Collegium Albertinum (Konvikt)

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Erzbischöfliches Theologenkonvikt
Collegium Albertinum
Collegium Albertinum am Rhein

Collegium Albertinum am Rhein

Seminartyp Theologenkonvikt
Anschrift Adenauerallee 19
53111 Bonn
Land Deutschland
Träger Erzbistum Köln
Gründungsjahr 1892
Seminaristenzahl (ges.) 22
Direktor Romano Christen FSCB
Repetenten Peter Rieve
Spiritual Axel Hammes
Webadresse www.albertinum.de

Das Collegium Albertinum (örtlich auch Albertinum oder „der Kasten“ genannt) ist das Theologenkonvikt des Erzbistums Köln. Katholische Theologiestudenten mit dem Ziel der Priesterweihe für das Erzbistum Köln als Heimatdiözese leben während ihrer Studienzeit an der Universität Bonn im Albertinum. Im Gegensatz zu Vollseminaren werden die Studenten hier nicht als Priesteramtskandidat bezeichnet, sondern als Diözesantheologe, um hervorzuheben, dass sie sich im Studium befinden.

Das Gebäude des Collegium Albertinum liegt am Rheinufer an der Ostseite der Adenauerallee (Hausnummer 19) in der Bonner Südstadt und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Das Collegium Albertinum beherbergt nicht nur Theologiestudenten des Erzbistums Köln, sondern auch weitere kirchliche Institutionen, etwa die Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft, das Institut für Staatskirchenrecht der Deutschen Bischofskonferenz, das Albertus-Magnus-Institut, die Kommission für Zeitgeschichte, die Zentralrendantur Bonn, die Innenrevision des VDD (Verband Deutscher Diözesen) sowie die Joseph-Höffner-Gesellschaft.

Geschichte und Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen römischen Siedlung. Teile der Thermenanlage dieser Siedlung können noch besichtigt werden. Entworfen wurde das Gebäude 1889 von Johannes Richter[2], fertiggestellt wurde es unter Gerhard Franz Langenberg 1892; in den 1980er Jahren wurde es renoviert. Im selben Gebäude ist auch das Albertus-Magnus-Institut, das die Schriften Alberts des Großen herausgibt, beherbergt.

Im Collegium Albertinum wohnen zurzeit (Stand Sommersemester 2015) 22 Priesterkandidaten. Während der ersten beiden Ausbildungsjahre absolvieren sie neben dem fachtheoretischen Grundstudium an der Universität auch eine geistliche und pastorale Ausbildung. Sie werden zu den Grundlagen des geistlichen Lebens hingeführt und sollen die nötige menschliche Reife für den pastoralen Dienst erwerben. Gesangsschulung, Stimmbildung und Einführung in die Gesprächsführung gehören ebenfalls zum Ausbildungsprogramm. Daneben ist ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung zu absolvieren.

Im dritten Ausbildungsjahr absolvieren die Priesteramtskandidaten ihr Freisemester. Sie studieren während dieser Zeit an einer anderen Hochschule und wohnen privat, nicht in einem Seminar. Sie sollen die im Albertinum eingeübte geistliche Lebensform selbständig fortführen und einen „angemessenen und einfachen“ Lebensstil pflegen lernen. Daneben absolvieren sie ein sechswöchiges Gemeindepraktikum und erhalten eine erste Hinführung zur Seelsorge bei Kranken. Das vierte und fünfte Ausbildungsjahr wohnen die Diözesantheologen dann wieder im Albertinum und setzen ihr Studium an der Universität Bonn fort. In dieser Zeit soll der tägliche Vollzug des Stundengebets und der tägliche Besuch der Heiligen Messe sowie der regelmäßige Empfang des Bußsakraments zum wesentlichen Lebensbestandteil werden und die persönliche Entscheidung zur Christusnachfolge gefestigt werden. Das fachtheoretische Studium endet nach dem zehnten Semester mit dem Magister theologiae.

Danach verbringen die Studenten als Priesteramtskandidaten eine dreijährige Ausbildungszeit im erzbischöflichen Priesterseminar in Köln und empfangen die Diakonen- und die Priesterweihe.

Im Collegium Albertinum wohnte auch der damalige Bonner Professor Joseph Ratzinger, der an der Universität Bonn zum 1. April 1959 den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie übernommen hatte. Den Lehrstuhl hatte er bis 1963 inne. In dieser Zeit kam er auch intensiv mit dem Kölner Erzbischof Josef Frings in Kontakt, der ihn als Berater während der Sitzungen des Zweiten Vatikanischen Konzils mit nach Rom nahm.[3]

Ehemalige Vorstände des Collegium Albertinum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 20.
  • Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, Bouvier Verlag, Bonn 1990, ISBN 3-416-80606-9, S. 42–44. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
  • Wilfried Evertz (Hrsg.): Im Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche: 100 Jahre Priesterausbildung im Collegium Albertinum. Siegburg: Schmitt, 1992 (Studien zur Kölner Kirchengeschichte; Bd. 26), ISBN 3-87710-155-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Collegium Albertinum (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 3, Nummer A 1847
  2. Moritz Wild: Der Baumeister Johannes Richter und die neugotische Pfarrkirche St. Nikolaus in Bonn-Kessenich. In: Landschaftsverband Rheinland, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland: Denkmalpflege im Rheinland, ISSN 0177-2619, 30. Jahrgang, Nr. 3, 3. Vierteljahr 2013, Klartext Verlag, Essen 2013, S. 116–125 (hier: S. 118).
  3. Manuel Schlögl, Am Anfang eines großen Weges. Joseph Ratzinger in Bonn und Köln, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2014

Koordinaten: 50° 43′ 57″ N, 7° 6′ 29″ O