Conrad Wiene

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Conrad Wiene, gebürtig Konrad Wiene, (* 3. Februar 1878 in Wien[1]; † zwischen März 1934 und Anfang Januar 1937[2]) war ein österreichischer Theaterschauspieler, Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war der Schauspieler Karl Wiene (1852–1913). Nachdem Conrad Wiene das Gymnasium in Dresden im Jahr 1899 absolviert hatte, wandte er sich dem Sommertheater in Phystian zu. Dort debütierte er als „Dr. Drontheim“ im „Zweiten Gesicht“. Noch im selben Jahr nahm er Engagement am Hoftheater Gera, beteiligte sich 1901 an der internationalen Tournee, die Agnes Sorma unternahm. Von dieser Tournee zurückgekehrt trat er in den Verband des Stadttheaters Lübeck ein (Antrittsrolle: „Hans“ in „Jugend“). 1902 ging er ans Deutsche Theater in Hannover. Nach einer Zwischenstation in Magdeburg (1903/04) kam Conrad Wiene 1905 ans Schillertheater nach Berlin-Charlottenburg, später spielte er auch an anderen Berliner Bühnen. Wienes frühes Rollenfach war das der ‘jugendlichen Helden und Liebhaber’.

Im Juli 1912 beteiligte er sich mit seinem Bruder Robert Wiene als Gesellschafter an der Gründung der Film-Aufnahme-Gesellschaft mbH (FAG) Deutscher Künstlerfilm (1912-1913).[3] Seit er 1912 in dem Film Die Waffen der Jugend, für den sein Bruder das Drehbuch schrieb, erstmals vor der Kamera gestanden hatte, widmete er sich ganz der Filmarbeit und war seit 1914 vor allem als Regisseur tätig.

Nach der Machtübernahme der Nazis wollte Wiene seine berufliche Karriere in Wien fortsetzen. Im September 1933 war er Mitgründer der Austria Film-Produktions-Gesellschaft mbH.[4] Als erster Film wurde die Verfilmung der Johann Strauss-Operette "Carneval in Rom" unter der Regie von Conrad Wiene angekündigt. Seit seiner Abreise von dort im März 1934 verliert sich seine Spur.[A 1] Sterbedatum (vor dem 5. Januar 1937) und Sterbeort sind bislang nicht bekannt.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Der Evangelimann
  • 1915: Lisas Opfer
  • 1916: Die Dame mit der Maske
  • 1916: Der Mann im Spiegel
  • 1917: Dem Frieden entgegen
  • 1917: Das verschnupfte Miezerl
  • 1917: Dem Frieden entgegen
  • 1917: Veilchen Nr. 4
  • 1918: Am Tor des Lebens
  • 1918: Das Haus ohne Lachen
  • 1918: Der letzte Erbe von Lassa
  • 1918: Der Stärkere
  • 1918: Der vorsichtige Kapitalist
  • 1918: Frank Boyers Diener
  • 1919: Der Umweg zur Ehe
  • 1919: Die Spinne
  • 1919: Zwei Welten
  • 1920: Glanz und Elend der Kurtisanen
  • 1920: Moral, der Meister des Verbrechens
  • 1921: Der Herzog von Rochester
  • 1922: Das Testament des Ive Sievers (auch: Das Testament des Joe Sivers)
  • 1922: Das Erbe
  • 1923: Die Macht der Finsternis
  • 1924: Der krasse Fuchs
  • 1925: Zapfenstreich
  • 1926: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit
  • 1926: Ich hatt' einen Kameraden
  • 1926: Die kleine Dingsda
  • 1926: Trude, die Sechzehnjährige
  • 1928: Heut’ spielt der Strauss (in Öst.: Der Walzerkönig)
  • 1928: Die Vierte von rechts
  • 1929: Eros in Ketten
  • 1929: Revolution der Jugend (in Öst: Der Jugend – das Recht / Jugend am Scheidewege)
  • 1930: Eine Dirne ist ermordet worden
  • 1930: Madame Blaubart
  • 1931: So lang' noch ein Walzer vom Strauß erklingt
  • 1932: Durchlaucht amüsiert sich
  • 1932: Johann Strauß, k. u. k. Hofballmusikdirektor (in Öst: Kaiserwalzer)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im 19. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 1122
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 373 f.
  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 534.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle: Meldezettel im Bestand der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Serie 2.5.1.4.K11 - Prominentensammlung 19. Jh. - 20. Jh., Akt 2.5.1.4.K11.Wiene Conrad.3.2.1878 - Conrad Wiene, geb. 03.02.1878. Informationen darüber, was sich im Jahr 1934 ereignet hat, lassen sich vermutlich nur im Wiener Handelsregister finden. Im Meldezettel vom 26.10.1933 hatte Wiene in der Sparte Beruf 'Regisseur und Direktor der Austria' angegeben. In den letzten Meldeformularen ist als Heimatort Nitra genannt, als Staatsangehörigkeit 'tschechoslowakisch'.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle: Heiratsurkunde Nr. 707 vom 19.11.1910, Standesamt Deutsch-Wilmersdorf, Landesarchiv Berlin.
  2. Vgl. Sterbesymbol in: Der Wiener Film vom 5. Jänner 1937
  3. Handelsregister Berlin HRB Nr. 11005
  4. Blick ins Ausland, in: Film-Journal, Nr. 41, Jg. 1933, 2. Beiblatt