Charles Eisen

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Charles Eisen

Charles Dominique Joseph Eisen (* 17. August 1720 in Valenciennes; † 4. Januar 1778 in Brüssel) war ein französischer Maler, Radierer, Zeichner und Illustrator. Er wurde besonders durch seine Illustrationen und Vignetten für Bücher bekannt und gilt als einer der sinnlichsten Illustratoren des achtzehnten Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Eisen war der zweite Sohn des ab etwa 1705 in Valenciennes lebenden flämischen Malers Frans Eisen (1695–1778) und dessen Frau Marie-Marguerite Gainse.[1] Zunächst war er ein Schüler seines Vaters. Um seine Ausbildung zu vollenden, war er von 1742 bis 1746 in Paris im Atelier des bekannten Kupferstechers Jacques-Philippe Le Bas.

1745 erhielt Eisen, wohl auf Vermittlung durch Le Bas, seinen ersten bedeutenden Auftrag. Er gestaltete einen Band über die Verlobungsfeier des Dauphin Louis de Bourbon mit Maria Theresia von Spanien. Zwei Jahre später gründete er seinen Ruf und seine Unabhängigkeit mit 43 Zeichnungen für eine Auflage der Werke von Nicolas Boileau. 1750 wurde er als Historienmaler in die Académie de Saint-Luc mit einem Gemälde zu Daedalus und Ikarus aufgenommen.

Für zahlreiche bekannte Werke fertigte Eisen die Entwürfe des Buchschmuckes, so etwa 1762 für Jean de La Fontaines Contes e nouvelles en vers („Verserzählungen und -novellen“), 1767 für Les Métamorphoses von Ovid wie auch für Voltaires La Henriade. Eisens Illustrationen der Zeit Ludwig XV. gelten als besondere Beispiele der „gravure galante“.

Eisen gab zeitweilig der Marquise de Pompadour Privatunterricht im Zeichnen.[2] Durch deren bedeutsamen Einfluss als Mätresse Ludwig XV. wurde Eisen Hofmaler und Professor an der Acadèmie de Saint-Luc. Die Unregelmäßigkeit seines Privatlebens, seine groben Manieren und sein ausschweifendes Leben sowie Schulden ließen ihn in Ungnade fallen. 1877 floh er vor seinen Gläubigern aus Paris nach Brüssel, wo er im folgenden Jahr verstarb.

Eisen war ab 1745 mit der 13 Jahre älteren Apothekerstochter Anne Aubert verheiratet. Von seinen sechs Kindern wurden die Söhne Christophe Charles (* 1744) und Jacques Philippe (* 1747) ebenfalls als Künstler bekannt.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Eisen: Illustration zu
Le Diable de Papefiguiere
in La Fontaine: Contes e nouvelles en vers

Illustrationen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Charles Eisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Eisen. In: Dictionnaire critique de biographie et d’histoire Plon, Paris 1867, S. 529–531 (französisch; Volltext in der Google-Buchsuche)
  2. Charles Eisen. In: Mary L. Myers: French Architectural and Ornament Drawings of the Eighteenth Century. Metropolitan Museum of Art, New York 1991, ISBN 0-87099-625-8, S. 66 (Google books, auch bei archive.org)
  3. Eisen, Christophe Ch. und Eisen, Jacques Ph. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler ... Band 10, E. A. Seemann, Leipzig 1914, S. 429.