Christus Epheta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Christus Ephetha, Homberg (Efze)
Kirchturm.JPG
Die Christus-Epheta-Kirche mit Campanile und Kirchenschiff
Ort Homberg
Konfession römisch-katholisch
Diözese Fulda
Patrozinium Christus Ephetha (Markus 7,31-37)
Baujahr 1956/57
Bautyp Saalkirche
Funktion Pfarrkirche
Südfassade der Kirche
Das Mosaik an der Außenfassade

Christus Epheta ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im nordhessischen Homberg/Efze. Die Kirche gehört zum Bistum Fulda. Epheta stammt von dem aramäischen Jesuswort Effata für Öffne dich!

Das Kirchengebäude mit westlich angrenzendem Pfarrhaus und Pfarrzentrum befindet sich in Kasseler Straße 4-6 zwischen dem Adolph-Kolping-Weg und der Parkstraße am ehemaligen alten Friedhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Reformation gab es 375 Jahre in Homberg keine katholische Gemeinde mehr. Erst 1899 wurde für die zugezogenen Katholiken das Missionshaus mit einer Kapelle an der Ziegenhainer Straße 20 gebaut. Durch den Zuzug von vielen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges wuchs die katholische Gemeinde in Homberg wieder stark an und die Kapelle wurde vergrößert, in den 1950er Jahren wurde der Bau einer neuen Kirche geplant. Für diese konnte ein Grundstück auf der Westseite des alten Friedhofs an der Kasseler Straße erworben werden. Das bisherige Missionshaus wurde 1958 in das katholische Altersheim St. Marien umgebaut.

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde in den Jahren 1956 und 1957 nach den Plänen des Kasseler Architekten Josef Bieling (1919–1981) errichtet.[1] Der 1. Spatenstich erfolgte am 15. August 1956. Die Grundsteinlegung folgte am 23. September 1956 durch Dechant Heinrich Becker aus Fritzlar. Die Konsekration von Kirche und Altar fand am 25. August 1957 durch den Fuldaer Weihbischof Adolf Bolte statt.

Das Gebäude befindet sich in hoher Hanglage nahe der Altstadt am Stadtpark, einem aufgelassenen Friedhof. Die architektonische Gesamtanlage der Kirche steht unter Denkmalschutz. Von der Straße aus führt eine breite Stufenanlage zunächst zum freistehenden Glockenturm mit Kreuz; breit hingelagert tritt die Kirchenfassade von der Straße zurück. Ein geschwungener Laubengang mit Eisenpfeilern und Flachdach verbindet Turm und Kirche. Ein krönender Stahlengel mit Posaune auf der Chorkuppel über dem Altar ziert das Gotteshaus und ist nur von Ferne sichtbar.

Den Grundriss der Kirche bildet ein schmaler Kreissektor mit der erhöhten Apsis im nördlichen Zentrum, welche von einem steinernen Altar unter einem Bronzekreuz dominiert wird. Nahe dem gleichfalls steinernen Ambo steht eine Marienstatue. Über der Apsis spendet eine dreistufige Kuppel Licht. Die Kirchenbänke mit 290 Sitzplätzen sind kreisförmig auf den Altar ausgerichtet.[1] Das zwölfteilige Bleiglasfenster in der südlichen Schauseite steht für die zwölf Apostel und stellt das Apostolische Glaubensbekenntnis in Farbe und Licht dar. Darunter befindet sich die über die gesamte Breite reichende Orgelempore, unter der mittig das Taufbecken zwischen den beiden Eingangsportalen steht.

Mosaik an der Außenfassade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südfassade zur Straße ist rechts mit einem Mosaik dekoriert, das den Namen der Kirche nach dem Effata-Abschnitt 7,31-37[2] des Markusevangeliums aus dem Heilungsbericht eines Taubstummen illustriert. Es zeigt zwei gehörlose Kinder ohne Mund und Ohren, die von der Hand Gottes berührt werden. Gestaltet wurde das Mosaik von Gerhard Dechant aus Homberg. Am Schlossberg befindet sich unweit die Hermann-Schafft-Schule für Hör- und Sehbehinderte.

Glockenturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 30 Meter hohe Campanile links vor der Kirche bildet einen sichtbaren Akzent am westlichen Stadteingang. [3] und beherbergt ein Viergeläut. Das Geläut ist mit dem Geläut der evangelischen Marienkirche abgestimmt. Hierfür wurden vom Heidelberger Glockengießer Friedrich Wilhelm Schilling 1961 vier Glocken mit den Schlagtönen f1, g1, b1, c2 am 29. November 1961 gegossen. Am 14. Januar 1962 erfolgte die Weihe der vier neuen Bronzeglocken.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfarrkirche Christus Epheta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Johanna Anders: Neue Kirchen in der Diaspora. kassel university press, 2014, S. 109–110, abgerufen am 17. Februar 2018.
  2. Markus 7,31-37 EU
  3. Entwicklungskonzept Quartier Kasseler Straße / Ziegenhainer Straße. ANP, S. 18, abgerufen am 19. Februar 2018.

Koordinaten: 51° 2′ 2,8″ N, 9° 24′ 0,5″ O