Carl Böckli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Böckli (* 23. September 1889 in St. Gallen; † 4. Dezember 1970 in Heiden; heimatberechtigt in Waltalingen) war ein Schweizer Grafiker, Zeichenlehrer, Karikaturist, Schriftsteller und Redaktor, bekannt insbesondere für seine Arbeiten für den Nebelspalter.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule studierte Böckli an der Kunstabteilung des Technikums Winterthur bei Louis Calame, Leon Petua und Wilhelm Ziegler. Als Gebrauchsgrafiker arbeitete Böckli die weiteren 13 Jahre in Mailand, Lissabon und Karlsruhe. In die Schweiz zurück gekehrt machte er mit dem Politiker und Verleger Ernst Löpfe Bekanntschaft. Dieser hatte 1922 die Verlagsrechte für den Nebelspalter erworben und stellte Böckli als Mitarbeiter für dieses «Illustriertes humoristisch-politisches Wochenblatt» ein. Böckli redigierte es von 1927 bis 1966 und machte es zu einer beachteten kritischen Satirezeitschrift. In dieser Zeit produzierte er als unzählige Zeichnungen, Artikel und Gedichte. Böcklis Zeichnungen und Verse sind in etwa zehn Bänden im Nebelspalter Verlag herausgegeben worden.

Böckli nahm dezidiert Stellung gegen Nationalsozialismus, Faschismus und Kommunismus, was im Titel des Buchs Gegen rote und braune Fäuste klar zum Ausdruck kommt. Das Markenzeichen war ein kleiner, dicklicher, etwas unbedarft wirkender Schweizer mit Sennenkappe, der mit Witz und Mutterwitz den Lauf der Zeiten kommentierte.

Als Böckli 1962 als Bildredaktor des Nebelspalters in den Ruhestand getreten war konnte er wegen Arthritische Beschwerden an der rechten Hand nicht mehr schreiben und zeichnen. So erfand er zwei neue Figuren die idyllische Elsa von Grindelstein und den modernistischen Dadasius Lapidar. Im Zweifingersystem tippt er fortan die komische Lyrik und Nonsens-Gedichte, dieser beiden «Autoren» in die Schreibmaschine.

Carl Böckli lebte seit 1936 in Heiden und starb im gleichen Jahr wie Ernst Löpfe an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

1966 verlieh die Universität Zürich «dem mutigen Bekenner und Patrioten in dunkler Zeit» die Würde eines Ehrendoktors und seine Heimatgemeinde Waltalingen ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger. Anlässlich des 40. Todestages von Carl Böckli wurde 2010 die «Bö-Stiftung» gegründet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Schläpfer: Carl Böckli In: Appenzellische Jahrbücher, Bd. 98, 1970, S. 70–73
  • Eduard Stäuble (Hrsg.): Das Bö Buch. Mit zahlreichen Zeichnungen und Texten von Carl Böckli. Nebelspalter, Rorschach 1975.
  • Ernst Kindhauser (Hrsg.): Carl Böckli – Bö. Seine Zeit, sein Werk. Nebelspalter, Rorschach 1989, ISBN 3-85819-141-8.
  • Hanspeter Mettler: «Bö» soll weiterleben. In: NZZ, 6. Dezember 2012 online, abgerufen am 15. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]