Burgstraße (Berlin)

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Burgstraße
Wappen
Straße in Berlin
Burgstraße
Blick von der Stadtbahntrasse nach Süden zum Berliner Dom
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 1690
Hist. Namen Hinter der Heiligegeiststraße,
Hinter dem Wursthofe
Anschlussstraßen Kleine Präsidentenstraße (nördlich),
Spreepromenade (südlich)
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 250 Meter
Palais Itzig, 1857: Blick über die Spree auf die Burgstraße von der Friedrichsbrücke aus
Die Börse, 1910

Die Burgstraße ist eine Nebenstraße im Berliner Ortsteil Mitte im gleichnamigen Bezirk und gehört zu den ältesten Verkehrswegen der Hauptstadt. Ende des 17. Jahrhunderts erhielt sie ihren Namen nach der kurfürstlichen Burg aus dem 15. Jahrhundert am – zum damaligen Cölln gehörenden – gegenüberliegenden Spreeufer.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Verlauf der Burgstraße beginnt an der Stadtbahntrasse im Norden, an der Straßenkreuzung Kleine Präsidentenstraße Ecke Neue Promenade und verläuft dann rund 150 Meter nahe dem Spreeufer in südlicher Richtung bis zur Anna-Louisa-Karsch-Straße an der Friedrichsbrücke.

An der östlichen Straßenseite befinden sich Geschäftshäuser. Westlich des Straßenzuges liegen eine öffentliche Grünanlage und die Spree.

An der Ecke Anna-Louisa-Karsch-Straße befindet sich die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgstraße, Schlossfront

Im Mittelalter zog sich der Straßenzug am Ostufer der Spree entlang und durchquerte die Stadtviertel Heilig-Geist- und Nikolaiviertel. Der Beginn war etwa an der heutigen Friedrichsbrücke und das Ende hinter der heutigen Rathausbrücke. Aus dieser Zeit sind auch die Straßennamen Hinter dem Wursthofe (nahe Pomeranzenbrücke, heute Friedrichsbrücke) und An der langen Brücke am Wasser (also bei der Rathausbrücke) bekannt.

Zwischen 1702 und 1704 wurde von der Burgstraße zur Poststraße südlich der Langen Brücke nach Plänen Schlüters das Palais des Grafen Johann Kasimir Kolbe von Wartenberg erbaut. Nach dessen Amtsenthebung 1711 wurde es mit dem angrenzenden Posthaus als „(Alte) Post“ zusammengefasst; Wartenberg trug seit 1702 den Titel eines „General-Erb-Oberpostmeisters“.

Als um 1750 der Wall der Festung abgetragen wurde, erfolgte die Verlängerung des nördlichen Straßenzugs bis zur heutigen Stadtbahntrasse. Der südliche Teil der Straße wurde bis zur Mühlendammbrücke verlängert und die gesamte Uferstraße erhielt den heutigen Namen.

An der Burgstraße 19 gründete 1765 Friedrich II. eine Ecole Militaire.[2]

An der Burgstraße 26 südlich der Pomeranzenbrücke stand 1765 ein Komplex von fünf Häusern, die von Oberbaurat August Gotthilf Naumann d. J. für Daniel Itzig zum Palais Itzig umgebaut wurden. Der Schwiegersohn hatte hier sein Bankgeschäft „Mendel Oppenheim[3][4] und Wolff“.[5] Das Palais wurde 1857 abgerissen und an gleicher Stelle entstand durch den Urenkel des damaligen Bauherren, den Architekten Friedrich Hitzig, das Gebäude der Börse.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lagen an der Burgstraße zeitweilig mehrere Berliner Hotels, die von der touristisch und für geschäftliche Zwecke reizvollen Lage profitierten: Böttchers Hotel (Nr. 11), Cassels Hotel (Nr. 13, ab 1891 Nr. 16), das Hotel König von Portugal (1869: Burgstraße Nr. 12), das Hotel de Saxe (1869: Burgstraße Nr. 20) und das Börsen-Hotel (ab 1880: Nr. 27/27a). Hinter der Burgstraße und den genannten Hotels erstreckte sich zwischen der Marienkirche und der Nikolaikirche die Berliner Altstadt, ein belebtes Geschäftsviertel. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Gebäude der Burgstraße durch alliierte Luftangriffe zerstört.

Nach dem Neu- und Umbau des Stadtzentrums von Ost-Berlin in den Jahren 1965–1969 wurde die Burgstraße zwischen der damaligen Littenstraße (bis 1951: Neue Friedrichstraße) und der Mühlendammbrücke aufgehoben.

Im Jahr 1978 wurde der Teilabschnitt der Littenstraße zwischen Burg- und Spandauer Straße an die Burgstraße angeschlossen, 2001 jedoch wieder herausgelöst und in Anna-Louisa-Karsch-Straße umbenannt. Der 1978 abgetrennte Teil der früheren Burgstraße zwischen Littenstraße und Liebknechtbrücke heißt seit 2016 Vera-Brittain-Ufer.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Mende: Burgstraße. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, Heft 1/2010, S. 337–340; abgerufen am 6. Juni 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgstraße (Berlin) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. hu-berlin.de
  2. Johann Christian Gädicke: Lexicon von Berlin. 1806, S. 379 bis 3891
  3. Mendel Oppenheim (1758–1820)
  4. Jacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 142
  5. Johann Christian Gädicke: Lexicon von Berlin. 1806, S. 35. Bankiers und Wechsler. Von der Jüdischen Nation, Nr. 26: Mendel Oppenheim und Wolff, in der Burgstraße. „Unter diesen sind sehr bedeutende Häuser, welche in der Handelswelt in vollem Kredit stehen.“
  6. Pressemitteilung. Bezirksamt Mitte, 3. Februar 2016

Koordinaten: 52° 31′ 18″ N, 13° 24′ 2″ O