Cape No. 7

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Filmdaten
Deutscher TitelCape No. 7
Originaltitel海角七號
Hǎijiǎo Qī Hào
ProduktionslandTaiwan
OriginalspracheHochchinesisch, Taiwanisch, Japanisch
Erscheinungsjahr2008
Länge129 Minuten
Stab
RegieWei Te-Sheng
DrehbuchWei Te-Sheng
ProduktionChang Chang-Ti,
Cheng Ming-Fu
MusikLo Chi-Yi,
Lu Fred
KameraChin Ting-chang
SchnittLai Hui-Chuan,
Su Pei-yi
Besetzung

Cape No. 7 (chinesisch 海角七號, Pinyin Hǎijiǎo Qī Hào) ist ein taiwanischer Kinofilm aus dem Jahr 2008. Regie führte Wei Te-Sheng, für den der Film das erste größere Projekt war. In Taiwan war die Produktion sehr erfolgreich und liegt dort mit über 220 Millionen NT (ca. 5,25 Mio. Euro) bei den Box-Office-Einnahmen an zweiter Stelle hinter Titanic in Taiwan.[1] Wei schrieb zudem das Drehbuch, nachdem er in den Medien von einem Brief gelesen hatte, der trotz der veralteten japanischen Adresse zugestellt werden konnte.

Der Film spielt zum großen Teil im Süden Taiwans, Wei lässt die Darsteller oft das dort verbreitete Taiwanisch sprechen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Als Japan nach dem Zweiten Weltkrieg Taiwan an die Republik China zurückgeben muss, muss der japanische Lehrer (Kousuke Atari) aus Hengchun nach Japan zurückkehren und sich von einer Taiwanerin (Rachel Liang) trennen. Auf dem Schiff zurück nach Japan schreibt er sieben Liebesbriefe an seine Angebetete, die ursprünglich mit nach Japan kommen wollte, sendet sie jedoch nie ab. Erst nach seinem Tod schickt die Tochter des Lehrers die Briefe nach Taiwan, wegen der veralteten, im japanischen Stil geschriebenen Adresse („Cape No. 7“), sind sie jedoch nicht ohne weiteres zuzustellen.

Der Briefträger, dem die Briefe in die Hände fallen, ist Aga (Van Fan), ein Rockmusiker, der in der Hauptstadt Taipeh keinen Erfolg hatte und zurück in den Süden der Insel kehrte. Die Beschäftigung verdankt er seinem Stiefvater (Ju-Lung Ma), der Mitglied im Stadtrat ist, nachdem sein Onkel Mao (Johnny C.J. Lin) nach einem Motorradunfall keine Briefe mehr austragen kann. Um Zeit zu sparen, trägt Aga jedoch nicht alle Briefe aus und öffnet zudem noch das Paket mit den unzustellbaren Liebesbriefen.

Agas Stiefvater nutzt seine Position aus und setzt für ein Konzert des japanischen Sängers Kōsuke Atari im Kenting-Nationalpark durch, dass eine lokale Band als Vorgruppe auftreten und zwei Lieder spielen soll. Doch in Hengchun scheint es keine geeignete Truppe zu geben und so wird kurzfristig eine Band aus ganz unterschiedlichen Charakteren zusammengestellt. Der in Taipeh gescheiterte Aga wird dadurch Leadsänger in einer Gruppe mit einer Grundschülerin am Keyboard. Tomoko (Chie Tanaka), eine Japanerin, bekommt den schwierigen Auftrag, die Band zu managen. Nach einem frustrierenden Beginn kommen sich Aga und Tomoko plötzlich näher und entwickeln eine kurzfristige Beziehung. Am nächsten Tag schämt sich Tomoko für die Nacht mit Aga und bittet ihn, unbedingt den Empfänger für die Liebesbriefe, die sie bei ihm gefunden hat, auszumachen.

Kurz vor dem Konzert erfährt Tomoko die Adresse von einer Hotelangestellten. Aga bricht daraufhin auf, um die Briefe abzuliefern und kommt gerade noch rechtzeitig zurück zum Konzert, welches am Strand von Kenting ein großer Erfolg wird. Als Zugabe spielt die Band spontan "Heidenröslein" von Franz Schubert auf Chinesisch und Japanisch und Aga gesteht auf der Bühne seine Liebe zu Tomoko. Derweil findet die Taiwanerin die Briefe, die Aga neben die schwerhörige Frau gelegt hat und sie erinnert sich an die Liebe von vor sechzig Jahren.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde für 50 Millionen Neue Taiwan-Dollar (ca. 1,2 Mio. Euro) produziert, wobei ein Zehntel aus einem Filmförderungsprogramm der Regierung stammte. Damit war es eines der größten Filmprojekte Taiwans in der jüngeren Geschichte. Das ursprünglich vorgesehene Budget reichte jedoch nicht aus, so dass es zwischendurch Zahlungsschwierigkeiten gab. Dennoch wird der Erfolg des Filmes auf Mundpropaganda sowie zahlreiche Berichte im Internet, zum Beispiel in Blogs, zurückgeführt.[2]

Der Film wurde zwischen September und November 2007 in Hengchun sowie weiteren Orten im Landkreis Pingtung gedreht, einige wenige Szenen wurden bei Taipeh gefilmt.

Aufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Film bei den Filmfestspielen von Taipeh vorgeführt und dort am 20. Juni als Eröffnungsfilm gezeigt. Circa zwei Monate später, am 22. August kam der Film auch in die taiwanischen Kinos.

Im Ausland wurde die Produktion bei einigen Festspielen in den USA (Hawaii), Hongkong, Korea (Pusan) und Japan, im Herbst 2009 auch in München, gezeigt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden vor allem die Beherztheit der bodenständigen Darsteller sowie das Zeigen der Natur im Süden Taiwans hervorgehoben. Die Handlung sei manchmal ein bisschen zu ausschweifend, weil jedem einzelnen Charakter zu viel Zeit gewidmet werde, dem könne aber wegen der gelungenen Darstellung der Landschaft verziehen werden, schreibt Maggie Lee für den Hollywood Reporter.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen von der offiziellen Homepage des Filmes, Stand 11. November 2008
  2. Bericht und Interview mit dem Regisseur bei 聯合新聞網 (Lianhe Newsnet), 31. Oktober 2008
  3. Maggie Lee: Review: Cape No. 7 - BOTTOM LINE: Sunny rock band blues beats with the rustic pulse of provincial Taiwan.