Constantine Phipps, 2. Baron Mulgrave

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Constantine Phipps, 2. Baron Mulgrave

Constantine John Phipps, 2. Baron Mulgrave (* 19. Mai 1744; † 10. Oktober 1792 in Lüttich) war ein britischer Entdeckungsreisender und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der älteste Sohn des Constantine Phipps, 1. Baron Mulgrave, aus dessen Ehe mit Hon. Lepell Hervey, Tochter des John Hervey, 2. Baron Hervey.

Phipps besuchte zunächst zusammen mit Joseph Banks das Eton College, verließ dieses aber frühzeitig und fuhr mit seinem Onkel, dem späteren Vice-Admiral Augustus Hervey, 3. Earl of Bristol, zur See. Bei der Royal Navy wurde er 1762 zum Lieutenant und 1765 Post-Captain befördert. 1766 reiste er zusammen mit Banks, der ihn als Naturforscher begleitete, nach Neufundland.

Am 4. Juni 1773 startete Phipps eine Fahrt zum geografischen Nordpol. Er hatte zwei Schiffe, die Racehorse und die Carcass. Zu seiner Mannschaft gehörte auch der junge Horatio Nelson. Nachdem sie Spitzbergen passiert hatten, wurden sie von den Eismassen zurückgedrängt und entschieden sich nach Erreichen von 80° 48' nördlicher Breite für die Heimreise. Bei dieser Fahrt beschrieb Phipps als erster Europäer den Eisbären und die Elfenbeinmöwe. Er stellte meteorologische und geologische Beobachtungen an, testete Bouguers Patentlog und versuchte, die Tiefe des Eismeers auszuloten.[1] 1774 veröffentlichte er diese Studien in einem Reisebericht.

In der Zeit von 1768 bis 1790 war Phipps mit einigen Unterbrechungen für verschiedene Wahlkreise Mitglied des britischen House of Commons. 1775 erbte er von seinem Vater den Titel eines Baron Mulgrave, der zur Peerage of Ireland gehörte und mit einem Sitz im irischen House of Lords verbunden war. 1790 wurde Phipps aufgrund seiner Verdienste auch in der Peerage of Great Britain zum Baron Mulgrave erhoben, wodurch er auch einen Sitz im britischen House of Lords erhielt und aus dem britischen House of Commons ausschied. Er verließ 1791 den öffentlichen Dienst und starb am 10. Oktober 1792 in Lüttich.

Während der britische Titel mit seinem Tod erlosch, da er keinen männlichen Abkömmling hatte, erbte sein Bruder Henry Phipps die irische Baronie.

Die Insel Phippsøya, eine der Sjuøyane („Sieben Inseln“) im Spitzbergen-Archipel ist heute nach ihm benannt.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. H. Houben: Der Ruf des Nordens, Wegweiser-Verlag, Berlin 1927, S. 57–61
  2. Phippsøya. In: The Place Names of Svalbard (Erstausgabe 1942). Norsk Polarinstitutt, Oslo 2001, ISBN 82-90307-82-9 (englisch, norwegisch).
VorgängerAmtNachfolger
Constantine PhippsBaron Mulgrave (Ireland)
1775–1792
Henry Phipps
Titel neu geschaffenBaron Mulgrave (Great Britain)
1790–1792
Titel erloschen