BrowserChoice.eu

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BrowserChoice.eu war eine infolge eines Gerichtsverfahrens mit der EU eingerichtete Website von Microsoft, die es den Benutzern erleichtern sollte, einen alternativen Webbrowser auszuwählen. So sollte der Markt, der nach Ansicht der EU durch die Marktmacht von Microsoft Windows zu Gunsten des damit gebündelten Internet Explorer verzerrt sei, wiederhergestellt werden. Die Webseite existiert in ihrer ursprünglichen Version nicht mehr, da laut der Website die Auflagen der Europäischen Kommission nicht mehr gültig sind und Microsoft die Seite folglich nicht mehr unterhält.

Auf der Website standen insgesamt elf Browser zur Auswahl. Die Anordnung der Browser auf der Seite war zunächst alphabetisch geplant, nach Kritik wurde ein Zufallssystem mit zwei Gruppen genutzt. Die erste Gruppe, die bei Aufruf der Seite komplett nebeneinander angezeigt wurde, umfasste in zufälliger Reihenfolge die fünf Browser Google Chrome, Internet Explorer, Mozilla Firefox, Opera und Apple Safari. Scrollte man nach rechts, erscheinen die weniger bekannten anderen sechs in ebenfalls zufälliger Reihenfolge.

Ursprünglich war geplant, ab dem 17. März 2010 durch Windows-Update einen Patch auszuliefern, der den Download eines Browsers nach Wahl über ein Dialogfenster ermöglicht und dessen Einrichtung als Standardbrowser vorsieht.[1] Der Internet Explorer wird in diesem Falle nur wieder aktiviert. Der Patch wird seit dem 8. März 2010 auf Computern, bei denen die Regionaleinstellung auf ein Land in der EU, der EFTA oder Kroatien, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der EU war, gesetzt ist, ausgeliefert.[2] Ist der Internet Explorer als Standardbrowser eingerichtet, wird das beschriebene Auswahlfenster präsentiert.[3]

Die in der ursprünglichen Fassung von BrowserChoice.eu enthaltenen Browser GreenBrowser und Sleipnir wurden im August 2010 durch Lunascape und den auf Chromium basierenden Browser SRWare Iron ersetzt. Mitte 2011 wurden die Browser Flock, da dessen Weiterentwicklung eingestellt wurde, und SlimBrowser aus der Liste entfernt. Im Gegenzug wurde Sleipnir bis Februar 2012 wieder in die Auswahl aufgenommen. Gleichzeitig wurden zwei Abspaltungen von Google Chrome namens Comodo Dragon und Rockmelt hinzugefügt und damit die Anzahl der weniger bekannten Browser wieder auf sieben erhöht. Im August 2012 entfiel Safari, da die neue Version 6 nicht mehr für Windows veröffentlicht wurde[4], dafür wurde SlimBrowser wieder in die Auswahl aufgenommen.

Am 18. Dezember 2014 wurde die Website abgeschaltet. Es erschien nur noch ein kurzer Infotext, dass das Angebot der Browserauswahl nicht mehr verpflichtend sei und man sich auf den jeweiligen Seiten der Anbieter direkt informieren soll.[5] Inzwischen ist die Seite unter der Domain browserchoice.eu nicht mehr erreichbar, die Domain ist aber immer noch registriert. (Stand 22. Juli 2015)[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndreas Wilkens: Microsoft liefert Web-Browser-Auswahlfenster ab 17. März aus. In: Heise online. 19. Februar 2010, abgerufen am 25. Januar 201.
  2. Browser Choice FAQ auf Microsoft Technet
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndreas Wilkens: Microsoft liefert Webbrowser-Auswahlfenster in Deutschland aus. In: Heise online. 8. März 2010, abgerufen am 25. Januar 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVygantas Lipskas: Maxthon Replaces Safari In The Browser Ballot Screen. In: FavBrowser.com. 7. September 2012, abgerufen am 25. Januar 2013.
  5. Microsoft schafft Web-Browserauswahl in Windows wieder ab bei heise.de
  6. Whois von browserchoice.eu. Abgerufen am 22. Juli 2015.