Breakcore

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Breakcore ist eine Stilrichtung der elektronischen Musik.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stil Breakcore wurde 1992 in Deutschland auf dem Label Force Inc. Music Works von Produzenten wie Biochip C., Alec Empire, Space Cube und DJ Bleed entwickelt. Das Sub-Label Riot Beats spezialisierte sich auf den damaligen neuen Sound, der härter war als dessen britischer Vorläufer 'Breakbeat'. Die deutschen Produzenten vermischten hauptsächlich ihre Einflüsse aus dem harten Detroit Techno mit sehr schnellen Breakbeats, die um die 160-180 BPM lagen. Auffällig war außerdem die linke politische Haltung der Musiker und DJs, die diesen Stil als Gegenbewegung zum kommerziellen Trance sowie Techno schufen. Die Musiker trieben das Zerschneiden und Verfremden von Loops und Klangschnipseln alter Schallplatten auf einen bislang unerreichten Höhepunkt. Journalisten beschrieben diesen Stil oft als „Zerstörung aller vorangegangenen Musikgenres“. Entscheidende Momente in der Entwicklung des Genres schufen das Bass Terror Soundsystem aus Berlin, das Umfeld mit DJ Moonraker & MC Carl Crack, die Kölner Szene um die Cosmic Orgasm Parties und in Frankfurt um das Produzententeam von Planet Core Productions (PCP). Ein paar Jahre später folgte dann die britische Szene. Mittlerweile definiert Breakcore sich vor allem durch das eklektische Vermischen und Verbinden diverser anderer Musikstile wie Drum and Bass, Techno, IDM, Industrial, Hardcore Techno, Ragga (dann wiederum als Raggacore bezeichnet) und Hip-Hop. Oftmals sind dabei ungewöhnlich stark gebrochene Beats auch in sonst ungewöhnlichen Taktarten wie einem 7/8-Takt zu hören. Tendenziell ist Breakcore hart, mit Anleihen aus dem Hardcore Techno- bzw. Rhythm-’n’-Noise-Umfeld. Des Öfteren steht so das Ausbrechen aus den „gewöhnlichen“ Taktmustern im Vordergrund, was der Musik einen destruktiven Charakter verleiht, die damit ähnliche Interessen verfolgt, wie der aus dem gewohnten Geschwindigkeitsfeld ausbrechende Speedcore.

Breakcore kann aber aufgrund der Vielzahl an Musikrichtungen, aus denen es sich zusammensetzt, sehr unterschiedlich klingen. So können Tracks dieses Genres z.B. auch „fröhlich“ (vgl. Happy Hardcore), Trance-mäßig oder auch ambientlastig klingen. Die 2006 erschienene 30-minütige Videodokumentation Notes on Breakcore (von Bertram Könighofer und David Kleinl) zeigt hierzu einige Mitschnitte von Breakcore-Veranstaltungen sowie Statements von Produzenten und DJs zum Musikstil.

Häufig waren früher beide - Breakcore sowie Speedcore - auf den gleichen Veranstaltungen anzutreffen, jedoch entwickelten sich beide Seiten in eine neue Selbstständigkeit hinein. Zu den bekannteren europäischen Breakcore-Veranstaltungen gehört die in Gent, Belgien residierende Reihe Breakcore Gives Me Wood.

Heutzutage trifft man Breakcore, gerade wegen seines vielfaltigen Inhaltes, auf Veranstaltungen, bei denen mehrere Musikrichtungen im Verlauf des Abends gespielt werden.

Bekannte Interpreten (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]