Château-des-Prés

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Château-des-Prés
Château-des-Prés (Frankreich)
Château-des-Prés
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Jura
Arrondissement Saint-Claude
Kanton Saint-Laurent-en-Grandvaux
Gemeindeverband La Grandvallière
Koordinaten 46° 30′ N, 5° 54′ OKoordinaten: 46° 30′ N, 5° 54′ O
Höhe 890–1.070 m
Fläche 8,62 km2
Einwohner 203 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 24 Einw./km2
Postleitzahl 39150
INSEE-Code

Château-des-Prés ist eine Gemeinde im französischen Département Jura in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Château-des-Prés liegt auf 942 m, etwa zwölf Kilometer nördlich der Stadt Saint-Claude (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Jura, auf einer ausgedehnten Hochfläche zwischen dem Tal der Bienne und dem Lac de l’Abbaye, am Südwestfuß des Mont d’Ecuvet, nördlich der Combe de Laume.

Die Fläche des 8,62 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Die Landschaft weist nur geringe Reliefunterschiede auf und ist geprägt durch parallel verlaufende Geländerippen und Senken, die gemäß der Streichrichtung des Faltenjuras in diesem Gebiet in Richtung Südwest-Nordost orientiert sind. In strukturgeologischer Hinsicht stellen sie eine Reihe von Antiklinalen und Synklinalen dar, die überwiegend aus Gesteinsschichten der oberen Jurazeit bestehen.

Der westliche Gemeindeteil wird vom Bach Loutre entwässert, der jedoch nach nur wenigen Kilometern versickert. Das übrige Gemeindeareal zeigt keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im porösen kalkhaltigen Untergrund versickert. Nach Osten erstreckt sich der Gemeindeboden über den Mont d’Ecuvet (1020 m) in die ausgedehnten Waldregionen von Bois de la Pontoise, Bois du Fournet (1023 m), Bois de Seillières (1030 m) und ganz im Osten zum Bois des Ecolets, an dem mit 1080 m die höchste Erhebung von Château-des-Prés erreicht wird. Das Gemeindegebiet ist Teil des Regionalen Naturparks Haut-Jura (frz: Parc naturel régional du Haut-Jura).

Zu Château-des-Prés gehören der Weiler Les Frasses (960 m) in einer Rodungsinsel am Westfuß des Bois des Ecolets sowie verschiedene Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Château-des-Prés sind Grande-Rivière im Norden, Hauts de Bienne mit Lézat im Osten, Villard-sur-Bienne im Süden sowie Nanchez mit Chaux-des-Prés im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung ist nicht gesichert, doch wird vermutet, dass mit dem Namen Castaniacum in einer Urkunde des Kaisers Lothar I. von 855 das heutige Château-des-Prés gemeint war. Der Ortsname wandelte sich in der Folge über Castrum de Pratis, Chatel und Chastel-des-Prelz zur jetzigen Schreibweise.

Das Gebiet gehörte zum Herrschaftsbereich der Abtei Saint-Claude. Um sich gegen Angriffe aus den umliegenden Herrschaftsgebieten zu wehren, ließ der Abt um 1240 bei Château-des-Prés eine Burg errichten. So wurde der Ort zum Mittelpunkt einer Kastlanei, die von Saint-Claude abhängig war und auch das Nachbardorf Chaux-des-Prés umfasste. Im Jahr 1436 ging die Oberhoheit über das Gebiet durch einen Parlamentsentscheid vom Abt an die Freigrafschaft Burgund über. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Château-des-Prés mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche Saint-Georges wurde 1822 neu erbaut. Beim Weiler Les Frasses befindet sich eine Landkapelle. Von der mittelalterlichen Burg auf dem Mont d’Ecuvet sind Ruinen erhalten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 162
1968 162
1975 141
1982 168
1990 195
1999 166
2005 172

Mit 203 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) gehört Château-des-Prés zu den kleinen Gemeinden des Département Jura. Während des gesamten 20. Jahrhunderts lag die Einwohnerzahl stets im Bereich von rund 170 Personen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Château-des-Prés war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Viehzucht und Milchwirtschaft, sowie durch die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Einige Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an der Departementsstraße D437, die von Saint-Claude nach Saint-Laurent-en-Grandvaux führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Chaux-des-Prés und Lézat.