Camp Marmal

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Blick über das Camp
Blick Richtung Marmal-Gebirge

Das Camp Marmal (CM) ist das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Es liegt in der Nähe der afghanischen Stadt Masar-e Sharif am Fuße des Hindukusch. Mit dem Bau des Feldlagers wurde im September 2005 begonnen und es hat eine Größe von etwa zweieinhalb mal anderthalb Kilometer.

Der militärische Teil des Regionalflughafens (Flughafen Mazār-i Scharif) liegt auf dem Gebiet des Camps. Innerhalb des CM liegt das norwegische Camp Nidaros. Namensgeber ist das angrenzende Marmalgebirge. Ursprünglich war allerdings der Name Camp Alexander geplant.

Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CM beherbergte den Stab der deutschen Streitkräfte in Afghanistan, das Regionalkommando Nord (Regional Command North – RC N) der International Security Assistance Force (ISAF) sowie die Kräfte der Quick Reaction Force (QRF). Diese wurde seit Juli 2008 erstmals durch die Bundeswehr gestellt und bis 2010 betrieben und schließlich durch zwei Ausbildungs-und Schutzbataillone ersetzt.

Die ISAF-Mission endete am 31. Dezember 2014. Seitdem ist im Camp Marmal im Rahmen der Operation "Resolute Support" die Basis des deutschen Kontingents des "Train Advise and Assist Command (TAAC) North", die von einem deutschen Brigadegeneral geführt wird. Derzeitiger Kontingentführer ist Brigadegeneral Hartmut Renk.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Camp Nidaros, das Camp im Camp“: Die Norweger

Im Rahmen der ISAF-Operation leisteten zeitgleich ca. 5500 Soldaten ihren Dienst im Camp Marmal, davon 2.800 Deutsche. Weitere Kräfte stellen v. a. Vereinigte Staaten, Norwegen und Kroatien sowie 16 weitere Nationen, die vorwiegend der NATO angehören.

CM war Ausgangsbasis für die Aufgaben der ISAF-Soldaten im Rahmen ihres Einsatzes im Norden Afghanistans. Objektschutz, Aufklärung und Nachrichtengewinnung sowie Projekte der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit - CIMIC waren neben der Führung und Versorgung der fünf Provincial Reconstruction Teams (PRT) die Hauptaufgaben. Hier waren im Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif auch die deutschen CH-53 und Transall stationiert. Die seit 2007 hier stationierten Tornados wurden im November 2010 wieder abgezogen.

Die fünf PRTs in Kunduz, Feyzabad, Meymaneh, Pol-e Khomri und Masar-e Sharif unterstanden dem RC North. Sie unterstützten und schützten die neun unter ihrer militärischen Verwaltung stehenden Provinzen beim Wiederaufbau. Dabei stand die Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organizations - NGO) und afghanischen Sicherheitskräften im Vordergrund.

Seit Beginn der Operation Resolute Support sind auf Grundlage des entsprechenden Beschlusses des Deutschen Bundestages noch bis zu 850 Deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert, die weit überwiegende Zahl davon im Camp Marmal.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde das deutsche Einsatzlazarett fertiggestellt. Es verfügt über die medizinischen Einrichtungen und Behandlungsmöglichkeiten eines gut ausgestatteten deutschen Kreiskrankenhauses. In erster Linie dient es als Notfallbehandlungseinrichtung für die Angehörigen der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF). Darüber hinaus steht es im Rahmen bestehender Verträge oder bei akuter Notfallbehandlung auch deutschen Staatsangehörigen in Afghanistan und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen zur Verfügung. Im Rahmen freier Kapazitäten und Mittel werden auch einheimische afghanische Staatsbürger behandelt. Zu Ehren des im April 2010 gefallenen Arztes trägt es seinen Namen: “Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer Lazarett”.

Neben zwei OP-Einheiten stehen diverse Facharztambulanzen, eine Intensiv- sowie eine Pflegestation mit insgesamt 35 Betten zur Verfügung. Die personelle Ausstattung beläuft sich inklusive Klinikleitung, Apotheke und Labor auf ca. 80 Soldaten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Camp Marmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 36° 42′ 41″ N, 67° 12′ 57″ O