Carmen Reinhart

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Carmen Reinhart 2009 an der University of Maryland

Carmen Maria Reinhart (* 7. Oktober 1955 in Havanna als Carmen Maria Castellanos) ist eine US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Kuba geborene Reinhart kam mit ihrer Familie 1966 in die Vereinigten Staaten, wo sie sich zunächst in Pasadena niederließ. Später zog sie nach Miami, wo sie an der Florida International University studierte. Nach dem Abschluss als Bachelor of Arts mit summa cum laude ging sie an die New Yorker Columbia University, wo sie neben dem Master of Arts 1980 auch 1981 als Master of Philosophy abschloss. Unter Robert Mundell graduierte sie 1988 mit der Dissertationsschrift „Real Exchange Rates, Commodity Prices, and Policy Interdependence“ als Ph.D. an der Universität.

Zwischen 1982 und 1986 arbeitete Reinhart bei Bear Stearns. 1988 ging sie als Ökonomin zum Internationalen Währungsfonds. 1996 wechselte sie als Associate Professor zur University of Maryland, dort wurde sie 2000 zur ordentlichen Professorin berufen und leitete ab 2009 als Direktorin das Center for International Economics der Hochschule. 2011 wechselte sie ans Peterson Institute for International Economics nach Washington, D.C., ein Jahr später folgte sie einem Ruf der Harvard Kennedy School.

Die Veröffentlichungen Reinharts thematisieren verschiedene Aspekte der Makroökonomie und Weltwirtschaft und reichen dabei von Krisen in den 1970er- und 1980er-Jahren bis zur Finanzkrise ab 2007. Dabei publizierte sie unter anderem gemeinsam mit Guillermo Calvo oder Kenneth S. Rogoff, sie zählt zu den meistzitierten Wirtschaftswissenschaftlern weltweit und gilt als meistzitierte Wirtschaftswissenschaftlerin.

Berechtigte Kritik an ihrer Person hat Reinhart vor allem durch eine Seminararbeit des damaligen Studenten Thomas Herndon hinnehmen müssen. Die Excel-Berechnungen, die dem von Reinhart zusammen mit Kenneth S. Rogoff publizierten Aufsatz „Growth in a Time of Debt“ (2010) zu Grunde lagen, waren laut Herndon aus mehreren Gründen falsch. Herndon hat dies mit seinen Professoren Pollin und Ash in der im „Cambridge Journal of Economics“ erschienenen Publikation „Does high public debt consistently stifle economic growth? A critique of Reinhart and Rogoff“ ausführlich dargelegt. Der Artikel, den unter anderem Paul Krugman in seiner Kolumne für die „New York Times“ und Mark Carney zitiert haben, übt damit auch Kritik an einer strengen, aus dem RR-Papier abgeleiteten Haushaltsdisziplin.[1]

Reinharts Ehemann Vincent Reinhart ist ebenfalls Wirtschaftswissenschaftler, sie lernten sich in den 1970er Jahren während des Studiums kennen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carmen Reinhart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. brand eins 11/15, Seiten 55 f.