Christiane Reppe

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Christiane Reppe
Paracycling, Schwimmen, Paratriathlon

Persönliche Informationen
Art der Behinderung (Klass.): Beinamputation (WH4)
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 21. August 1987
Geburtsort: Dresden
 

Christiane Reppe (* 21. August 1987 in Dresden) ist eine ehemalige deutsche Spitzensportlerin im Bereich Para-Triathlon.

Werdegang und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Reppe, der im Alter von fünf Jahren aufgrund eines bösartigen Nerventumors das rechte Bein amputiert werden musste, startete bereits mit zwölf Jahren ihre Sportkarriere.[1] Als Teil des Nachwuchskaders der deutschen Ski-Nationalmannschaft erreichte sie bei Deutschen Meisterschaften und Weltcups mehrere zweite und dritte Plätze.

Schwimmsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Reppe 2019 im Neoprenanzug

Parallel begann die Athletin mit dem Schwimmtraining. Bereits im Winter 2002 qualifizierte sich Reppe für ihre ersten Schwimm-Weltmeisterschaften in Mar del Plata, Argentinien, und gewann dort zwei Bronzemedaillen.

Fortan schwamm sie am Landesstützpunkt in Dresden bei Trainer Dirk Oehme und konnte weitere Erfolge erzielen: Bei den Paralympischen Spielen in Athen 2004 gewann sie zweimal Bronze in den Einzeldisziplinen 100 m und 400 m Freistil. Ausgezeichnet wurde sie dafür im selben Jahr mit dem Silbernen Lorbeerblatt.

Um neue Trainingsreize zu setzen, verlagerte die damals 20-Jährige ihren Trainingsort nach Berlin. Dort startete sie für den PSC Berlin und trainierte beim Berliner Schwimmteam,[2] unter der Leitung von Matthias Ulm. Aufgrund einer Schulterverletzung kehrte die damalige Wahlberlinerin von den Paralympischen Spielen in Peking 2008 mit einem guten 6. Platz in der Disziplin 400 m Freistil zurück. Im August 2011 wechselte sie zum Berliner Trainer Phillip Semechin. Ziel waren die Paralympischen Spiele in London 2012. Auf ihrer Paradestrecke, den 400 m Freistil, erschwamm sie sich dort, neben weiteren Finalteilnahmen, einen 5. Platz. Nach den Paralympischen Spielen in London 2012 beendete Reppe ihre Schwimmkarriere und damit zunächst auch den Leistungssport.

In ihrer Laufbahn als Leistungsschwimmerin konnte sie von 2002 bis 2012 große Erfolge verbuchen. Sie hält mehrere deutsche Rekorde im Schwimmen.

Handbike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Reppe mit ihrem Handbike

Im Jahr 2013 wandte sich Reppe einer anderen Sportart zu, dem Handbiken. Bereits in ihrer ersten Saison schafft sie es durchgängig bei allen Wettkämpfen einen Medaillenplatz zu belegen.

Während ihres ersten Weltcups in Segovia, Spanien, qualifizierte sie sich dank zweier Silbermedaillen für ihre erste Weltmeisterschaft in Greenville, USA. Einige Wochen später gewann die Newcomerin dort Gold im Straßenrennen und Bronze im Einzelzeitfahren. Damit legte sie den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft.

Im Sommer 2015 schaffte sie es, neben einem erneuten Weltmeistertitel im Straßenrennen, beim Heidelberg-Marathon einen Weltrekord über die Marathondistanz, in der Zeit von 01:00;26 h aufzustellen.[3] Bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro fuhr Christiane im Handbike-Straßenrennen zu Gold und wurde Paralympics-Siegerin.

Im Sommer 2017 passierte etwas Unglaubliches. Nachdem sich die Dresdnerin die ganze Saison intensiv auf die UCI-Paracycling-Straßenweltmeisterschaften 2017 vorbereitete, bekam sie zwei Wochen vor dem geplanten WM Start von ihrem Verband, dem Deutschen Behindertensportverband mitgeteilt, dass dieser vergessen hätte, sie dafür zu melden.[4]

Eine Nachmeldung sei ausgeschlossen. Kurzer Hand entschloss sich die damalige Handbikerin dazu, dennoch als Teil der Deutschen Mannschaft nach Südafrika zu reisen, um vor Ort das Team zu unterstützten. Dort angekommen, nur drei Tage vor dem Wettkampf, bekam sie noch im Auto den Anruf, dass der Internationale Radweltverband UCI eine Nachmeldung nun doch zulässt.[5] Ihr Vater, der sie schon von Beginn an unterstützte, flog mit dem nächsten Flieger, das Handbike im Gepäck, nach Südafrika. Christiane nutzte ihre Chance und gewann Gold im Zeitfahren sowohl über die Distanz von 15,5 km, als auch über 42,5 km.

Paratriathlon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiane Reppe siegt beim ITU Paratriathlon Weltcup in Magog, Kanada (2019)

Im Herbst 2018, traf Christiane die Entscheidung, einen erneuten Sportartenwechsel vorzunehmen. Nach dem Saisonende und parallelen Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre, entschied sie sich für einen Neuanfang im Paratriathlon. Bereits einige Wochen später bestritt sie ihren ersten Weltcup auf Madeira, den sie gewann.[6] Bei ihrer ersten Paratriathlon Weltmeisterschaft in Lausanne, im September 2019, errang sie Bronze und wurde nur wenige Wochen später in Valencia Europameisterin.[7][8]

Im Mai 2021 gab sie bekannt, nicht bei den Paralympics anzutreten und ihre Karriere zu beenden.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reppe wurde 2018 mit dem Sankt Georgs Orden des Dresdner Semperopernballes ausgezeichnet.[10] 2020 wurde sie als Niedersachsens Sportlerin des Jahres geehrt.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christiane Reppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Ich hatte mit meinem Körper etwas Glück“ www.tagesspiegel.de
  2. Berliner Schwimmteam www.berliner-schwimmteam.de
  3. Damenweltrekord beim 13. Rollstuhlmarathon (Memento des Originals vom 3. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/handbike.de www.handbike.de
  4. Alexander Hiller: Die vergessene Paralympics-Siegerin. In: sächsische.de. 24. April 2017, abgerufen am 27. November 2018.
  5. Reppe darf trotz Anmeldepanne doch zur WM. In: spiegel-online.de. 29. August 2017, abgerufen am 29. August 2017.
  6. Christiane Reppe. In: Deutsche Triathlon Union. Abgerufen am 19. September 2019.
  7. Sport1.de: Para-Triathlon: Silber für Schulz, Bronze für Reppe. In: sport1.de. 2. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.
  8. Astrid Hofmann: Dresdnerin Christiane Reppe holt EM-Gold im Para-Triathlon. In: sportbuzzer.de. 17. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.
  9. Astrid Hofmann: Dresdner Para-Triathletin Christiane Reppe beendet ihre Sportkarriere. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 20. Mai 2021, abgerufen am 21. Juli 2021.
  10. Miroslav Klose und Christiane Reppe erhalten St.Georgs-Orden zum SemperOpernball. In: radiolausitz.de. 6. Dezember 2017, abgerufen am 10. März 2020.
  11. Christiane Reppe ist Behindertensportlerin des Jahres. In: ndr.de. 6. März 2020, abgerufen am 10. März 2020.