Burggrafen von Kirchberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stammwappen der Burggrafen von Kirchberg nach dem Siegel von 1351

Die Burggrafen von Kirchberg waren ein deutsches Adelsgeschlecht in Thüringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kemenate der Wasserburg Kapellendorf aus dem 14. Jh.
Die drei Kirchberg'schen Burgen auf dem Hausberg bei Jena: Greifberg - Kirchberg - Windberg

Die ursprünglichen Grafen von Kapellendorf mit Stammsitz in Kapellendorf bei Apolda wurden kurz vor 1149 von König Konrad III. zu Reichsministerialen erhoben und mit der Burggrafschaft Kirchberg bei Jena belehnt. Namensgebend ist die Burg Kirchberg auf dem Hausberg bei Jena. Sie war zuvor Kaiserpfalz und später Zentrum eines Burgwardbezirks, aus welchem die Burggrafschaft Kirchberg hervorging.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die Kirchberger zu einer der einflussreichsten Adelsfamilien im östlichen Thüringen. Im Jahr 1235 gründeten sie das Zisterzienserinnenkloster Kapellendorf und wählten es als ihre Erbbegräbnisstätte.

Der Niedergang der Burggrafen von Kirchberg setzte schon Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Zerstörung der drei Burgen auf dem Hausberg bei Jena (1304) ein. Im Jahr 1304 gerieten die Kirchberger in eine Fehde mit der Stadt Erfurt und den Wettinern, in deren Ergebnis drei der vier Burganlagen auf dem Hausberg erobert und fast vollständig zerstört wurden. In den folgenden Jahrzehnten mussten die Kirchberger nahezu ihren ganzen Besitz abtreten. 1345 bis 1358 verloren sie ihre Burgen auf dem Hausberg an die Wettiner. 1348 musste Burggraf Hartmann von Kirchberg sogar den Stammsitz, die Wasserburg Kapellendorf, aus Finanznöten an die Stadt Erfurt verkaufen.

Jedoch gewann die Familie im weiter westlich gelegenen Kranichfeld und Farnroda neuen Besitz und war dort noch mehrere Jahrhunderte ansässig. Durch die Heirat Albrechts III. von Kirchberg[1] mit Margareta, der Erbin von Kranichfeld,[2] kam Kranichfeld in den Besitz der Familie und wurde Hauptsitz der Burggrafen von Kirchberg-Kranichfeld.[3]

1714 erwarben die Burggrafen von Kirchberg die Reichsgrafschaft Sayn-Hachenburg und residierten bis 1799 im Westerwald.

Mitglieder des Geschlechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgen und Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Siegel vom Jahre 1351 zeigt auf Schwarz zwei silberne Pfähle und auf dem Helm eine silberne Federkugel. Das silberne Stammwappen hat drei schwarze Pfähle. Der Helm mit Wulst, darauf ein Stulphut der mit einem Federbusch besteckt ist. Das gräfliche Wappen ist geviert, 1 u. 4, auf Silber ein schwarzer gekrönter Löwe (als Zeichen der Grafenwürde für die Burggrafschaft Thüringen), in 2 u. 3 das Stammwappen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Gottfried von Meiern: Vorrede zu H. F. Avemanns vollständige Beschreibung des Gräflichen Geschlechts der Reichsgrafen und Burggrafen von Kirchberg in Thüringen. Frankfurt am Main 1747.
  • Eduard Schmid, J.K.G. Wagner: Geschichte der Kirchberg'schen Schlösser auf dem Hausberge bei Jena: Nach Urkunden und anderen Nachrichten, 1830 Digitalisat
  • Hans-Ulrich Barsekow: Die Hausbergburgen über Jena und die Geschichte der Burggrafen von Kirchberg. Jena 1931.
  • Matthias Rupp: Die vier mittelalterlichen Wehranlagen auf dem Hausberg bei Jena. Jena 1995.
  • Markus Müller: Gemeinden und Staat in der Reichsgrafschaft Sayn-Hachenburg 1652–1799 (Beiträge zur Geschichte Nassaus und des Landes Hessen Bd. 3), zugl. Siegen Univ. Diss. 2004, Wiesbaden, 2005, S. 122, 330. ISBN 978-3-930221-14-1.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herr zu Windberg und Ziegenhain (vor 1372), Herr in Niederkranichfeld (1384/1387), Herr von Altenberge (1387), Herr von Oberkranichfeld (1412, † zw. 15. Februar 1427 und 29. Juni 1427, ▭ im Kloster Kapellendorf), Sohn von Burggraf Albrecht I. von Kirchberg (–1364) und Elisabeth (Else) von Orlamünde (–1372)
  2. Urkundlich 1387 bis 1426, ▭ im Kloster Kapellendorf
  3. Eduard Schmid: Geschichte der Kirchberg'schen Schlösser auf dem Hausberge bei Jena. Verlag J.K.G. Wagner, 1830, Original von: Harvard University, Digitalisiert: 17. Nov. 2008 books.google.de S. 65, abgerufen 19. Februar 2014