Christoph Amberger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Christoph Amberger, Bildnis des 17. Jahrhunderts in „Deutsche Academie“ von Joachim von Sandrart
Büste von Christoph Amberger in der Münchener Ruhmeshalle

Christoph Amberger (* um 1505 in Kaufbeuren[1][2][3]; † zwischen dem 1. November 1561 und dem 19. Oktober 1562 in Augsburg) war ein deutscher Maler. Er war vor allem Bildnismaler und gilt als herausragender Maler der Generation nach Dürer und Burgkmair.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neuere Forschung geht entgegen den früheren Annahmen, dass Amberger bei Hans Burgkmair oder Leonhard Beck in Augsburg die Malerei erlernte, eher von einem Aufenthalt bei Hans Maler zu Schwaz bis 1529/30 aus. Amberger wurde 1530 in die Malerzunft zu Augsburg aufgenommen, wo er bis zu seinem Tod vorzugsweise als Bildnismaler tätig war. Am 15. Mai 1530 wurde Amberger von der Zunft der Augsburger Maler, Glaser, Bildschnitzer und Goldschlager die so genannte Meistergerechtigkeit verliehen,[5][6] die noch in der mittelalterlichen Rechtsordnung wurzelte und erforderlich war, um als Kunsthandwerker selbständig arbeiten zu dürfen. Am 12. März 1536 stellte er seiner Zunft seinen ersten Lernknaben Hans Ler aus Kaufbeuren vor. Vorstellungen weiterer Lernknaben folgten am 13. Oktober 1538, 30. April 1542 und 6. Juni 1546.[7] Im Jahr 1548 traf er mit Tizian zusammen.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Amberger sind eine Reihe von Bildnissen berühmter und angesehener Zeitgenossen überliefert. So malte er Porträts zahlreicher Augsburger Patrizier und ihrer Ehefrauen sowie Porträts von Karl V. (um 1530, dieses Werk begründete seinen Ruf)[Anm 1], Georg von Frundsbergs, Konrad Peutingers (1543), der Fugger und Welser und des Kosmographen Sebastian Münster. Außerdem sind noch etwa 30 Zeichnungen bekannt. Amberger fertigte nur gelegentlich Entwürfe für Holzschnitte.

Sein bedeutendstes Werk ist wohl die Hochaltartafel im Augsburger Dom, die 1554 geschaffen wurde, nachdem der Altar von Hans Holbein dem Älteren im Bildersturm zerstört worden war.

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambergers Büste – vom Münchner Bildhauer Maximilian von Widnmann gefertigt – fand Aufstellung in der Ruhmeshalle in München.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Schmidt: Amberger, Christoph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 390.
  • Ernst Haasler: Der Maler Christoff Amberger von Augsburg. Dissertation Universität Heidelberg. Hartungsche Buchdruckerei, Königsberg 1894 (digitale-sammlungen.de).
  • Margarete Braun-Ronsdorf: Amberger, Christoph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 241 f. (Digitalisat).
  • Neithard Bulst, Thomas Lüttenberg, Andreas Priever: Abbild oder Wunschbild? Bildnisse Christoph Ambergers im Spannungsfeld von Rechtsnorm und gesellschaftlichem Anspruch. In: Saeculum 53 (2002), H. 1, S. 21–73.
  • Annette Kranz: Christoph Amberger – Bildnismaler zu Augsburg. Städtische Eliten im Spiegel ihrer Porträts. Dissertation Universität Bonn, 2000. Schnell & Steiner, Regensburg 2004, ISBN 978-3-7954-1628-7.
  • Annette Kranz: Christoph Amberger 1500/05–1562: Maler. In: Schwäbische Forschungsgemeinschaft (Hrsg.): Lebensbilder aus dem bayerischen Schwaben. Band 18. Steinmeier, Deinigen 2014, ISBN 978-3-943599-35-0, S. 147–181.
  • Kurt Löcher: Christoph Amberger als Zeichner. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. Band 3, Nr. 30. Prestel, 1979, ISSN 0077-1899, S. 42–80 (uni-goettingen.de).
  • Kurt Löcher: Christoph Amberger. In: Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock. Band 3. Augsburg 1981, S. 134–150 (Ausstellungskatalog).
  • Kurt Löcher: Amberger, Christoph. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 3, Seemann, Leipzig 1990, ISBN 3-363-00116-9, S. 122–125.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christoph Amberger – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieses Bildnis gilt als verschollen. Es sind jedoch mehrere eigenhändig Kopien bzw. Varianten erhalten, wie z. B. das Gemälde von 1532, vgl. Annette Kranz: Christoph Amberger – Bildnismaler zu Augsburg. 2004, S. 254–261, 372–374.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annette Kranz: Christoph Amberger – Bildnismaler zu Augsburg. 2004, S. 46–48.
  2. Tilman Falk, Günther Grünsteudel: Amberger. In: Augsburger Stadtlexikon Online. Günther Grünsteudel, Günter Hägele und Rudolf Frankenberger, abgerufen am 31. August 2022.
  3. a b Ansichtssache #16 Ein Kaufmann in der Gunst des Kaisers. Abgerufen am 28. Juli 2022.
  4. http://www.hdbg.de/portraitgalerie/kuenstler-amberger_christoph.html
  5. Robert Vischer: Studien zur Kunstgeschichte. Bonz, Stuttgart 1886, S. 520 (uni-heidelberg.de).
  6. Ernst Haasler: Der Maler Christoff Amberger von Augsburg. 1894, S. 30.
  7. Robert Vischer: Studien zur Kunstgeschichte. Bonz, Stuttgart 1886, S. 558, 560, 562 u. 564 (uni-heidelberg.de).