schweinfurt).

Chefredaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chefredakteur (seit 2001): Michael Reinhard

Mantelredaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Newsdesk-Mantel plant und baut die Seiten der früher eigenständigen Ressorts Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Journal, Franken und Bayern sowie das Wochenendmagazin. Hier werden die überregional interessanten Themen bearbeitet. Diese Seiten sind in allen Ausgaben von Main-Post, Schweinfurter Tagblatt und Bote vom Haßgau gleich.

Lokalredaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokalteile erscheinen nur in den jeweiligen Lokalausgaben. Einige Artikel werden – meist in gekürzter Form – im allgemeinen Teil an geeigneter Stelle wiederholt, sofern diesen Artikeln überregionale Bedeutung zuerkannt wird.

Für folgende Regionen gibt es Lokalteile: Würzburg, Ochsenfurt, Tauberbischofsheim, Main-Spessart (für Lohr, Karlstadt, Gemünden und Marktheidenfeld jeweils eigener Lokalteil mit zum Teil voneinander übernommenen Artikeln), Kitzingen, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge, Gerolzhofen und Bad Königshofen.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Main-Post hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 23,7 Prozent gesunken.[6] Sie beträgt gegenwärtig 115.815 Exemplare,[7] davon 68.132 im Gebiet Würzburg[8] und 39.947 im Raum Schweinfurt (inklusive Bote vom Haßgau).[9] Das entspricht einem Rückgang von 36.035 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 87,2 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[10]


Online-Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

iPad-App der Zeitung

Die Mediengruppe Main-Post produziert, betreibt und vermarktet die Online-Plattformen mainpost.de, mediengruppe-mainpost.de, main-ding.de, fraenkischer-weinfestkalender.de und pfiffikus.mainpost.de.

Am 21. Oktober 2006 wurde ein überregionales, familienorientiertes Onlineangebot gestartet, das nach einem Relaunch im Jahr 2008 über die Domain familieninsel.de abrufbar war. Zum Angebot gehörten neben redaktionellen Artikeln unter anderem ein Familien-Wiki zum Aufbau eines Online-Lexikons zu familienrelevanten Themen, ein Forum und eine Community. Seit dem 2. Mai 2012 war die Seite über die Subdomain www.main.de/familieninsel abrufbar.[11] Das Angebot wurde eingestellt.

Seit 2010 bietet die Main-Post ihren Lesern die Möglichkeit, die Tageszeitungen auf dem iPhone, seit 2011 auf dem iPad zu lesen (mobil.mainpost.de).

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 400.000 Unique User pro Monat (4. Quartal 2010, AGOF-geprüft)
  • 1.793.000 Visits pro Monat [12]
  • 19.953.000 PIs pro Monat [12]

Projekte und Produkte für junge Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfiffikus: Die Main-Post bietet zur Förderung von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren Crossmedia-Nachrichten an, darunter täglich für diese Zielgruppe aufbereitete Artikel und wöchentliche Kinderseiten in der Tageszeitung, eine monatlich erscheinende Kinderzeitung und ein speziell darauf zugeschnittenes Online-Angebot pfiffikus.mainpost.de
  • KLASSE!-Projekt: KLASSE! ist seit 1995 das Zeitungsprojekt der Mediengruppe Main-Post. Mitmachen können Schulen aller Schularten in Mainfranken. Pro Schuljahr nehmen etwa 1250 Klassen mit über 25.000 Schülern teil.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Main-PostLogistik GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefkasten der Main-PostLogistik (rechts) in Münnerstadt

Das Tochterunternehmen Main-PostLogistik GmbH ist ein privater Briefdienstleister mit rund 100 Mitarbeitern. Zunächst war es nur möglich, innerhalb Unterfrankens Briefe zu versenden. Heute funktioniert der Versand über die Main-PostLogistik deutschland- und weltweit.

2001 ins Leben gerufen, hat sich das Unternehmen vom reinen Briefzusteller zum Postkomplettdienstleister entwickelt. Zum Dienstleistungsangebot gehören unter anderem die Abwicklung von Versendungen, komplette hausinterne Lösungen, Botentouren und Poststellenorganisation.

Mittlerweile zählt die Main-PostLogistik über 6000 Kunden (darunter auch alle bayerischen Behörden wie Polizei, Gerichte und Finanzämter). Seit ihrer Geburtsstunde wurden über 150 Millionen Sendungen mit der Main-PostLogistik verschickt.

Briefmarken heißen bei der Main-PostLogistik „Labels“. Hierbei handelt es sich um Aufkleber, die mit einem Barcode versehen sind. Durch diesen Barcode wird eine genaue Sendungsverfolgung der Briefe gewährleistet.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die seit 1945 bestehende Aktion Patenkind sammelt das Unternehmen jährlich etwa 300.000 Euro. Die Spenden, die zu 100 Prozent weitergereicht werden, kommen Bedürftigen im Verbreitungsgebiet der Main-Post zugute. Die Verwaltungskosten trägt die Main-Post.

Die Fair-ist-mehr-Trophäe wird seit 1991 für besonders faire Gesten im unterfränkischen Sport vergeben. Schirmherr ist seit 2004 IOC-Präsident Thomas Bach.

Mit der Aktion „Zeichen setzen“ wird seit 2003 herausragendes freiwilliges bürgerliches Engagement ausgezeichnet. Unterstützt wird die Aktion vom Erwachsenenbildungshaus Lernwerk Volkersberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Augsburger Allgemeine: Mediengruppe Pressedruck übernimmt die Main-Post. 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  2. W&V: Holtzbrinck trennt sich von "Main Post". 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  3. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Artikel „Fränkisches Volksblatt“, in: Historisches Lexikon Bayerns, abgerufen am 30. Januar 2010
  5. http://www.dgb-schweinfurt.de/sw/aktuelles/1234.Aktiv_lokal_und_aktuell_.html
  6. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  7. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  8. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  9. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  10. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  11. familieninsel.de, Momentaufnahme vom 18. April 2012 im Internet Archive  (abgerufen am 20. März 2017)
  12. a b IVW, Durchschnitt 1. Quartal 2011