Clemens Thieme (Architekt)

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Clemens Thieme
im Alter von 33 Jahren
Kurt Lisso als Vertreter der Stadt Leipzig ehrt Clemens Thieme anlässlich dessen 80. Geburtstages, 13. Mai 1941
Sein Grab mit Blickrichtung Völkerschlachtdenkmal

Clemens Thieme (* 13. Mai 1861 in Borna; † 11. November 1945 in Leipzig) war ein deutscher Architekt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clemens Thieme war der Sohn eines kleinen Beamten.[1] Nach einem Architekturstudium an der Königlich Sächsischen Baugewerkeschule Leipzig und am Polytechnikum Dresden wirkte er ab 1887 als selbstständiger Architekt in Leipzig. Einige von ihm errichtete Wohnhäuser sind erhalten.[2]

Thieme war auch Projektleiter des Königreichs Sachsen beim Bau des Leipziger Hauptbahnhofs, wobei er sich für die Variante des zentralen Kopfbahnhofs einsetzte.[1]

Sein wohl wichtigstes Verdienst war seine Initiative für den Bau des Völkerschlachtdenkmals. Im Jahr 1892 übernahm er die Aufgabe, die schon mehrfach gescheiterten Bemühungen um die Errichtung eines Nationaldenkmals für die Völkerschlacht zu forcieren. Er initiierte im Jahr 1894 die Gründung des Deutschen Patriotenbundes und organisierte die Finanzierung des Denkmalbaus. Dazu rief er zu Spenden auf und ließ eine Lotterie einrichten. Der Entwurf des Architekten Bruno Schmitz wurde von Thieme in wesentlichen Punkten abgeändert bzw. ergänzt; so zum Beispiel der Einbau der Krypta und die Anbringung der Freiheitswächter und des Gipfelsteins. Die Bauausführung erfolgte ebenfalls unter der Leitung von Thieme.

Thieme gilt auch als einer der Initiatoren der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig 1897.

Ab 1888 war Thieme Mitglied der Leipziger Freimaurerloge Apollo. Hier war er gemäß der Gradeinteilung Meister.[1]

Clemens Thieme starb im Alter von 84 Jahren am 11. November 1945 in Leipzig. Er wurde auf dem Leipziger Südfriedhof am Fuße des Völkerschlachtdenkmals beigesetzt (XII. Abteilung, Wahlstelle 146).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 1913 wurde Thieme in Würdigung seiner Verdienste um den Bau des im gleichen Jahr eingeweihten Völkerschlachtdenkmals zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt.
  • Er trug den nichtakademischen Titel Geheimer Hofrat.
  • Im Jahr 2001 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Liebertwolkwitz nach Thieme benannt (Clemens-Thieme-Straße).
  • In seiner Heimatstadt Borna wurde die Grundschule "Clemens Thieme" nach ihm benannt.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Körnerplatz 7 (1890)
  • Paul-Gruner-Straße 16 (1888–1890)
  • Beethovenstraße 31 (1895)
  • Nordplatz 1 (1888–1890)
  • Tschaikowskistraße 4[1]
  • An der Verfassungslinde 22 (Lagergebäude des Musikverlages C. F. Peters)[2]
  • Völkerschlachtdenkmal (1898–1913, Initiator und Bauherr)
  • Hauptbahnhof Leipzig (1909–1915, Projektleitung)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PROLEIPZIG 2005, ISBN 3-936508-03-8, S. 594.
  2. a b Wolfgang Hocquel: Leipzig - Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-932900-54-5, S. 287.