Brutkamp

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Brutkamp
Der Deckstein des Brutkamp

Der Deckstein des Brutkamp

Brutkamp (Schleswig-Holstein)
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Koordinaten 54° 8′ 36,7″ N, 9° 17′ 27,2″ OKoordinaten: 54° 8′ 36,7″ N, 9° 17′ 27,2″ O
Ort Albersdorf, Schleswig-Holstein, Deutschland
Entstehung 3500 bis 2800 v. Chr.
Sprockhoff-Nr. 150

Der Brutkamp ist ein Polygonaldolmen, der in Albersdorf im Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein liegt. Polygonaldolmen sind eine jungsteinzeitliche (3500–2800 v. Chr.) Megalithanlage der Trichterbecherkultur (TBK), eine Unterart des Dolmen, die besonders in Dänemark, Schweden und Schleswig-Holstein vorkommt. Lediglich je einzelne Exemplare sind aus Mecklenburg-Vorpommern (Lexow) und Sachsen-Anhalt (Lüdelsen 1) bekannt. Der Dolmen hat die Sprockhoff-Nummer 150.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brutkamp besitzt fünf Tragsteine und einen einzigen, für den Typ charakteristischen, übergroßen Deckstein, dessen Gewicht bei etwa 23 Tonnen liegt und der einen Umfang von knapp neun Metern hat. Dabei handelt es sich um den größten Deckstein in Schleswig-Holstein. Das Baumaterial des Dolmens besteht aus Findlingen der Eiszeit. Der Gang aus niedrigen Steinen weist nach Südosten. Der deckende Erdhügel des Brutkamp ist vollständig abgetragen bzw. erodiert. Ein kleiner Park mit alten Linden umgibt heute das Großsteingrab.

In Albersdorf befindet sich das Archäologische ökologische Zentrum (AÖZA) im Steinzeitpark und das Museum für Archäologie und Ökologie Dithmarschen. In der Nähe liegen auch die Langbetten im Bredenhoop und das Erdwerk auf dem Dieksknöll.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brutkamp im Wappen von Albersdorf

Der Name Brutkamp bedeutet laut Überlieferung, dass sich noch in christlicher Zeit Jungvermählte am Stein trafen, um der nordischen Göttin Freya zu huldigen und reichen Kindersegen zu erflehen. Der Brutkamp ist im Wappen von Albersdorf zu sehen.

Pflanzen beim Begräbnisritual[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Untersuchung der verkohlten Pflanzenreste aus dem Großsteingrab wurde das geborgene Material am Binokular ausgelesen und bestimmt. Neben Holzkohle wurden weitere 143 verkohlte Pflanzenreste gefunden. Aufgrund der vorliegenden Radiokarbon-Daten kann die Fundstelle in eine früh- bis mittelneolithische (3.700-3.200 v. Chr.) und eine spätneolithische (2.250-2.000 v. Chr.) Phase unterteilt werden. Im Spätneolithikum wurde älteres Material aus der Kammer ausgeräumt, im Eingangsbereich abgelagert und der Erdhügel erneuert.

Die Funde geben primär Einblick in die Pflanzennutzung beim Begräbnisritual. Getreidekörner scheinen in diesem Kontext unbedeutend gewesen zu sein. Unter den Sammelpflanzen dominieren Haselnussschalen mit 60 bzw. 45 % das Fundspektrum. Erstmals gelang für das Neolithikum in Deutschland der Nachweis des knolligen Glatthafers (Arrhenatherum elatius ssp. bulbosum), zudem mit dem erstaunlich hohen Anteil von 30 %. Bisher waren diese Wurzelknollen vor allem aus bronze-, eisen- und wikingerzeitlichen Brandbestattungen bekannt. Offen ist, ob die Knollen durch die Verwendung als Nahrung, als Zunder oder als Grabbeigabe in den archäologischen Kontext gelangten. Beim Brutkamp ist anzunehmen, dass der Glatthafer Bestandteil der "natürlichen Vegetation" auf dem Grabhügel war. Glatthafer, der bevorzugt auf ungestörten Flächen wächst, weist darauf hin, dass die Umgebung der Megalithanlage aufgelichtet war, nicht jedoch für Beweidung und Bewirtschaftung genutzt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Hansen: Der Brutkamp bei Albersdorf in Holstein. In: Die Heimat. Band 11, 1901, S. 205–207.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 1: Schleswig-Holstein. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1966, S. 40.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großsteingrab Albersdorf 7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien