Cat Power

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Cat Power, 2011
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
You Are Free
  US 105 08.03.2003 (4 Wo.)
The Greatest
  DE 72 03.02.2006 (2 Wo.)
  CH 57 05.02.2006 (6 Wo.)
  UK 45 04.02.2006 (1 Wo.)
  US 34 11.02.2006 (6 Wo.)
Jukebox
  DE 18 01.02.2008 (5 Wo.)
  AT 40 01.02.2008 (3 Wo.)
  CH 20 03.02.2008 (9 Wo.)
  UK 32 02.02.2008 (3 Wo.)
  US 12 09.02.2008 (7 Wo.)
Sun
  DE 19 14.09.2012 (3 Wo.)
  AT 21 14.09.2012 (2 Wo.)
  CH 9 16.09.2012 (5 Wo.)
  UK 33 15.09.2012 (1 Wo.)
  US 10 22.09.2012 (6 Wo.)

Cat Power (* 21. Januar 1972 als Charlyn Marie „Chan“ Marshall in Atlanta), ist eine US-amerikanische Musikerin und Songwriterin des Alternative Country. Sie tritt solo oder mit wechselnden Begleitmusikern auf.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marshall wuchs als Kind getrenntlebender Hippie-Eltern im Süden der USA auf. Ihr Vater war Musiker, missbilligte jedoch die musikalischen Ambitionen seiner Tochter. Sie verließ die High School ohne Abschluss. Mit Glen Thrasher und Mark Moore gründete sie in Atlanta die Band Cat Power. Danach zog sie nach New York City um. Als sie 1994 im Vorprogramm von Liz Phair spielte, lernte sie Steve Shelley von Sonic Youth und Tim Foljahn von Two Dollar Guitar kennen. Diese ermutigten sie zum Aufnehmen und waren Gastmusiker auf ihren ersten beiden Alben Dear Sir (1995) und Myra Lee (1996). 1996 bekam sie einen Vertrag bei Matador, wo ihr drittes Album What Would the Community Think erschien, auf dem unter anderem der Song Nude as the News zu finden ist.

Das 1998er Album Moon Pix wurde in Australien aufgenommen. Darauf sind u. a. Mick Turner und Jim White von der Band Dirty Three als Begleitmusiker zu hören. Mit diesem Album und der Single Cross Bones Style festigte sie ihren Status bei Kritikern und Fans. In diesen Jahren tourte Marshall um die Welt, wo sie zumeist in kleineren, aber häufig ausverkauften Clubs spielte. Im Jahr 2000 veröffentlichte sie das Album The Covers Record mit ausgewählten Coversongs und nur einem eigenen Stück. Die Aufnahmen stammten aus verschiedenen Sessions der vorangegangenen zwei Jahre. Neues eigenes Material veröffentlichte sie erst 2003 auf You Are Free. Gastmusiker waren hier unter anderem Eddie Vedder, Dave Grohl und Warren Ellis von Dirty Three. Als eine Inspiration für das Album gab Marshall den Film Good Will Hunting (1997) von Gus Van Sant an.

2004 erschien die DVD Speaking for Trees. Sie enthält fast zwei Stunden Filmmaterial, die Marshall in einem Wald musizierend zeigen. Die dazugehörige Audio-CD enthält unter anderem den 18-minütigen Song Willie Deadwilder, bei dem sie von M. Ward auf der Gitarre begleitet wird. Im Juni 2005 trat Marshall in London bei dem von Patti Smith kuratierten Meltdown Festival auf. Das Album The Greatest erschien im Januar 2006. Chan Marshall hat sich für die Aufnahmen nach Memphis begeben und unter anderem den Gitarristen von Al Green, Teenie Hodges in die Produktion der Aufnahmen einbezogen. Das Album ist – anders als seine oft kargen Vorgänger – sehr großzügig instrumentiert. Neben Piano und Gitarre kommen in vielen Songs Bläser, Saxophon oder eine Country-Instrumentierung zum Einsatz.

Aufgrund ihres Alkoholkonsums und psychischer Probleme war sie mehrfach in klinischer Behandlung[2] und sagte deshalb auch 2006 die zur Veröffentlichung von The Greatest geplante US-Tournee ab. Im selben Jahr kehrte sie mit mehreren Festivalauftritten auf US-amerikanische Bühnen zurück, und im Frühjahr 2007 tourte sie durch Westeuropa. 2006/2007 arbeitete sie an dem Wong-Kar-Wai-Film My Blueberry Nights mit. Sie lieferte Musik für den Soundtrack (die Songs Living Proof und The Greatest aus dem gleichnamigen Album) und agierte als Schauspielerin.

Das 2008 veröffentlichte Album Jukebox enthält mit Metal Heart und Song to Bobby zwei Chan-Marshall-Kompositionen; die weiteren elf Songs sind eigenwillige Coverversionen von Songs, wie z. B. New York (bekannt durch Frank Sinatra), I Believe in You (Bob Dylan), Blue (Joni Mitchell) und Ramblin' Woman (Hank Williams).

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik von Marshall ist meist minimalistisch, mit sparsamen Gitarren- und Pianoklängen begleitet sie sich selbst, oft unterstützt von einer Violine, Schlagzeug oder anderen Instrumenten. Ihr Gesang steht in der Tradition des Folk, Blues und Country der Südstaaten. Manche Konzerte enthalten größere Phasen improvisierende Musik.

Zusammenarbeit mit anderen Musikern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 war Marshall auf dem Album White People der Handsome Boy Modeling School zu hören, ebenso arbeitete sie mit Howe Gelb von Giant Sand bei seinem Nebenprojekt The Band of Blacky Ranchette zusammen. Des Weiteren ist sie in der The Flaming Lips-Dokumentation The Fearless Freaks zu sehen. Im Film V wie Vendetta ist sie ebenfalls zu hören, dazu auch auf dem Soundtrack des Films mit dem Song I Found a Reason. Zudem gehört ihr Song Werewolf vom Album You Are Free zum Soundtrack des Films Zerrissene Umarmungen des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dear Sir (1995, Plain Records)
  • Myra Lee (1996, Smells Like Records)
  • What Would the Community Think (1996, Matador Records)
  • Moon Pix (1998, Matador Records)
  • The Covers Record (2000, Matador Records)
  • You Are Free (2003, Matador Records)
  • The Greatest (2006, Matador/Indigo)
  • Jukebox (2008, Matador Records)
  • Sun (2012, Matador Records)

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • New and Old Songs (2002, Matador Records)
  • An Album Club Exclusive (2006, Matador Records)
  • Live Session (2006, Matador Records)
  • Dark End of the Street (2008, Matador Records)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Headlights (1994, The Making Of Americans)
  • Nude as the News (1996, Matador)
  • Undercover (2000, Undercover Inc.)
  • He War (2002, Matador)
  • Free (2003, Matador)
  • The Greatest (2006, Matador)
  • Could We (2006, Matador)
  • Lived in Bars (2006, Matador)
  • Living Proof (2006, Matador)
  • New York (2008, Matador)
  • Song to Bobby (2008, Matador)

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Speaking for Trees (2004)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jaan Uhelszki: Magnolie aus Stahl. In: Das Magazin, 29. Februar 2008[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: DE AT CH UK US1 US2
  2. Interview mit dem Spin Magazine vom 22. November 2006 (Memento vom 19. Mai 2007 im Internet Archive)
  3. Album-Kritik und Interview mit Cat Power vom 23. November 2010 (Memento vom 2. Dezember 2010 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cat Power – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien