Crenosoma striatum

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Crenosoma striatum[1]
Systematik
Stamm: Fadenwürmer
Unterklasse: Rhabditida
Ordnung: Strongylida
Familie: Crenosomatidae
Gattung: Crenosoma
Art: Crenosoma striatum[1]
Wissenschaftlicher Name
Crenosoma striatum[1]
(Zeder, 1800)

Crenosoma striatum, umgangssprachlich auch als Lungenwurm bezeichnet, ist ein wirtsspezifischer Parasit des Igels. Er befällt die Luftröhre, die Bronchien und die Alveolargänge (Ductus alveolares).

Merkmale und Lebenszyklus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adulte Männchen sind 5–7, Weibchen 10–13 mm lang.[2]

Die lebendgebärenden Weibchen setzen etwa 300 µm große Larven I ab. Sie werden hochgehustet, abgeschluckt, mit dem Kot ausgeschieden und dringen über den Fuß in den Zwischenwirt Schnecken ein. In etwa drei Wochen entwickelt sich die ansteckungsfähige Larve III, welche von den Igeln bei Fressen der Schnecke aufgenommen wird. Die Präpatenz beträgt drei Wochen.[2] Igel könne die Eier jedoch auch direkt aufnehmen, wenn sie sich an Orten aufhalten, die mit infiziertem Kot verdreckt sind. Außerdem wird der Parasit mit der Muttermilch an die Jungen weitergegeben. Crenosoma striatum kommt überall in Europa und Asien vor, wo Igel verbreitet sind.

Befallssymptome und Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten wildlebenden Igel sind von Lungenwürmern befallen.[3][4] Während bei leichtem Befall keine Symptome erkennbar sein müssen, können unter anderem Husten, Atemnot, Gewichtsverlust, verringerter Appetit, Schwäche und reduzierte Aktivität beobachtet werden. In extremen Fällen kann ein Befall zum Tod des Tieres führen.

Zur Diagnose können die Fäkalien mikroskopisch auf Larven untersucht werden (siehe Koproskopie).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila, Syn. Eucoleus aerophilus), der andere Lungenparasit des Igels

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Crenosoma striatum - Classifications - Encyclopedia of Life. In: Encyclopedia of Life. Abgerufen am 7. November 2016.
  2. a b Wieland Beck und Nikola Pantchev: Praktische Parasitologie bei Heimtieren: Kleinsäuger - Vögel - Reptilien - Bienen. 2. Auflage. Schlütersche, Hannover 2014, ISBN 978-3-8426-8518-5, S. 6–61.
  3. Bei einer in Finnland durchgeführten Studie an toten Igeln waren 79 % aller untersuchten Tiere mit Crenosoma striatum befallen: Anni Rautio, Marja Isomursu, Anu Valtonen, Varpu Hirvelä-Koski, Mervi Kunnasranta: Mortality, diseases and diet of European hedgehogs (Erinaceus europaeus) in an urban environment in Finland. In: Mammal Research. Band 61, Nr. 2, 22. Dezember 2015, ISSN 2199-2401, S. 161–169, doi:10.1007/s13364-015-0256-7 (springer.com [abgerufen am 7. November 2016]).
  4. Bei einer Studie an Igelfäkalien konnte Crenosoma striatum in 43,69 % der untersuchten Proben nachgewiesen werden: C. Epe, T. Schnieder, M. Stoye: Results of parasitological examinations of fecal samples from horses, donkeys, dogs, cats and hedgehogs between 1993 and 1997. In: ResearchGate. Band 85, Nr. 12, 1. Januar 1998, ISSN 0253-9411 (researchgate.net [abgerufen am 7. November 2016]).