Corrado Giaquinto

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Giaquinto, Selbstporträt
Farinelli, gemalt von Giaquinto etwa 1753

Corrado Domenico Niccolò Antonio Giaquinto[1] (* 18. Februar 1703 in Molfetta; † 1766 in Neapel) war ein italienischer Maler aus dem Zeitalter des Rokokos.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern hatten ursprünglich eine kirchliche Laufbahn für Giaquinto vorgesehen. Er konnte jedoch seinen Willen durchsetzen, indem er bei dem lokal bekannten Maler Saverio Porta, seinem Firmpaten,[1] in die Künstlerlehre ging. Von 1719 bis 1723 lernte er in den Ateliers in Neapel bei Nicola Maria Rossi[1] und schließlich bei dem Künstler Francesco Solimena, dem Hauptmeister der neapolitanischen Kunst dieser Epoche,[1] gemeinsam mit einigen anderen werdenden Künstlern seiner Zeit, wie etwa Giuseppe Bonito.

1727 zog Giaquinto nach Rom. Sein Geld verdiente er als Altwarenhändler. Gleichzeitig bildete er seinen ersten Schüler aus, Giuseppe Rossi. Giaquintos frühe Arbeiten waren großformatige, religiöse Motive. Um 1730 näherte er sich profanen Darstellungen in kleineren Formaten. Auch Fresken malte er[1] und gilt darin als größter Meister nach Giovanni Battista Tiepolo.[2]

1733 heiratete Giaquinto, doch bereits zwei Jahre später starben Frau und Kind. Eine neue Frau sollte er erst 10 Jahre später finden.[1]

1740 wird Giaquinto in die Künstler-Akademie aufgenommen. Der Kardinal Pietro Ottoboni vermittelt Aufträge. Beispielsweise schuf Giaquinto 1744 zwei Deckengemälde und die Wandgestaltung der Apsis in Santa Croce in Gerusalemme, Rom.[3] Auch aus Neapel und Turin kamen Bestellungen nach Rom. Die Zahl seiner Schüler wuchs an, darunter José del Castillo, Antonio González Velázquez sowie João Pedro Volkmar aus Portugal.[1]

Auf die Anfrage von Ferdinand VI. von Spanien hin, ging er 1753 nach Madrid. Hier stellte sich ein schneller Erfolg ein, aufgrund des niedrigen Niveaus der einheimischen Maler. Der König ernannte ihm zum Direktor der Königlichen Akademie von San Fernando.[4] Hier hat er erfolgreiche Jahre, bis sich der Geschmack des Publikums auch hier dem Klassizismus zuwendet. 1762[4] zieht sich Giaquinto nach Neapel zurück, wo er 1766 verstirbt.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1742: Die Erholung während der Flucht nach Ägypten
  • 1744: Die dreiste Schlange
  • 1750: Satan vor dem Herren
  • 1750: Der Heilige Geist
  • 1750: Die Geburt Marias
  • 1750: Winter
  • 1755: Heilige in Glorie
  • 1760: Gerechtigkeit und Frieden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pietro Amato (Hrsg.): Corrado Giaquinto (1703–1766). Atti del Il convegno internazionale di studi. Mezzina, Molfetta 1985.
  • Mario d’Orsi: Corrado Giaquinto. Arte della Stampa, Rom 1958.
  • Michaela Scolaro (Hrsg.): Corrado Giaquinto – il cielo e la terra. Minerva Editorial, Argelato 2005, ISBN 88-7381-134-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corrado Giaquinto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Biografien Corrado Giaquinto. In: Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von Corrado Giaquinto. Ketterer Kunst, abgerufen am 1. November 2017.
  2. The Penitent Magdalen. In: The Met. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  3. The Brazen Serpent. The National Gallery, Trafalgar Square, London, abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  4. a b Corrado Giaquinto. The Aathenaeum, abgerufen am 1. November 2017 (enn).