Carl Seitz

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Dieser Artikel behandelt den Mediziner Carl Seitz, nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Politiker Karl Seitz.

Carl Seitz, auch Karl Seitz (* 4. Februar 1858 in München; † 2. April 1942) war ein deutscher Pädiater, Hochschullehrer, Leiter einer Kinderpoliklinik und Obermedizinalrat.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Seitz ist der Sohn des Mediziners und Hochschullehrers Franz Seitz.[2] Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München unter anderem bei Hugo von Ziemssen, Johann Nepomuk von Nußbaum und Max von Pettenkofer, in Wien bei Kapisi und Eduard Heinrich Henoch, sowie bei Robert Koch. Anschließend arbeitete er als Assistent an der pädiatrischen Poliklinik in München, wobei er prägende Erfahrungen machte, die sein Engagement für die Säuglingsfürsorge in München und Bayern begründeten.[3]

1886 wurde er Privatdozent für Kinderheilkunde an der Universität München, 1896 außerordentlicher Professor. 1902 wurde er verbeamtet.[4]

Von 1890 bis zu seiner Emeritierung 1928[5] leitete Seitz die Kinderpoliklinik am Reisingerianum in München, nachdem er zuvor bereits ihr stellvertretender Leiter gewesen war.[6]

1901 gehörte er zu den Unterzeichnern des Aufrufs von Georg Hirth zur Gründung eines „Vereins Kinderschutz“ und war 1902–1921 dessen Vorsitzender.[7] Ab 1903 war er außerdem auch im Vorstand des Vereins „Säuglingsheim München“.

Seitz war auch Oberstabsarzt der Landwehr[8], 1924-1925 erster Vorsitzender des Landesverbands für Mutterschafts-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge in Bayern[9] und Geheimrat.[10]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurzgefasstes Lehrbuch der Kinderheilkunde. Berlin: Karger 1901. (Digitalisat der ersten Seiten)
  • Grundriß der Kinderheilkunde für praktische Ärzte und Studierende. Berlin: Karger 1894.
  • Die Behandlung kranker Kinder. 1893.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eine gute Idee schreibt Geschichte, S. 10.
  2. Zum 80. Geburtstage von Dr. Franz Seraph Seitz, in: Münchener Medizinische Wochenschrift 38 (1891), S. 848 (Commons)
  3. Anton Mößmer: Vom Säuglingsfürsorge-Verein zum Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut: Beitrag zur Geschichte der Säuglings- und Kinderfürsorge in Landshut. Attenkofer, 2003, ISBN 978-3-936511-01-7, S. 119 (books.google.de).
  4. Münchener Universitätsreden. Neue Folge 36, S. 6
  5. Julia Gmelin: Die Chronik der Kinderklinik an der Lachnerstrasse - Lachnerklinik, S. 10 (Dissertation)
  6. Münchener Universitätsreden. Neue Folge 36, S. 6.
  7. Eine gute Idee schreibt Geschichte, S. 10.
  8. Johannes-Geert Hagmann: Das Deutsche Museum und der Bayerische Lazarettzug No. 2: Vorbild und Vorführprojekt, S. 3.
  9. Dominik S. Rahammer: Die öffentliche Säuglings- und Schwangerenfürsorge sowie Mütterberatung in München während der Weimarer Republik, S. 41, 160.
  10. Julia Gmelin: Die Chronik der Kinderklinik an der Lachnerstrasse - Lachnerklinik, S. 23 (Dissertation)