Carola von Braun

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carola von Braun (* 12. September 1942 in Nakuru, Kenia) ist eine deutsche Politikerin der FDP und Frauenrechtlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carola von Braun ist die Tochter von Hildegard Beck-Margis und des ehemaligen UNO- und Frankreich-Botschafters und Staatssekretärs im Auswärtigen Amt, Sigismund von Braun (1911–1998). Sie kam in Kenia zur Welt, wo ihre Familie zusammen mit Diplomatenfamilien aus anderen Ländern in einem britischen Lager interniert war. Ihr Onkel war der Raketentechniker Wernher von Braun, ihre Schwester ist die Kulturwissenschaftlerin Prof. Christina von Braun. Ihre Großmutter Hildegard Margis starb im Frauengefängnis Barnimstraße, nachdem sie wegen ihres Widerstandes im Zusammenhang mit der Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob verhaftet worden war.

Von 1979 bis 1981 war von Braun Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion im Rhein-Sieg-Kreis und von 1980 bis 1983 als Mitglied des Deutschen Bundestags bildungs- und kulturpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. 1984–1990 war sie die erste Frauenbeauftragte des Berliner Senats. Danach wurde sie Landesvorsitzende der FDP.

Bei der Berlinwahl 1990 war sie Spitzenkandidatin der FDP. Bei dieser Wahl kehrte die FDP in das Berliner Abgeordnetenhaus zurück und von Braun wurde Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo sie auch zur Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.

Von 1982 bis 1992 gehörte sie dem Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung an.

1986–1994 war sie Mitglied des Bundesvorstands der FDP. 1991–1994 war sie Mitglied des Bundespräsidiums der FDP.

1994 gab sie zunächst den Landesvorsitz der FDP und dann den Fraktionsvorsitz auf. Gleichzeitig beendete sie auch die Parlamentsarbeit. Grund war ihre Verstrickung in die sogenannte „Figaro-Affäre“.[1] Ihr wurde seinerzeit von fraktionsinternen Rechnungsprüfern vorgeworfen, private Flug- und Taxispesen sowie Friseurrechnungen über die FDP-Fraktionskasse abgerechnet zu haben. Wegen Fehlens tatsächlicher und rechtlicher Anhaltspunkte wurde das strafrechtliche Ermittlungsverfahren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Berlin vom 26. September 1994 eingestellt.[2] Auch der Landesrechnungshof Berlin hatte am Verhalten von Brauns nichts zu beanstanden.

Sie hat aus erster Ehe zwei Söhne. In zweiter Ehe ist sie mit dem Juristen Jürgen Colsman verheiratet.

Ehrenamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carola von Braun initiierte 1992 die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e. V. (Üpfi), ein über Fraktionsgrenzen wirkendes Bündnis engagierter Frauen des Berliner Abgeordnetenhauses, der Berliner Landesregierung, der Gewerkschaften, aus Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens. Sie ist deren Vorstandssprecherin.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 104 f.
  • Carola Freifrau von Braun, in: Internationales Biographisches Archiv 35/1994 vom 22. August 1994, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael L. Müller: Die gute Seite der „Figaro-Affäre“. In: Welt Online. 6. Mai 2003, abgerufen am 8. Dezember 2018.
  2. AZ 74 Js 6/94
  3. Überparteiliche Fraueninitiative: Wie alles begann. In: berlin-stadtderfrauen.de. Abgerufen am 8. Dezember 2018.
  4. Carola von Braun wird mit der Louise-Schroeder-Medaille geehrt. Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Februar 2015, abgerufen am 22. Mai 2019.