Carl Timoleon von Neff

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Carl Timoleon von Neff

Carl Timoleon von Neff, auch Timofej Andreevic Neff (russisch Тимофей Андреевич Нефф; * 14. Oktober 1804 auf dem Gutshof Püssi, heute Kreis Ida-Viru, Estland; † 5. Januar 1877 in Sankt Petersburg, Russland)[1] war ein deutschbaltischer kaiserlich russischer Hofmaler, Konservator und Kunstsammler.

Leben und Werk

Neff wurde als uneheliches Kind der Lehrerin Felicite Neff auf dem Hof Püssi (deutsch Neu-Isenhof) im Gouvernement Estland geboren. Er studierte ab 1824 Malerei an der Kunstakademie Dresden. Ab 1826 arbeitete er in Sankt Petersburg, wo er durch sein Talent schnell zum Hofmaler des Zaren Nikolaus I. aufstieg. In Italien bildete er sich weiter. Ab 1839 war Neff Dozent an der Petersburger Kunstakademie. 1846 wurde er Ehrenmitglied der Akademie der Schönen Künste in Florenz.

Im Sommer 1838 heiratete er Luise von Kaulbars. Das Paar hatte zwei Kinder.

1849 wurde ihm in Sankt Petersburg der akademische Titel eines Professors verliehen. 1850 erwarb Neff den Gutshof von Piera (heute Piira) bei Wesenberg (heute Rakvere, Landgemeinde Vinni), in dem er sein eigenes Atelier einrichtete. Dort entstanden auch die meisten seiner Bilder.[2] Ab 1854 war Neff Konservator an der Eremitage und künstlerischer Aufseher über die zaristischen Schlösser. Er verkehrte in den Salons und höchsten Adelskreisen Russlands.

Neff ist besonders als Maler von Porträts, biblischen und mythologischen Szenen sowie Genrebildern (Badende, Nymphen sowie idealisiertes Bauernleben) bekannt geworden. Daneben erhielt er zahlreiche Aufträge von der orthodoxen Kirche. Malereien in der Petersburg Isaakskathedrale, in der Uspenski-Kathedrale von Helsingfors und in Russisch-Orthodoxen Kirche von Wiesbaden stammen unter anderem von ihm.

In seinem Gutshaus auf Gut Münkenhof bei Ladikfer (heute Muuga von Laekvere, Estland) - die Güter Münkenhof und Piera gehörten ihm beide ab 1861 - legte Neff eine große Kunstsammlung an, die sich heute größtenteils im Estnischen Kunstmuseum in Tallinn befindet. Das neue Gutshaus hatte er zwischen 1866 bis und 1872 im Stil der Neorenaissance erbauen lassen. Die marmorne Innentreppe war ein persönliches Geschenk des russischen Zaren Alexanders II.[3]

Neff liegt heute auf dem Friedhof von Simuna (deutsch Sankt-Simonis) begraben.

Wann Neff in den russischen erblichen Adelsstand erhoben wurde, ist nicht überliefert. Fest steht nur, dass erst sein Sohn Heinrich von Neff, Gutsherr auf Münkenhof, am 15. Januar 1881 in die Estländische Ritterschaft immatrikuliert wurde.[4]

Literatur

  • Heino Ross: Carl Timoleon Neff 200. Tallinn 2006
  • Tiina Abel (Hrsg.): Carl Timoleon von Neff. Kunstnik ja tema kodu. C. T. von Neffi kunstikogu Piira ja Muuga mõisast. Tallinn 2005

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nach russischem Kalender: * 2. September 1804; † 24. Dezember 1876 - Quelle: Internet-Datei des Mormonen-Archivs, Utah
  2. http://www.laekvere.ee/lleht/10_2004.pdf
  3. Eesti Elulood. Tallinn: Eesti Entsüklopeediakirjastus 2000 (= Eesti Entsüklopeedia 14) ISBN 9985-70-064-3, S. 320
  4. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IX, Seite 351, Band 116 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1998, ISBN 3-7980-0816-7