Charlie Hall

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Charlie Hall (* 19. August 1899 in Birmingham, England; † 7. Dezember 1959 in Hollywood, Los Angeles, Kalifornien) war ein britischer Filmschauspieler. Hall erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Auftritte als Widersacher von Laurel und Hardy, deren häufigster Nebendarsteller er in fast 50 Filmen war.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie Hall wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf. Der gelernte Zimmermann trat noch als Jugendlicher der Vaudevilletruppe um Fred Karno bei, in welcher auch Charles Chaplin, Stan Laurel und Will Hay ihre Karrieren begonnen hatten. 1920 besuchte Hall seine Schwester in New York City und ließ sich dabei dauerhaft in den Vereinigten Staaten nieder. Er fand Arbeit als Bühnenarbeiter, versuchte es dann aber doch noch einmal mit der Schauspielerei. 1921 gab Hall sein Filmdebüt in Hollywood, noch während der Stummfilmzeit. Ab Mitte der 1920er Jahre war Hall einer der vielen Komödienschauspieler, welche vom Produzenten Hal Roach in dessen Filmen eingesetzt wurden. Als er sich um 1938 einmal mit seinen Studiobossen zerstritten hatte, musste er in einer englischen Gasmaskenfabrik für ein Monatsgehalt von etwas mehr als drei US-Dollar arbeiten. Er bat den Regisseur George Stevens um 200 US-Dollar, damit er nach Hollywood zurückkehren konnte. Letztlich gelang ihm das Comeback.[2]

Obwohl Hall auch häufig mit anderen Roach-Komikern wie Charley Chase und den Kleinen Strolchen drehte, ist er heute vor allem durch die Rolle des ständigen Widersachers von Laurel und Hardy bekannt. Er spielte in 44 der 106 Filme des Komikerduos und ist damit ihr häufigster Nebendarsteller, noch vor James Finlayson oder Mae Busch. Wegen seiner kleinen Statur (1,64 Meter) war der dunkelhaarige Schauspieler meist in der Rolle des erbosten „Giftzwerges“ zu sehen und wurde oftmals als „kleine Nemesis“ von Laurel und Hardy bezeichnet.[3] Seine Auftritte beim Komikerduo waren unterschiedlicher Größe: Während er in einigen Filmen nur wenige Sekunden zu sehen ist, spielt er in anderen beinahe Hauptrollen neben dem Komikerduo. Er verkörperte unter anderem den strikten Pensionswirt in Laurel und Hardy: Alle Hunde lieben Stan, welcher am Ende des Filmes wegen Stan und Ollie Selbstmord begeht. Einmal hatte er sogar eine zwei Filme überdauernde Fehde mit Laurel und Hardy: In Jene fernen Berge machen sie versehentlich Halls Frau Mae Busch betrunken, und im zweiten Film Die besudelte Ehre ziehen Stan und Ollie neben seinem Lebensmittelladen ein. Er erkennt die beiden sofort wieder und zerstört das Geschäft des Komikerduos, weil er eine Affäre zwischen Ollie und seiner Frau vermutet. Eine seiner wenigen freundlichen Rollen gegenüber Stan und Ollie war sein kurzer Auftritt als hilfsbereiter Postbote in Der zermürbende Klaviertransport. Noch mit über 40 Jahren spielte er einen Studenten in In Oxford, wo er sich wieder einmal an Stan und Ollie rächen will.

Neben seiner Arbeit mit Laurel und Hardy war er auch in anderen Filmen zu sehen, etwa in Buster Keatons College, King Kong und die weiße Frau, Ich tanz’ mich in dein Herz hinein und In der Hölle ist der Teufel los!. Jedoch spielte er außerhalb von Laurel und Hardy meistens nur Komparsenrollen. Nach dem Ende der Hal-Roach-Filme übernahm Hall in den 1940er- und 1950er-Jahren bei den großen Hollywoodstudios viele Kleinstrollen und spielte vereinzelt auch im Fernsehen. Er trat unter anderem in mehreren RKO-Kurzfilmen seines früheren Roach-Kollegen Edgar Kennedy auf, spielte mit Charlie Chaplin in Rampenlicht und war in einer Folge von Alfred Hitchcock Presents zu sehen. Nach fast 300 Filmen zog er sich 1956 aus dem Schauspielgeschäft zurück.

Charlie Hall verstarb 1959 im Alter von 60 Jahren. Er war zweimal verheiratet, nämlich mit Dolly Gray bis zu ihrem Tod im Jahre 1937 und Wilda George. Charlie Hall liegt im Forest Lawn Memorial Park in Glendale begraben. In der Nähe von Birmingham gibt es ein Museum namens The Charlie Hall als Hommage an den Komödienschauspieler, außerdem wurden in den letzten Jahren zwei Bücher über ihn veröffentlicht.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dean McKeown: The Charlie Hall Picture Archive. The Nutty Nut News Network Press. (2009)
  • John Ullah: This Is More Than I Can Stand: A Biography of Charlie Hall (2012)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charlie Hall bei Nutty Networks
  2. Artikel in der Birmingham Mail
  3. Charlie Hall bei Laurel and Hardy.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]