Peter Kohlgraf

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Bischofswappen von Peter Kohlgraf

Peter Kohlgraf (* 21. März 1967 in Köln) ist ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Mainz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Kohlgraf, Sohn eines Maurers und einer Krankenschwester, machte sein Abitur am Kölner Dreikönigsgymnasium. Er studierte ab 1986 Philosophie und Katholische Theologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und für ein Semester in Salzburg. Sein Diplom legte er 1991 in Bonn ab. Nach der pastoralen Ausbildung im Priesterseminar Köln empfing Peter Kohlgraf am 18. Juni 1993 im Kölner Dom die Priesterweihe durch den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Zusammen mit ihm wurden Stefan Heße und Dominikus Schwaderlapp geweiht, die beiden späteren Kölner Generalvikare. Sie sind heute Erzbischof von Hamburg bzw. Kölner Weihbischof. Nach einer Tätigkeit als Kaplan an Herz Jesu und St. Martin in Euskirchen bis 1996 war er Subsidiar im Seelsorgebereich Bad Honnef mit Wohnsitz an St. Mariä Heimsuchung (Rhöndorf). Im Jahr 2000 wurde Kohlgraf an der Universität Bonn bei Ernst Dassmann über Die Ekklesiologie des Epheserbriefes in der Auslegung durch Johannes Chrysostomus promoviert.[1] Ab 1999 war er Religionslehrer und Schulseelsorger am erzbischöflichen Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel, außerdem Bonner Stadtgruppenkaplan der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ).[2] 2003 wurde er Repetent am Collegium Albertinum in Bonn und Seelsorger am städtischen Beethoven-Gymnasium sowie im Kinderheim Hermann-Josef-Haus in Bad Godesberg; 2009 wechselte er als Schulseelsorger an das erzbischöfliche Gymnasium Marienberg und das Berufskolleg Marienberg in Neuss.[3]

Peter Kohlgraf im Mai 2017 als Dozent der Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz

Im Jahre 2010 habilitierte sich Kohlgraf am Lehrstuhl für Religionspädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bei Udo Schmälzle mit einer Arbeit zum Thema „Glaube im Gespräch. Die Suche nach christlicher Identität und Relevanz in der alexandrinischen Vätertheologie. Ein Modell für praktisch-theologisches Bemühen heute?“ Von 2010 bis 2013 war er Privatdozent an der Universität Münster, ab 2013 Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz – seit dem Wintersemester 2016/17 als Dekan des Fachbereichs Praktische Theologie – und gleichzeitig Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt mit Wohnsitz in Partenheim in Rheinhessen.[1]

Am 18. April 2017 ernannte Papst Franziskus Peter Kohlgraf zum Bischof von Mainz und damit zum 88. Nachfolger des heiligen Bonifatius auf dem Mainzer Bischofsstuhl.[1]

Am 8. August 2017 legte er in der Mainzer Staatskanzlei vor der Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier den Treueeid gemäß Artikel 16 des Reichskonkordats ab. Anwesend waren sein Vorgänger im Bischofsamt, Karl Kardinal Lehmann, weitere Vertreter der Kirche und zahlreiche Mitglieder des Kabinetts.[4]

Die Bischofsweihe im Mainzer Dom fand am 27. August 2017 statt und wurde ihm von seinem Amtsvorgänger Karl Kardinal Lehmann gespendet. Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki. Woelki ernannte ihn zudem zum Kölner Ehrendomherrn.[5] Seine Inthronisation fand am 15. Oktober 2017 im Kölner Dom statt. In der Deutschen Bischofskonferenz gehört er der Kommission für Ehe und Familie und der Kommission für Erziehung und Schule an.[6]

Kohlgraf ist seit 1986 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Staufia Bonn.[7]

Wappen und Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Der geteilte und oben gespaltene Wappenschild zeigt oben vorn auf rotem Grund das Mainzer Rad (für das Bistum Mainz) und hinten auf schwarzem Grund einen silbernen schräggelegten Schlüssel mit dem Bart nach heraldisch rechts oben, begleitet von acht goldenen Rauten (Wappen des ehemaligen Bistums Worms). Im unteren silbernen Schild drei blaue Wellen, die den Fluss Rhein symbolisieren. Der Rhein verbindet Mainz und Worms mit Kohlgrafs Heimatstadt Köln.[8] Zudem erinnert der Fluss an den die Geschichte lebensspendend und heilbringend durchfließenden Strom des christlichen Glaubens, entspringend in der Taufe (vgl. Ez 47). Hinter dem Wappenschild das goldene Bischöfliche Kreuz. Darüber der grüne bischöfliche Prälatenhut mit zwölf herabhängenden Quasten. Unter dem Wappen im Spruchband der Wahlspruch des Bischofs: Appropinquavit Regnum DeiDas Reich Gottes ist nahegekommen (Lk 10,9 EU).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Ekklesiologie des Epheserbriefes in der Auslegung durch Johannes Chrysostomus. Eine Untersuchung zur Wirkungsgeschichte paulinischer Theologie (= Hereditas, Band 19), Borengässer, Bonn / Alfter 2001, ISBN 3-923946-53-8 (Dissertation Universität Bonn 2000, XII, 405 Seien, 23 cm).
  • Glaube im Gespräch. Die Suche nach Identität und Relevanz in der alexandrinischen Vätertheologie – ein Modell für praktisch-theologisches Bemühen heute? Lit, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-11124-1.
  • Nur eine dienende Kirche dient der Welt. Yves Congars Beitrag für eine glaubwürdige Kirche. 2. Auflage, Matthias Grünewald, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-7867-3036-1.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Kohlgraf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Nomina del Vescovo di Mainz (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. April 2017; abgerufen am 18. April 2017 (italienisch).
  2. Peter Kohlgraf. Website der Katholischen Hochschule Mainz, abgerufen am 18. April 2017.
  3. Professor Dr. Peter Kohlgraf wird neuer Bischof des Bistums Mainz. Bistum Mainz, 18. April 2017, abgerufen am 18. April 2017.
  4. Treueeid in Mainz. Abgerufen am 30. August 2017.
  5. Neuer Mainzer Bischof wird Ehrendomherr in Köln. erzbistum-koeln.de; abgerufen am 27. August 2017.
  6. dbk.de: Pressebericht Herbst-Vollversammlung, 28. September 2017
  7. Peter Kohlgraf wird neuer Mainzer Bischof. In: faz.net. 18. April 2017;
    CV-Gesamtverzeichnis 2015 V - 594.
  8. Das Reich Gottes ist nahe gekommen. Domdekan Heckwolf und Zeremoniar Brantzen stellten Insignien und Wappen vor. Bischöfliche Pressestelle Mainz, 21. August 2017; abgerufen am 21. August 2017.
VorgängerAmtNachfolger
Karl Kardinal LehmannBischof von Mainz
seit 2017