Hausberg (Jena)

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Hausberg
Blick vom JenTower auf den Hausberg (rechts)

Blick vom JenTower auf den Hausberg (rechts)

Höhe 391,7 m ü. NHN
Lage Jena, Thüringen, Deutschland
Gebirge Wöllmisse, Ilm-Saale- und Ohrdrufer Platte
Dominanz 1,6 km → P394.4 südl. Steinkreuz
Koordinaten 50° 55′ 29″ N, 11° 36′ 38″ OKoordinaten: 50° 55′ 29″ N, 11° 36′ 38″ O
Hausberg (Jena) (Thüringen)
Hausberg (Jena)
Gestein Muschelkalk
Besonderheiten Fuchsturm (AT)
Burganlagen
Historische Ansicht der Hausbergburgen

Der Hausberg bei Jena ist ein langgestreckter 391,7 m ü. NHN[1] hoher Muschelkalkberg östlich von Jena in Thüringen. Der Berg, auf dem sich der Aussichtsturm Fuchsturm befindet, ist ein beliebtes stadtnahes Wanderziel.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hausberg liegt östlich des Jenaer Stadtzentrums und ist über die Ziegenhainer Höhe (ca. 375 m) mit der Muschelkalkhochfläche der Wöllmisse verbunden. Die unmittelbar oberhalb des Saaletales gelegene Bergkuppe der Wilhelmshöhe erreicht noch eine Höhe von 350 m. Nördlich im Tal des Gembdenbaches liegt der Stadtteil Wenigenjena, östlich Jenaprießnitz und südlich im Ziegenhainer Tal der Ort Ziegenhain.

Burganlagen („Kirchberger Schlösser“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hausberg befanden sich vier mittelalterliche Burganlagen, von denen außer einigen Mauerresten heute nur noch der markante 30 m hohe Fuchsturm erhalten ist. Die vier Burgen auf dem Hausberg werden nach den ehemaligen Eigentümern/Lehnsherren, den Burggrafen von Kirchberg, oft auch Kirchberger Schlösser genannt. Der Hausberg erwies sich im Mittelalter als strategisch günstig, da unterhalb des Berges ein alter Saaleübergang lag. Von der Höhe aus konnte außerdem der Verkehr über die Wöllmisse, durch das Gembdental und durch das Ziegenhainer Tal kontrolliert werden. Drei der vier Anlagen wurden 1304 von den Erfurtern erobert.

Burg Greifberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht der Greifberger wurde erstmals 1156 erwähnt. Die Burg wurde wohl im 13. Jahrhundert von den dominierenden Ministerialen von Kirchberg übernommen. Greifberg wurde beim Sturm der Erfurter 1304 verschont und fiel 1345 an die Thüringer Landgrafen. Von der Burg sind außer einigen Befestigungsgräben noch eine ausgemauerte Zisterne und ein teilweise verschütteter unterirdischer Gang oder Kellergewölbe erhalten. Die Stadt Erfurt hatte zeitweise auf Greifberg eine Besatzung stationiert um die Handelswege zu schützen. Greifberg galt als am stärksten befestigte der Burgen auf dem Hausberg von Jena.

Burg Kirchberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ottonische Burg wurde vermutlich 937 erstmals erwähnt. Sie war Mittelpunkt eines Krongutbezirkes und gleichzeitig eine Kaiserpfalz. Die Burg besuchten nachweislich Otto I., Otto II. und Heinrich II. Wahrscheinlich wurde zum Schutz der Pfalz östlich eine weitere Burg angelegt, für die der Name Kirchberg ebenfalls gebräuchlich war. Die Burggrafen von Kirchberg, die um 1200 zu den mächtigsten Herren im östlichen Thüringen gehörten, waren Ministerialen und behaupteten ihren Besitz bis 1348. Ihre Burggrafschaft wurde nach 1304 in das Herrschaftsgebiet der Wettiner eingegliedert. 1469 werden noch zwei Kirchen auf Windberg und Kirchberg erwähnt, die später verfielen. Der Bergfried (Fuchsturm) der Burg Kirchberg blieb erhalten, wurde mehrfach restauriert und ist heute wieder als Aussichtsturm zugänglich. Gleich daneben wurde im 19. Jahrhundert das Fuchsturmhaus errichtet, das heute noch als beliebte Gaststätte und Ausflugslokal besteht.

Burg Wintberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die östlichste Anlage[2] auf dem Hausberg wurde 1279 erstmals erwähnt und wegen der Konsolidierung der Herrschaft der Kirchberger errichtet. Nach den Befunden bestand die Burg etwa von 1200 bis ins 14. Jahrhundert. Von Wintberg konnten einige Gebäudereste freigelegt werden, u. a. Grundmauern eines Wohnturmes. Wintberg soll als Wohnschloss der Burggrafen von Kirchberg errichtet worden sein und gehörte im 15. Jahrhundert zeitweise den Grafen von Schwarzburg.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Geologische Lehrpfad von Jena führt von Jena-Ost kommend über die Nordseite des Hausberges bis zu den Geologischen Steinmalen hinter dem Fuchsturm; eine 1936 eingerichtete Weihestätte des Bundes der Thüringer Berg-, Burg- und Waldgemeinden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Klaus Hallof und Luise Hallof: Die Inschriften des Landkreises Jena 1995, S. 68

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hausberg (Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]