Céline Sciamma

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Céline Sciamma (2017)

Céline Sciamma (* 12. November 1978 in Pontoise) ist eine französische Drehbuchautorin und Filmregisseurin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sciamma wuchs in einem Pariser Vorort auf. Sie absolvierte ein Studium der Französischen Literatur an der Universität Paris-Nanterre. Danach studierte sie von 2001 bis 2005 an der Filmschule La fémis mit der Fachrichtung Drehbuch. In den Jahren 2004 und 2006 verfasste sie Drehbücher für zwei Kurzfilme von Jean-Baptiste de Laubier alias Para One.

Sciamma debütierte 2007 mit dem Spielfilm Water Lilies (Originaltitel Naissance des pieuvres) als Regisseurin. Der Film wurde in Cannes uraufgeführt und erzielte internationale Erfolge.[1] Ihr zweiter Film in Spielfilmlänge, Tomboy, eröffnete die Panoramasektion der Berlinale 2011, während ihr dritter Spielfilm Mädchenbande 2014 die Quinzaine des réalisateurs in der Filmfestspiele in Cannes eröffnete und zahlreiche internationale Preise gewann.

Für den 2016 erschienenen Animationsfilm Mein Leben als Zucchini von Claude Barras verfasste Sciamma das Drehbuch und erhielt hierfür 2017 den César (César für das Beste adaptierte Drehbuch). Gemeinsam mit André Téchiné schrieb sie das Drehbuch zu dem ebenfalls im Jahr 2016 erschienenen Film Mit Siebzehn.[2]

2017 wurde sie für ihre Leistungen als Drehbuchautorin in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) aufgenommen, die unter anderem die Oscars vergibt.[3]

Sciamma ist eine der Initiatorinnen des Collectif 50/50. Der 2018 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die sexuelle und geschlechtsspezifische Vielfalt im Kino und im audiovisuellen Bereich zu fördern.[4]

Mit Porträt einer jungen Frau in Flammen realisierte Sciamma 2019 ihren vierten Spielfilm, für den sie auch das Drehbuch schrieb. Er feierte seine Premiere im Wettbewerb des 72. Filmfestivals von Cannes. Dabei gewann Sciamma den Preis für das beste Drehbuch[5], die Queer Palm[6] und der Film brachte ihr unter anderem den Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch ein. Bei der Nominierung für die Césars 2020 war der Film in fast allen Kategorien vertreten, es wurde jedoch schlussendlich lediglich die Arbeit von Claire Mathon für die Beste Kameraführung prämiert. Den Preis für die Beste Regie erhielt Roman Polanski in einem umstrittenen Entscheid.[7]

2021 erhielt sie für Petite Maman ihre erste Einladung in den Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin.[8] Ein Jahr später wurde sie beim 79. Filmfestival von Venedig als Jurypräsidentin der unabhängigen Nebenreihe Giornate degli Autori ausgewählt.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sciamma war mit der Schauspielerin Adèle Haenel liiert, die sie bei der Arbeit an Water Lilies kennengelernt hatte. Zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit für Porträt einer jungen Frau in Flammen war das Paar bereits getrennt. Homosexuelle Beziehungen sind häufig Thema in Sciammas Filmen und Drehbüchern.[10]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie

Drehbuch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Céline Sciamma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Céline Sciamma - Tomboy (PDF-Datei; 159 kB) Filmarchiv auf berlinale.de, abgerufen am 13. April 2012
  2. Patrick Heidmann: Drehbuchautorin Céline Sciamma: Die Frau hinter den großen Gefühlen. In: Der Spiegel. 18. März 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. Februar 2022]).
  3. „Class of 2017“ http://www.app.oscars.org/class2017/ Abgerufen am 30. Juni 2017.
  4. Andreas Busche, Nadine Lange: „Wir haben einen Kulturkampf begonnen“. In: Der Tagesspiegel Online. 29. Oktober 2019, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 7. Februar 2022]).
  5. Awards der 72. Filmfestspiele Cannes. (abgerufen am 20. November 2021).
  6. Queer Palm. (abgerufen am 20. November 2021).
  7. FAZ: Preis für Polanski: „Fortan hauen wir ab“. Abgerufen am 11. Februar 2022.
  8. Wettbewerb – Neugestaltung filmischer Formen (Memento des Originals vom 11. Februar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlinale.de. In: berlinale.de, 11. Februar 2021 (abgerufen am 11. Februar 2021).
  9. Melanie Goodfellow: Céline Sciamma To Preside Over Jury Of Venice’s Giornate Degli Autori. In: Deadline, 14. Juli 2022 (abgerufen am 15. Juli 2022).
  10. Sex ist im Kino meist ziemlich erbärmlich. Abgerufen am 11. Februar 2022.