Liebertwolkwitz

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Wappen von Liebertwolkwitz
Wappen von Leipzig
Liebertwolkwitz
Ortsteil von Leipzig
Leipzig Ortsteil 34 Liebertwolkwitz.svg
Koordinaten 51° 16′ 58″ N, 12° 27′ 50″ OKoordinaten: 51° 16′ 58″ N, 12° 27′ 50″ O.
Fläche 9,26 km²
Einwohner 5300 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 572 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1999
Postleitzahl 04288
Vorwahl 034297
Stadtbezirk Südost
Verkehrsanbindung
Autobahn A38 A14
Eisenbahn Leipzig–Geithain
Bus 75, 143, 172, 690, S-Pösna-Park,
Nachtbus: N8
Quelle: Ortsteilkatalog 2008 der Stadt Leipzig

Liebertwolkwitz ist ein Stadtteil von Leipzig. Der im Stadtbezirk Südost gelegene Ort war bis zur Eingemeindung am 1. Januar 1999 eine eigenständige Gemeinde. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1040 ist Liebertwolkwitz eine der ältesten Siedlungen der Region.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Säule der Königlich-Sächsischen Triangulation auf dem Galgenberg
Rathaus Liebertwolkwitz

Folgende Orte grenzen an Liebertwolkwitz:

Meusdorf Zuckelhausen, Holzhausen Seifertshain
Wachau Nachbargemeinden Fuchshain
Auenhain,
Güldengossa
Störmthal Großpösna

Der Galgenberg stellt mit 163 m ü. NHN die höchste natürliche Erhebung Leipzigs dar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Kolmberg auf den Wasserturm
Kirche
Ehemalige Badeanstalt

Die Ortschaft wurde im Jahr 1040 erstmals unter dem Namen Niwolkesthorp urkundlich erwähnt und ist vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert von Slawen gegründet worden. Die romanische Kirche fiel 1575 einem Brand zum Opfer. Daraufhin wurde ein rechteckiger Saalbau mit breitem Westturm errichtet. 1702 wurde der Turm erhöht und im Barockstil umgestaltet. Am Ende des 17. Jahrhunderts erwarb der Dichter und Schriftsteller Heinrich Anselm von Ziegler und Kliphausen das Rittergut Liebertwolkwitz und verstarb dort.

Von historischer Bedeutung ist der zu Liebertwolkwitz gehörende Monarchenhügel, von dem aus der Kaiser von Österreich, der Zar von Russland sowie der preußische König im Jahr 1813 während der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-18. Oktober 1813) ihre Truppen gegen Napoleon I. befehligten. Im Jahr 1725 hatte Zacharias Hildebrandt eine Kirchenorgel erbaut, die in der Völkerschlacht zerstört wurde. Am 14. Oktober 1813, zwei Tage vor Beginn der eigentlichen „Völkerschlacht“, wurde die Gegend südlich von Markkleeberg, Wachau und Liebertwolkwitz zum Schauplatz des berühmten Reitergefechts bei Liebertwolkwitz. In dem Gefecht fiel der preußische Dragonerleutnant Guido von der Lippe bei der Verfolgung des französischen Marschalls Joachim Murat; die Szene wurde in einem Gemälde von Richard Knötel verewigt.[1] Ein Denkmal auf dem ebenfalls zu Liebertwolkwitz gehörenden Galgenberg erinnert daran, dass dort am 16. Oktober 1813 Napoleon seinen Befehlsstand hatte.

Liebertwolkwitz lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Leipzig.[2] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Leipzig I und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[3] Um 1880 begann die Ansiedlung von Industriebetrieben in Liebertwolkwitz, die unter anderem die Tonvorkommen der Umgebung nutzen. So entstanden vor allem Klinker- und Pfannsteinwerke. Dieser Industriezweig ist bis heute im Ort ansässig. 1908 wurde die Badeanstalt errichtet, die jetzt einen Fitness-Club beherbergt.

Im Jahr 1996 unterzeichnete Liebertwolkwitz einen Partnerschaftsvertrag mit der französischen Gemeinde Les Epesses. Der Ortsname wird von den Ortsansässigen oft zu Wolks abgekürzt, die Einwohner entsprechend als Wolkser bezeichnet.[4] Seit 1999 ist Liebertwolkwitz ein Stadtteil von Leipzig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Gedenkstein ist im Josef-Sliwanski-Hain den Opfern des Faschismus gewidmet, während der Findling an der Ecke Blumenstraße / Oberholzstraße mit den Namen von vier ermordeten Antifaschisten des Ortes beseitigt wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Leipzig-Liebertwolkwitz liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Geithain.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Kühn: Liebertwolkwitz. Eine historische und städtebauliche Studie, hrsg. v. Pro Leipzig e.V., Leipzig 2000, 60 S.
  • Cornelius Gurlitt: Liebertwolkwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 76.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liebertwolkwitz (Leipzig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.zinnfigur-strassburg.de/Marschall%20Murat%20bei%20Liebertwolkwitz%201813.htm
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  3. Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. vgl. „1. Wolkser Aulaabend – Swing im 'Presse Café'“ und andere Artikel auf der Orts-Webpage