Browallia

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Browallia
Browallia americana

Browallia americana

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Browallia
Wissenschaftlicher Name
Browallia
L.

Browallia ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die etwa sechs Arten kommen von Nord- bis Südamerika vor. Die Art wurde zu Ehren von Johan Browall benannt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Browallia sind aufrecht wachsende, einjährige Pflanzen, die Wuchshöhen zwischen 8 und 60 cm oder aber auch bis 1 m (in seltenen Fällen auch 1,5 m) erreichen. Sie können unbehaart oder flaumhaarig bis klebig-flaumhaarig behaart sein. Die Behaarung besteht aus einfachen, vielzelligen und einreihigen sowie drüsigen Trichomen. Drüsige Trichome können einen zwei- oder mehrzelligen Stiel, einen ein- oder mehrzelligen Kopf besitzen und sind immer einreihig. Die Verzweigung kann schwach oder stark ausgeprägt sein. In der Endodermis treten keine Casparische Streifen auf.

Die Laubblätter sind häutig, ihre Form ist herzförmig-eiförmig, eiförmig-langgestreckt, rhombisch oder linealisch-langgestreckt. Sie werden bis zu 6 cm (selten auch bis 9 cm) lang, sind nahezu abgestumpft oder spitz zulaufend, aufsitzend oder stehen an 2 bis 30 mm langen Blattstielen. Das Mesophyll (Grundgewebe der Blätter) bildet dorsiventral Drusen, Spaltöffnungen sind auf beiden Blattseiten zu finden.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meist kleinen Blüten stehen einzeln oder in traubigen Blütenständen. Die Blütenstiele sind 2 bis 40 mm lang und nach der Blüte etwas weiterwachsend. Der Kelch ist radiärsymmetrisch, 4 bis 20 mm lang und röhrig-glockenförmig. Er ist vier- oder fünfgezähnt oder -gelappt, wobei die Zähne bzw. Lappen meist kürzer oder in etwa gleich lang wie die Kelchröhre sind. Die Kronröhre ist (selten nur 1,5) zwei bis viermal so lang wie der Kelch, 1 bis 20 mm breit und 10 bis 52 mm lang. Die Krone ist zygomorph, stieltellerförmig und gelegentlich leicht zweilappig. Sie wird 63 bis 73 mm lang, ist lila, blau, violett, purpur, gelb oder cremefarben. Der Kronsaum ist 6 bis 52 mm breit und in fünf ungleich große Kronlappen geteilt, die nahezu kreisförmig, eiförmig oder langgestreckt sein können.

Es werden vier Staubblätter gebildet, ein fünftes ist zu einem Höcker reduziert oder fehlt ganz. Sie setzen in der oberen Hälfte der Krone an und stehen niedergebeugt entlang der vorderen Kronlappen. Die Staubbeutel der beiden oberen Staubblätter bestehen nahezu aus nur einer Theke, die zweite wird abgestoßen oder ist nicht existent. Die Staubfäden dieser beiden Staubblätter sind gebogen, abgeflacht und unbehaart oder mit langen, gelegentlich verzweigten Trichomen besetzt. Die Staubfäden der unteren beiden Staubblätter sind meist etwas länger (gelegentlich aber auch etwas kürzer) als die des oberen Staubblattpaars, sie sind drehrund und schmal, die Staubbeutel sind mit 1 mm Länge größer und bestehen aus zwei fertilen Theken, die in der unteren Hälfte frei voneinander stehen. Die Pollenkörner sind mit 28 bis 40 µm Durchmesser mittelgroß. Der Fruchtknoten ist unbehaart oder zumindest in der unteren Hälfte dicht mit steifen Trichomen besetzt. Nektarien sind dick und kreisförmig angeordnet, können aber auch zurückgebildet sein oder fehlen.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte sind aufrecht stehende Kapseln, die kugelförmig, langgestreckt oder umgekehrt konisch geformt sind. Sie werden 4,5 bis 6 mm lang und enthalten zehn bis 45 Samen. Diese sind kubisch geformt, gewinkelt und (0,5) 1 (1,5) mm lang. Die Samenhülle ist netzartig-grubig oder warzig.

Sonstige Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basischromosomenzahl ist je nach Art x=10 oder x=11.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl in der vor allem morphologisch begründeten Systematik der Nachtschattengewächse nach Armando Hunziker als auch in der molekularbiologisch begründeten Systematik nach Richard Olmstead wird die Gattung zusammen mit der Gattung Streptosolen in eine Tribus Browallieae eingeordnet.

Insgesamt wurden mindestens 17 verschiedene Arten beschrieben, von denen aber wahrscheinlich nur sechs als gültig anerkannt werden können.

Hier eine Auswahl der Arten:

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung kommen vom südlichen Arizona über Mexiko, Mittelamerika bis ins andine Südamerika und bis nach Bolivien vor. Sie wachsen in Höhenlagen zwischen 500 und 2600 m. Browallia americana und Browallia speciosa werden gelegentlich als Zierpflanzen gezogen und sind als Kulturflüchtling an gestörten Standorten zu finden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001. ISBN 3-904144-77-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Browallia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 28. November 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Browallia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien