Augsburger Dom

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Blick auf den Dom von Süd-Osten, 2011
Der Dom zu Augsburg von Norden aus gesehen 1844

Der Augsburger Dom (auch: Hohe Domkirche Mariä Heimsuchung)[1] ist die Kathedrale des Bistums Augsburg und Stadtpfarrkirche der Dompfarrei Zum Heiligsten Herzen Jesu. Neben der Basilika St. Ulrich und Afra gilt der Dom als bedeutendster Kirchenbau und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Augsburg. Die Ursprünge des Domes werden auf das 8. Jahrhundert datiert. Die heute Anlage entstand im Kern ab 995.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dom liegt innerhalb der Stadtmauern der ehemaligen römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum. Unter dem romanisch-gotischen Dom konnten Fundamente aus dem 4. Jahrhundert ergraben werden (1978/79), die möglicherweise auf eine frühchristliche Kirche und einen Bischofssitz hinweisen. Allerdings wurden hierfür bisher noch keine Nachweise in den Quellen gefunden. Auf eine christliche Gemeinde dieser Zeitstellung deutet nur eine Grabinschrift, die im Bereich der ehemaligen Johanneskirche neben dem Dom gefunden wurde.

Die ersten nachweisbaren Dombauten entstanden unter den Bischöfen Wikterp († um 772) und Sintpert, dessen Bischofskirche 805 geweiht wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Mariendomes stammt von 822. Die Beschädigungen infolge der Ungarneinfälle ließ Bischof Ulrich ab 923 beseitigen.

Grundriss des ehemaligen romanischen Domes, erbaut 995–1006

Der Westbau stürzte 994 ein, unmittelbar danach begann Bischof Liutold mit Unterstützung der Kaiserin Adelheid – die den Einsturz angeblich in einer Vision vorausgesehen haben soll – mit einem Neubau des Domes. Dieser begann mit Westchor und nördlichem Querhaus und war wohl schon im Jahr 1006 mit dem Mittelschiff fertiggestellt; er bildet immer noch den Kern des heutigen Domes (Westquerhaus und Mittelschiff).[2]

Weitere größere Baumaßnahmen gab es unter Bischof Heinrich II.; ihr genaues Ausmaß ist unklar, gesichert ist aber, dass es sich hierbei um Veränderungen an einem vollständigen Bauwerk handelte und nicht um die Fertigstellung eines unterbrochenen Baus handelte. Abgeschlossen waren diese Umbauten unter Heinrichs Nachfolger Embriko, der 1065 einen Hauptaltar im Westchor weihte. In einer weiteren Baumaßnahme wurde um das Jahr 1178 das komplette Quer- und Langhausdachwerk ersetzt.[3]

1331 begann der Ausbau des romanischen Domes durch Errichtung doppelter Seitenschiffe, wie sie zu dieser Zeit auch am Kölner Dom entstanden, und der Einwölbung des Mittelschiffs mit Kreuzrippengewölben. Bischof Marquard I. von Randeck legte 1356 den Grundstein für den mächtigen Ostchor, der erst 1431 vollendet war. Dass die ausgeführte Form des Augsburger Domostchores das Ergebnis einer komplexen Baugeschichte ist, wurde in der Forschung wiederholt gesehen.[4] Als Erstplanung konnte ein anspruchsvoller kathedralgotischer Umgangschor mit offenem Strebewerk identifiziert werden, der dann in vereinfachter Form vollendet wurde.[5] Seine ursprüngliche Konzeption hatte eine Nachbildung des monumentalen Kölner Domchores vorgesehen.[6] Dessen auf regelmäßiger Triangulatur aufbauendes Grundrissschema wurde in Augsburg angewandt.[7] Als Baumeister des Augsburger Ostchores konnte entsprechend der bisherige Parlier an der Kölner Dombauhütte Heinrich Parler der Ältere namhaft gemacht werden, der ab 1351 auch den Chorbau am Heilig-Kreuz-Münster von Schwäbisch Gmünd leitete.[8] Die originale Grundrisszeichnung des Augsburger Domostchores hat sich in einer Nachzeichnung der Zeit um 1500 erhalten und bestätigt damit die Erstplanung als voll ausgebildeten kathedralgotischen Umgangschor.[9]

Die Aufstockung des Südturms in romanischem Stil erfolgte erst in der Zeit der Spätgotik, 1487, fast ganz in Backstein. Die Steinsäulen der Triforien stammten wahrscheinlich aus dem Geschoss darunter, dessen Fenster zur Verbesserung der Stabilität zugemauert wurden.

1537–1548 verwüsteten protestantische Bilderstürmer das Gotteshaus. Die zerstörte Ausstattung wurde während der Gegenreformation allmählich ersetzt. Im Jahre 1565 erhöhte man den Nordturm, ebenfalls in romanischem Stil. 1655–1658 wurde das Dominnere in barocken Formen um- und ausgestaltet. Später kamen noch einige Kapellenanbauten hinzu. Erhalten hat sich hiervon jedoch nur der Zentralbau der Marienkapelle am Kreuzgang.

1808/09 brach man die Bebauung südlich der Kathedrale ab und legte einen Parade- und Exerzierplatz an. Von 1852 bis 1863 wurde die Barockausstattung beseitigt und der Dom im Sinne der Neugotik rückgebaut. Die historisierende Ausstattung ergänzte man durch den Zukauf und die Umsetzung bedeutender mittelalterlicher Gemälde und Plastiken. 1934 wurde die mittelalterliche Raumgestalt rekonstruiert und die Farbfassung wiederhergestellt, um die neugotischen Aspekte des Domes zu reduzieren. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Dom weitgehend verschont. Am schwersten wurde die Marienkapelle getroffen, auch der Kreuzgang erlitt Schäden. Das Innere wurde 1983/84 umfassend restauriert und saniert. Am Außenbau ersetzte man die Bauteile aus Sandstein in den letzten Jahrzehnten weitgehend. Das neue Bronzeportal am Chor konnte 2001 geweiht werden.

Das St.-Ursula-Fenster, welches am 31. Juli 2013 beschädigt wurde

Im Juli 2013 beschädigte ein 26-jähriger Mann zwei spätgotische Fenster des Augsburger Doms durch Steinwürfe. Der Schaden wurde mit über 50.000 € beziffert. Betroffen waren die Fenster St. Ursula und Anbetung der Könige.[10]

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von weiten Teilen der Augsburger Innenstadt lassen sich die beiden Glockentürme des Hohen Domes erblicken. Sie gehören mit 62 Metern Höhe neben der Basilika St. Ulrich und Afra und dem Perlachturm zu den höchsten Gebäuden in der historischen Altstadt von Augsburg.

Der Dom ist 113,25 m lang und das Langhaus 38,70 m breit. Das Höhe des Mittelschiffs beträgt 17,80 m und die des Presbyteriums des Ostchors 28 m.[11]

Außenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Südportal von ca. 1360

Der Augsburger Dom ist eine lang gestreckte, fünfschiffige Basilika mit einem östlichen Umgangschor und einem einschiffigen Westchor. Der Westapsis ist ein Querhaus vorgelagert. Die beiden romanischen Türme vor dem Ostchor sind aus Bruchsteinen aufgemauert und werden durch Lisenen und Bogenfriese gegliedert. Den Abschluss bilden hohe Spitzhelme mit Dreiecksgiebeln.

Die doppelten Seitenschiffe der Langhaussüdseite aus unverputztem Ziegelmauerwerk werden außen von einfachen Strebepfeilern gestützt. Die quergestellten Satteldächer über den Gewölben sind hinter dreieckigen Zinnengiebeln verborgen. Das offene Strebesystem ist in der Dachzone versteckt. Die ursprünglichen Fensteröffnungen der schmucklosen Hochschiffwand wurden vermauert.

Der gotische Ostchor ist weiß verputzt, die reiche Architekturgliederung steinsichtig belassen, aber größtenteils erneuert. Bedingt durch einige Planungsänderungen vermittelt der Chorbau einen „unfertigen“ Eindruck. Die Architektur folgt im Grundriss dem „französisch-kathedralen“ Grundmuster. Der basilikale Mittelraum wirkt hingegen plump und wie eine Notlösung. Die Dachflächen über den Kapellen sind weit nach oben gezogen, geschlossene Strebemauern stützen den Obergaden an Stelle offener Strebebogen. Diese „unbeholfene“ Chorlösung mit ihrer unorganischen Verbindung von Umgang und Chorschluss irritiert vor allem durch die fensterlosen oder nur durch kleine Fensteröffnungen belichteten kahlen Wandflächen. Ursprünglich war, wie die Baugeschichte gezeigt hat, ein offenes Strebesystem vorgesehen, es wäre also ein „klassischer“ Kathedralchor französischen Schemas entstanden.

Das prachtvolle Südportal (um 1356) am Ostchor, das auch das Meisterzeichen Heinrich Parlers trägt, wendet sich als Schaufassade der bürgerlichen Reichsstadt zu. Die Vorhalle liegt zwischen zwei Strebepfeilern und wird durch Maßwerkblenden und -friese gegliedert. Der Skulpturenschmuck ist größtenteils verwittert oder erneuert. In den Gewänden des Portals stehen Apostelfiguren, am Mittelpfeiler die Gottesmutter. Das dreiteilige Tympanon zeigt vielfigurige Szenen aus dem Marienleben. Der Südeingang ist die aufwendigste Portalanlage des 14. Jahrhunderts in Süddeutschland. In Konzeption und Ausführung lassen sich Parallelen zum Heilig-Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd erkennen. Das Nordportal ist wesentlich einfacher gestaltet und nahezu vollständig erneuert. Der künstlerische Rang des Originales lässt sich deshalb nur noch erahnen. Das originale Tympanon wurde auf der Rückseite im Dominneren geborgen. Es zeigt die Anbetung der Könige, die Verkündigung und Geburt Christi sowie den Tod und die Krönung Mariae. Eine Inschrift am Mittelpfeiler datiert das Portal auf 1343. Im Norden fügt sich der Klausurbezirk mit dem Kreuzgang an das Langhaus an. Vom nördlichen Seitenschiff aus ist die barocke Marienkapelle im Winkel zwischen Kreuzgang und Kirche zugänglich.

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick durch das Mittelschiff auf den Ostchor

Durch das Südportal gelangt man in die zweischiffige Chorhalle. Rechts schließt sich der Umgang mit den Kapellen an. Hinter den steinernen Chorschranken mit ihren Maßwerkbrüstungen liegt das – leicht erhöhte – Presbyterium des Ostchores. Die Kreuzrippengewölbe des Hochchores ruhen auf dreifachen Diensten bzw. Blattkonsolen, die Gewölbe des Umganges auf einfachen Diensten. Im Norden des Umgangs sind zwei Kapellen auf halber Höhe abgemauert und dienen als Sakristei. Den ungewöhnlichen Abschluss des Hochchores bildet ein großes Ostfenster im Obergaden, dessen bildhafte Wirkung vielleicht auf Anregungen der zeitgenössischen Zisterzienserarchitektur zurückzuführen ist.

Das Mittelschiff des Langhauses geht noch auf den ottonischen Dom ab 995 zurück, dem die gotischen Kreuzrippengewölbe aufgesetzt wurden. Der Gewölbescheitel liegt unterhalb der einstigen Flachdecke. Die figürlichen Schlusssteine zeigen die Propheten, ein Wappen, einen einbeinigen Meermann und den hl. Johannes. Links und rechts schließen sich die Hallenräume der doppelten Seitenschiffe an, deren Gewölbe von Rundpfeilern getragen werden. Die Wandflächen werden durch eine aufgemalte rote Quaderung gegliedert.

Unter dem Westchor liegt die Doppelkrypta, die 1979–1981 rekonstruiert wurde und als Grablege der Bischöfe dient. Sie ist den zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus geweiht und enthält Freskenfragmente aus dem 13.–16. Jahrhundert.[11] Im älteren Westteil tragen vier Säulen die Decke. Auch die Kreuzgratgewölbe der vierschiffigen Ostkrypta (Mitte 12. Jahrhundert) werden von kurzen Säulen gestützt.

Der darüber liegende Westchor ist gegenüber dem Langhaus um einige Stufen erhöht. Die Kreuzrippengewölbe sitzen hier auf Konsolen mit figürlichen Darstellungen, Masken und Blattwerk. Die seitlichen Chorschranken schuf Burkhard Engelberg im Jahr 1501. Unter Maßwerkbrüstungen liegen Blendfelder mit reichen Kompositionen aus Fischblasen über Spitzbogenarkaden. Kielbogenportale ermöglichen den Zugang in den Chor.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittelalterliche Ausstattung wurde durch den Bildersturm der Reformationszeit stark reduziert. Im Zuge der Regotisierung im 19. Jahrhundert entfernte man die nichtmittelalterlichen Ausstattungsstücke weitgehend und ergänzte den Bestand durch Zukäufe aus dem Kunsthandel und Umsetzungen aus anderen Kirchen. 1934 purifizierte man die neugotische Ausstattung radikal. Diese „Enthistorisierung“ wirkte noch bis in die Siebziger Jahre nach, als die originalen Baldachine (um 1430) des Chorgestühles für neugotische Nachschöpfungen gehalten und abgebaut wurden (1970/71).

Langhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf Glasgemälde der südlichen Mittelschiffswand sind der Rest einer umfangreicheren Serie, vielleicht einer Apostelfolge. Erhalten sind die Darstellungen der Propheten Jonas, Daniel, Hosea, David und Moses. Die Datierung des Fragmentes ist umstritten. Einige Kunsthistoriker bringen die Bilder mit der Hirsauer Buchmalerei des frühen 12. Jahrhunderts in Verbindung, andere setzen die Entstehung bereits im ausgehenden 11. Jahrhundert an. Der Zyklus gilt als ältestes Beispiel seiner Art in Europa. Louis Grodecki (1910–1982), einer der bedeutendsten Kenner der romanischen Glasmalerei, zählte die Standfiguren zu den kostbarsten des gesamten Mittelalters. Die Fenster sind etwa 2,20 m hoch. Drei der Scheiben sind nahezu original überkommen, die Figur des Moses dürfte nach neueren Forschungen eine weitgehende Nachschöpfung (um 1550) sein. Auch die Scheibe mit der Jonasdarstellung ist teilweise ergänzt.

Die gemalten Friese über den Seitenschiffarkaden entstanden Mitte des 11. Jahrhunderts und zeigen Mäander, Brustbilder von Personen in römischer Kleidung und Vögel mit Blumenmotiven.

Die neugotischen Altäre bergen einige bedeutende mittelalterliche Ölbilder und Skulpturen. Am Kreuzaltar ist ein großes fränkisches Kreuz (um 1510) zu sehen, das Relief der Predella mit der Beweinung Christi entstand gegen 1520 in einer bayerischen Werkstatt. Die Tafelbilder der Altäre der vier östlichen Pfeiler malte Hans Holbein der Ältere im Jahr 1493. Die Tafeln waren ursprünglich wohl als Flügel eines Altars für das Kloster Weingarten vorgesehen. Dargestellt sind das Opfer Joachims, die Geburt und der Tempelgang Mariä sowie die Beschneidung Christi. Zur Neuverwendung mussten die Gemälde allerdings gespaltet werden.

Die Gegenstücke auf der westlichen Seite schuf Jörg Stocker aus der Ulmer Schule (Zuschreibung) um 1484 für den Hochaltar der Pfarrkirche in Unterknöringen. Hier erkennt man die Geburt Christi, die Anbetung der Könige, den Marientod und die Marienkrönung. Stocker verwendete als Vorlage einige Stiche des Colmarer Meisters Martin Schongauer.

Aus der säkularisierten Dominikanerkirche St. Magdalena kam eine bedeutende Skulptur Georg Petels in die Kathedrale. Die lebensgroße Darstellung des leidenden Christus mit der Dornenkrone (1630/31, Ecce homo) ist mehrfarbig gefasst (bemalt) und lässt den Einfluss der Kunst des Peter Paul Rubens erkennen.

An den Turmwänden und der Chorsakristei sind 19 Originalfiguren aus der Mitte des 14. Jahrhunderts angebracht, die ehemals das Nordportal zierten.

Die moderne Kanzel aus Rotmarmor entstand 1946 (Karl Killer).

Ostchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenansicht eines Teiles des Konradus-Fensters

Den Hochaltar schuf Josef Henselmann 1962 aus Bronze, die seitlichen Figuren wurden 1982 ergänzt. Das einfache Gestühl entstand um 1430.

Der Altarraum wird durch steinerne Chorschranken vom Umgang getrennt. Der Ölberg an der südlichen Schranke zeigt Tonfiguren Veit Eschays (1591).

Die sieben Umgangskapellen werden durch schmiedeeiserne Gitter abgeschlossen. Die Altäre bergen in ihren meist neugotischen Aufbauten bedeutende ältere Kunstwerke. Vom „Meister der Freisinger Heimsuchung“ stammt die Tafel im Altar der Konradkapelle (Mariä Heimsuchung, um 1495). Christoph Amberger war der Schöpfer der thronenden Muttergottes (1554) in der St.-Wolfgangs-Kapelle. Das Triptychon Christoph Ambergers war ursprünglich als Ersatz des während der Reformation zerstörten Hochaltares Holbeins in Auftrag gegeben worden, dessen Gestalt nur noch durch den erhaltenen Entwurf im Stadtmuseum in Gdańsk überliefert ist. Ambergers Altar zeigt die Madonna zwischen den Heiligen Ulrich und Afra (Flügel). Darunter werden die sieben Begleitfiguren der Afra-Legende gezeigt.

An den Wänden sind Bischofsgrabmäler aufgestellt. In der St.-Konrad-Kapelle stehen etwa das Erzgrabmal Wolfhard von Roths († 1302), der im Chor bestattet wurde und Johann Eglof von Knöringens († 1575). Der Gedenkstein des Kardinals Peter von Schaumberg († 1469) in der St.-Augustinus-Kapelle zeigt den Verstorbenen als Skelett.

Dem „Meister der Münchner Frauenkirche“ wird ein Glasfenster in der Gertrudkapelle zugeschrieben. Die Scheiben zeigen in Medaillons die Passion Christi, im Maßwerk die Auferstehung.

Die achte Kapelle ist dem hl. Lukas geweiht. Hinter der zweischiffigen Staffelhalle öffnet sich das Südportal. Im Osten steht ein großer Rotmarmoraltar (1597) mit dem Relief des Gnadenstuhls nach einem Gemälde von Peter Candid, das in der Chorsakristei aufbewahrt wird.

Ein im Krieg zerstörtes großes Fenster von Josef Oberberger wurde 1954 vom Künstler erneuert. Es stellt die Heimsuchung Mariens im Lebensbaum dar. Von 1962 bis 1967 fertigte Oberberger acht hohe Glasfenster im Ostchor und im Kapellenkranz um den Ostchor an. Der Glaszuschnitt all dieser Fenster war frei, ohne Schablonen. Die Glasmalereien bestehen aus farbigen Rauten, Quadraten und Kreuzornamenten und zeigen als Motive St. Augustinus, St. Konradus und zwei Gebotstafeln.

Querhaus und Westchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresko des hl. Christophorus

Blickfänge im südlichen Querhaus sind die riesige Darstellung des hl. Christophorus an der Westwand (1491) und das große Glasfenster im Süden (um 1330/40) mit der Darstellung Marias als „Thron Salomonis“. Im Jahre 2010 wurden weitere drei große farbige Glasfenster, die der Künstler Johannes Schreiter aus Langen entworfen hatte, durch die Firma Derix-Glasstudios aus Taunusstein-Wehen eingebaut.

Im Westen öffnet sich der Zugang zur Andreas-(Gruft)kapelle, einem gotischen Gewölberaum, der als Andachtsstätte Verwendung findet.

An den Wänden des nördlichen Querarmes hängt eine stattliche Galerie von Bischofsportraits, die 1488 begonnen und 1591 erneuert wurde und noch weitergeführt wird. In der Mitte des Raumes steht das Hochgrab für Konrad und Afra Hirn, das ehemals in der Goldschmiedekapelle der Kirche St. Anna aufgestellt war. (Zuschreibung an Meister Ulrich, 1425). An den Wänden stehen die Grabplatten der Bischöfe Walter von Hochschlitz († 1369) und Friedrich Spät von Faimingen († 1331).

Der erhöhte Westchor wird durch die steinernen Chorschranken (1501) von den Querhäusern separiert. In ihm steht der steinerne Bischofsthron aus dem 11. Jahrhundert. Zwei kauernde Löwen tragen den halbrunden Sitz. Das Chorgestühl mit seinen bedeutenden Schnitzereien wurde 1495 gearbeitet. Die hintere Reihe trägt Heiligendarstellungen, vorne sind alttestamentliche Szenen zu erkennen. Das bronzene Altarretabel (1447) ist der ehemalige Hochaltar des Ostchores.

Romanisches Bronzeportal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das berühmte romanische Bronzeportal des Vorgängerdomes wird seit 2002 im neuen Diözesanmuseum gezeigt.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dom zu Augsburg gibt es zwei große Orgeln: Die Marienorgel und die Magnifikat-Orgel.[12]

Marienorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Marienorgel

Die Marienorgel wurde 1904 von dem Orgelbauer Franz Borgias Maerz erbaut. Das Kegelladen-Instrument hat 36 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind pneumatisch. Eine Restaurierung durch Rudolf Kubak erfolgte jeweils in den Jahren 1986 und 2014.[13]

I Hauptwerk C–
1. Prinzipal 16′
2. Bourdon 16′
3. Prinzipal 8′
4. Gamba 8′
5. Doppelflöte 8′
6. Gedeckt 8′
7. Salicional 8′
8. Okctav 4′
9. Gemshorn 4′
10. Rohrflöte 4′
11. Rauschquinte 223
12. Mixtur 2′
13. Cornett 8′
14. Trompete 8′
II Schwellwerk C–
15. Salicional 16′
16. Geigenprinzipal 8′
17. Viola pomposa 8′
18. Tibia 8′
19. Lieblich Gedeckt 8′
20. Violine 8′
21. Vox coelestis 8′
22. Aeoline 8′
23. Dolce 8′
24. Prinzipal 4′
25. Querflöte 4′
26. Flautino 2′
27. Harmonia aetheria 223
Pedalwerk C–
28. Prinzipalbass 16′
29. Violonbass 16′
30. Subbass 16′
31. Salicetbass 16′
32. Quintbass 1023
33. Oktavbass 8′
34. Cellobass 8′
35. Posaunbass 16′
36. Clairon 4′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P
    • Superoktavkoppeln: I/I, II/I, II/II
    • Suboktavkoppeln: II/I, II/II
  • Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Tutti, Crescendowalze.

Magnifikat-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Magnifikat-Orgel

Die Magnifikat-Orgel wurde 1988 von dem Orgelbauer Rudolf Kubak (Augsburg) erbaut. Das Instrument hat 42 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

I Brust-Schwellwerk C–
1. Copel maior 8′
2. Copel minor 4′
3. Prinzipal 2′
4. Flettl 2′
5. Nasard 113
6. Cymbel II 1′
7. Schalmey 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–
8. Bourdon 16′
9. Prinzipal 8′
10. Waldflöte 8′
11. Rohrflöte 8′
12. Octave 4′
13. Traversflöte 4′
14. Quinte 223
15. Octave 2′
16. Terz 135
17. Mixtur V 113
18. Trompete 8′
19. Cornet V 8′
III Oberwerk C–
20. Amarosa 8′
21. Bourdon 8′
22. Bifaria 8′
23. Principal 4′
24. Flöte 4′
25. Schwiegel 2′
26. Sesquialter II 223
27. Larigot 113
28. Sifflet 1′
29. Fourniture IV–V 2′
30. Dulcian 16′
31. Hautbois 8′
32. Trompete 4′
Tremulant
Pedalwerk C–
33. Subbass 16′
34. Bourdonbass 16′
35. Octavbass 8′
36. Gedacktbass 8′
37. Choralbass 4′
38. Quintbass 513
39. Rauschbass IV 223
40. Bombarde 16′
41. Posaune 8′
42. Clairon 4′
  • Koppeln: I/II, III/II, I/P, II/P, III/P

Domorganisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Augsburger Interim 1548 sind die Domorganisten weitgehend dokumentiert. Etliche Inhaber des Amtes waren bekannte Komponisten, Interpreten und in einem Fall auch Orgelbauer.[14]

Name Amtsdaten Bemerkungen
Servatius Roriff 1561 bis 1566 wohl erster namentlich bekannter Augsburger Domorganist überhaupt
Jacobus de Kerle 1568 bis 1575 Priester, Komponist
Christoph Klingenstein 1575 bis 1581 Bruder des geistlichen Domkapellmeisters Bernhard Klingenstein
Eusebius Amerbach seit 1581 Orgelbauer, auch Erbauer der bedeutenden Lettnerorgel im Augsburger Dom
Erasmus Mayr spätestens seit 1621
Christian Erbach (der Ältere) 1625 bis 1635 Komponist, Haupt der Stadtpfeifer
Christian Erbach (der Jüngere) 1636 bis 1645 Komponist
Johann Speth 1692 bis 1694 Komponist
Johann Xaver Nauß 1734 bis 1764 Komponist
Johann Michael Demmler 1770 bis 1779 später auch Instruktor der Chorknaben, Komponist und Pianist / Cembalist, Freund Mozarts
Karl Kempter 1839 bis 1865 Komponist, später Domkapellmeister
Domvikar (Vorname?) Kriener 1865 bis 1877
Josef Decker ?
(Vorname? L.) Jehle bis 1919
Heinrich Wiedemann 1919 bis 1922 später Oberstudienrat für Musik am Gymnasium bei St. Stephan
Hans Knörlein 1922 bis 1923
Karl Joseph Kraft 1923 bis 1925 und nach 10-monatiger Unterbrechung wieder bis 1976 Komponist
Arthur Piechler während Krafts Abwesenheit 1925 Komponist, später Direktor des Leopold-Mozart-Konservatoriums
Reinhard Kammler 1978 bis 1995 Gründer und Leiter der Augsburger Domsingknaben, ab 1995 Domkapellmeister
Claudia Waßner seit 1996 erste weibliche Domorganistin, Komponistin

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südturm des Doms hängt ein sechsstimmiges Geläut.[15]

Nr. Name Gussjahr Gießer Ø (mm) Masse (ca. in kg) Nominal
1 St. Maria 1652 Jean Gerard und
Tobi de la Paix de La Mothe
1695 2850 h0616
2 St. Ulrich 1946 Gießerei Wolfahrt, Lauingen 1385 1594 d1 −3
3 St. Petrus Canisius 1235 1151 e1 +1
4 St. Gualfardus 1096 846 fis1 +2
5 Vaterunserglocke 925 494 a1 +2
6 Sterbeglocke 818 348 h1 -3

Im Nordturm hängen zwei Bienenkorbglocken (sogenannte Theophilus-Glocken). Auf ihrer Haube haben sie vier Öffnungen (sogenannte Foramina, zur Erzeugung schellenhafter Nebengeräusche). Ihr Guss erfolgte in der Zeit zwischen 1070 und 1075, der Zeit, als die Domtürme erhöht wurden. Beide Glocken erklingen nur zu besonderen Anlässen und werden von Hand geläutet.

Diese beiden historischen Glocken werden auch als „Silberglocken“ bezeichnet – mit Blick darauf, dass sie auch zur Empfangnahme der Präsenzgelder der Domherren geläutet wurden.

Nr. Gussjahr Gießer Ø (in mm) Masse (ca. in kg) Nominal
7 um 1070 unbekannt 915 400 b1316
8 um 1070 unbekannt 895 390 a1 +216

Marienkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar der Marienkapelle

Die Marienkapelle entstand 1720/21 nach Entwürfen des Graubündner Baumeisters Gabriel de Gabrieli. Der runde Zentralraum wird durch kurze, nischenartige Kreuzarme erweitert und von einer Laternenkuppel überspannt. Die Kapelle wurde 1944 durch einen Bombentreffer beschädigt, 1987/88 aber rekonstruiert. Deshalb sind auch die Kuppelfresken weitgehend Nachschöpfungen. Die Originale stammten von Johann Georg Bergmüller, dem Direktor der reichsstädtischen Kunstakademie. Dargestellt sind Szenen aus dem Marienleben, die gleichzeitig als Allegorien der vier Jahreszeiten zu deuten sind. Die Gemälde werden von feinem Bandelwerkstuck gerahmt. Als Vorlage für die Wiederherstellung diente eine Kupferstichfolge Bergmüllers.

Gabrielis Entwurf (1720) erinnert an die böhmisch-schlesische Architekturtradition kurvierter Grundrisse und fand ihren Nachfolger in der Schönborn-Kapelle des Würzburger Domes, die Balthasar Neumann nur wenig später (1722/23) entwarf.

Der Säulenaltar stammt aus der Bauzeit. Der Skulpturenschmuck von Ehrgott Bernhard Bendl zeigt die Verwandtschaft Jesu, etwa die hll. Josef, Joachim und Zacharias. Die Mittelnische birgt eine bemerkenswerte Sandsteinstatue der Muttergottes, eine Augsburger Arbeit der Zeit um 1340. Das große Schutzengelbild an der Westwand malte Johann Georg Bergmüller (bez. 1714).

Der rekonstruierte Raum, der nach der Kriegszerstörung ursprünglich als Kriegergedächtnisstätte diente, steht in deutlichem Kontrast zur mittelalterlichen Architektur und Ausstattung der Kathedrale. In der Innenstadt Augsburg finden sich sonst nach den verheerenden Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges nur noch wenige Zeugnisse sakraler barocker Dekorationskunst.

Kreuzgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in den Kreuzgang

Der spätgotische Kreuzgang entstand ab 1470 durch einen Umbau der älteren Vorgängeranlage, deren Südflügel bereits im 14. Jahrhundert als äußeres Seitenschiff in das Langhaus des Domes einbezogen worden war. Ausführender Werkmeister war Hans von Hildesheim. Erst 1510 konnten die Bauarbeiten unter Beteiligung Burkhard Engelbergs vollendet werden.

Die drei Flügel besitzen Netz- und Sterngewölbe auf Pyramiden- bzw. Maskenkonsolen (Ostflügel). Die südlichen Joche des Westflügels werden von einem gedrückten Tonnengewölbe überspannt, das auf den Umbau zum Vorraum der Marienkapelle (gegen 1720) zurückgeht.

Die Schlusssteine zeigen meist die Wappen der Stifter, einer das Relief der Heimsuchung, ein anderer die Darstellung der Muttergottes mit dem hl. Johannes. Die Fenstermaßwerke sind größtenteils erneuert. Die Figurationen zeigen Fischblasen, Kreissegmente und überkreuzte Stäbe.

Besondere Bedeutung erlangt der Augsburger Domkreuzgang durch die in ungewöhnlich großer Anzahl erhaltenen Grabplatten und Epitaphien. 401 Monumente von teilweise bedeutenden Meistern der schwäbischen Spätgotik und Renaissance sind erhalten, die Zuschreibungen teilweise allerdings umstritten. Der Bestand gilt als der reichhaltigste Deutschlands, viele Denkmale sind allerdings beschädigt oder abgetreten.

Die Katharinenkapelle (1300) ist vom Westflügel aus zugänglich. An das quadratische Kapellenjoch mit seinem Kreuzgewölbe fügt sich ein dreiseitig geschlossener Chor mit Strebepfeilern. Im Inneren sind fünf Reliefs aus Solnhofener Kalkstein in die Ostwand eingelassen, die Szenen aus dem Marienleben illustrieren.

Diözesanmuseum St. Afra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsbereich des Diözesanmuseums St. Afra

Direkt neben dem Augsburger Dom wurde vom Bistum ein Diözesanmuseum errichtet, um dort den Domschatz und weitere kirchliche Kunstwerke auszustellen. Entwickelt wurde das Museum in teilweise historischem Baubestand und in einem Neubau. Im Jahr 2000 eröffnet, ist dort beispielsweise die originale Bronzetür, das älteste Kunstwerk des Doms, zu finden.

Hauptartikel: Diözesanmuseum St. Afra

Römermauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Vorplatz des Augsburger Doms befindet sich die so genannte Römermauer. Sie besteht aus einer 1954 errichteten Backsteinmauer mit einer schlanken Stahlüberdachung. In die Mauer eingelassen sind Funde aus der Zeit des römischen Augsburgs. Aus konservatorischen Gründen werden dort nur Nachbildungen gezeigt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diözese Augsburg (Hrsg.): Der Augsburger Dom : sakrale Kunst von den Ottonen bis zur Gegenwart. Deutscher Kunstverlag, München 2014, ISBN 978-3-422-07269-5.
  • Denis André Chevalley: Der Dom zu Augsburg. Verlag Oldenbourg, München 1995, ISBN 3-486-55960-5.
  • Richard Binder, Norbert Lieb: Der Dom zu Augsburg. Verlag multi-druck Hannesschläger, Augsburg 1965 (1. Auflage)/1966 (2. Auflage), DNB 450977048
  • Carola Härting: Der Augsburger Domkreuzgang – Kurzführer. Donauwörth 2003, ISBN 3-403-03830-0.
  • Bernt von Hagen, Angelika Wegener-Hüssen: Denkmäler in Bayern, Band 83: 7, Schwaben, Landkreise und kreisfreie Städte. Stadt Augsburg (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). München 1994, ISBN 3-87490-572-1.
  • Herbert Hufnagel: Zur Baugeschichte des Ostchores des Augsburger Domes. In: Architectura (1987), S. 32–44.
  • Hans Josef Böker: Der Augsburger Dom-Ostchor. Überlegungen zu seiner Planungsgeschichte im 14. Jh. In: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben 77 (1983), S. 90–102.
  • Georg Himmelheber: Der Ostchor des Augsburger Doms – Ein Beitrag zur Baugeschichte (Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg. 15). Augsburg 1963.
  • Martin Kaufhold (Hrsg.): Der Augsburger Dom im Mittelalter. Augsburg 2006, ISBN 3-89639-518-1.
  • Eugen Kleindienst: Das Domportal am hohen Dom zu Augsburg. Augsburg 2003, ISBN 3-936484-18-X.
  • Karl Kosel: Der Augsburger Domkreuzgang und seine Denkmäler. Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4130-6.
  • Angelika Porst, Reinhold Winkler: Bauforschung im Dachwerk des Augsburger Domes. In: Denkmalpflege Informationen. 148 (2011) (PDF; 5,8 MB), S. 12–15. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. ISSN 1863-7590.
  • Hildegard Sahler; Reinhold Winkler: Bauforschung im Dachwerk des Augsburger Doms. Neue Erkenntnisse zur Datierung des ottonischen Domneubaus und seiner Stellung in der Architekturgeschichte. In: Kunstchronik, Bd. 64 (2011), S. 290–294.
  • Thomas Aumüller, Matthias Exner, Bernhard Herrmann, Christian Kayser, Angelika Porst, Hildegard Sahler, Reinhold Winkler: Der Augsburger Dom – ein verkannter Großbau der ersten Jahrtausendwende. Neue Befunde zu Architektur und Dekorationssystem. In: Jahrbuch der Bayerischen Denkmalpflege, Bd. 64/65 (2010–2011) (2012), S. 8–56.
  • Werner Schnell, Karl Peda: Der Dom zu Augsburg (= Peda-Kunstführer. 516). Passau 1997, ISBN 3-929246-26-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Augsburger Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denis André Chevalley, Heide Werner-Clementschitsch, Martin Mannewitz: Der Dom zu Augsburg. Oldenbourg Verlag, 1995, ISBN 978-3-486-55960-6.
  2. „Dieser neuen dendrochronologischen Bestimmung der Gerüsthölzer zufolge wurde der gesamte Dom zwischen 995 und etwa 1006 errichtet. Das älteste Gerüstholz mit dem Fälldatum Winter 999/1000 ist in der Giebelwand des westlichen Querhauses verbaut. Das zeitlich darauf folgende Gerüstholz (Fälldatum Sommer 1003) befindet sich in der nördlichen Obergadenwand des Langhauses. Das dritte Gerüstholz (gefällt Winter 1003/04) liegt im Mauerwerk der südlichen Langhaus-Obergadenwand. Mit diesen Daten ist die Fertigstellung des Querhauses um die Jahrtausendwende belegt. Anschließend wurde das dreischiffige Langhaus errichtet. Die für das Jahr 1006 überlieferte Bestattung der drei am Bau maßgeblich beteiligten Bischöfe Liutold († 996), Gebhard († 1000) und Sigfried († 1006) in einem gemeinsamen Grab stimmt mit den dendrochronologisch ermittelten Baudaten überein, so dass der Abschluss der Baumaßnahmen am ottonischen Dom im ersten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts als gesichert gelten kann.“ Sahler/Winkler 2011, S. 290f. Vgl. auch ausführlich Aumüller, Exner u.a. 2012
  3. Vgl. Angelika Porst und Reinhold Winkler (2011).
  4. Georg Himmelheber: Der Ostchor des Augsburger Doms – Ein Beitrag zur Baugeschichte (Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg. 15). Augsburg 1963.
  5. Reinhard Wortmann: Ein hypothetischer Kathedralchorplan des Augsburger Domostchores. In: Kunstgeschichtliche Studien für Kurt Bauch zum 70. Geburtstag von seinen Schülern. Deutscher Kunstverlag, München 1967, S. 43–50.
  6. Johann Josef Böker: Der Augsburger Dom-Ostchor: Überlegungen zu seiner Planungsgeschichte im 14. Jahrhundert, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 77, 1983, S. 90–102; Hubert Hufnagel: Zur Baugeschichte des Ostchors des Augsburger Domes, in: Architectura, Zeitschrift für Geschichte der Baukunst, Jg. 1987, S. 32–44.
  7. Georg Schelbert: Die Chorgrundrisse der Kathedralen von Köln und Amiens. In: Kölner Domblatt, 62 (1997), S. 85–110, hier 107–108.
  8. Marc Carel Schurr: Die Baukunst Peter Parlers. Der Prager Veitsdom, das Heiligkreuzmünster in Schwäbisch Gmünd und die Bartholomäuskirche zu Kolin im Spannungsfeld von Kunst und Geschichte. Ostfildern 2003; S. 50f .; Marc Carel Schurr: Von Meister Gerhard zu Heinrich Parler. Gedanken zur architekturgeschichtlichen Stellung des Kölner Domchores. In: Kölner Domblatt 68, 2003, S. 107–148. Marc Carel Schurr: Die Erneuerung des Augsburger Domes im 14. Jahrhundert und die Parler. In: Martin Kaufhold (Hrsg.): Der Augsburger Dom im Mittelalter, Augsburg 2006, S. 49–59.
  9. Johann Josef Böker u.a.: Die Architektur der Gotik: Ulm und der Donauraum. Ein Bestandskatalog der mittelalterlichen Architekturzeichnungen aus Ulm, Schwaben und dem Donaugebiet. Müry & Salzmann, Salzburg 2011, Nr. 72.
  10. Riesenschaden: Mann wirft spätgotische Fenster am Dom ein,bo, Augsburger Allgemeine, 31. Juli 2013, abgerufen 31. Juli 2013.
  11. a b Ulrich Haaf: Der Augsburger Dom. In: Schulreferat des Bischöflichen Ordinariats (Hrsg.): Das Bistum des heiligen Ulrich. Augsburg 1983, S. 22.
  12. Nähere Informationen zu den Domorgeln: Die Orgeln im Hohen Dom zu Augsburg, Augsburg, ADV, 1990.
  13. Denis André Chevalley: Der Dom zu Augsburg. Reihe Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oldenbourg, München 1995, ISBN 3-486-55960-5, S. 268 f.
  14. Julian Müller-Henneberg: Karl Kraft – Eine Monographie. Dissertation an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Innsbruck 2015, S. 8 ff. (Volltext [PDF; 8,5 MB; abgerufen am 21. März 2017]).
  15. Augsburg, Hoher Dom: die historischen Glocken. In: bistum-augsburg.de. Abgerufen am 26. Januar 2017.

Koordinaten: 48° 22′ 22″ N, 10° 53′ 48″ O