Czempiń

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Czempiń
Wappen von Czempiń
Czempiń (Polen)
Czempiń
Czempiń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Kościan
Fläche: 3,29 km²
Geographische Lage: 52° 9′ N, 16° 46′ OKoordinaten: 52° 8′ 42″ N, 16° 45′ 38″ O
Einwohner: 5280
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 64-020
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PKS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ŚremStęszew
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 22 Schulzenämter
Fläche: 142,46 km²
Einwohner: 11.490
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3011023
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Dorota Lew
Adresse: ul. 24 Stycznia 25
64-020 Czempiń
Webpräsenz: www.czempin.pl



Czempiń [t͡ʂɛmpjiɲ] (deutsch Czempin oder Tschempin) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Großpolen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Czempiń liegt etwa 30 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Posen (Poznań ) und zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Kościan (Kosten).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Czempin südsüdwestlich der Stadt Posen und nordöstlich der Stadt Kosten auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Stadtpanorama mit Kirche
Straßenzug
Schloss Ludwika Szołdrskiego

Das heutige Czempiń wurde im 14. Jahrhundert auf dem Boden des Dorfes Piechynin angelegt[2]. Die erste Erwähnung als Stadt stammt von 1399[3] oder 1401[4]. Im Jahr 1458 wird die Stadt unter dem Namen Czampin erwähnt; zu diesem Zeitpunkt war sie noch recht klein: dem Heer hatte sie nur drei Krieger zu stellen.[5] 1561 wurde das Stadtrecht bestätigt. Die Stadt hatte den Górka gehört und kam dann in den Besitz der Familie Szołdrski, die sich hier am Ende des 17. Jahrhunderts ein Schloss erbaute. Danach kam die Stadt an die Familie Grabia. Ein Grabia verlieh den Einwohnern Magdeburger Recht.[5]

Bei der Zweiten Teilung Polen-Litauens kam Czempiń 1793 unter preußische Herrschaft und wurde zeitweise auch unter dem deutschen Namen Tschempin geführt. 1797 war Felix Szołdrski Grundherr.[5] Am Ausgang des 18. Jahrhunderts hatte die Stadt eine Kirche, ein öffentliches Gebäude, zehn Mühlen und 114 Wohnhäuser mit 773 Bewohnern, unter denen sich 149 Juden befanden. Die meisten Einwohner waren Polen.[5]

Von 1807 bis 1815 gehörte die Stadt zum von Napoleon eingerichteten Herzogtum Warschau. Mit dessen Auflösung kam Czempiń 1815 wieder an Preußen und wurde dem Posener Kreis Kosten unterstellt. Im 19. Jahrhundert gehörte die Stadt dem Posener Bürger Nieczkowski.[5]

1856 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz von Posen nach Kosten. Seit 1885 zweigte in Czempiń eine Bahnstrecke nach Schrimm (Śrem) ab.[6]. 1894 wurden für Czempiń eine Dampfmahlmühle sowie eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche erwähnt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 am 10. Januar 1920 dem neu gebildeten polnischen Staat zugeordnet. Im September 1939 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt. Anfang 1945 marschierte die Rote Armee in die Stadt, und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Stadt wieder Teil Polens. Bis 1999 war die Stadt der Wojewodschaft Posen zugeordnet; seitdem gehört die Stadt zur Wojewodschaft Großpolen.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1800: 773, überwiegend Polen, darunter 149 Juden[5]
  • 1816: 917[5]
  • 1837: 1.175[5]
  • 1843: 1.351[5]
  • 1858: 1.772[5]
  • 1861: 1.823[5]
  • 1880: 2.156[7]
  • 1890: 2.321 Einwohner, davon 396 Evangelische, 1.772 Katholiken und 153 Juden.
  • 1910: 2.212
  • 2005: 5.109, am 31. Dezember[8].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neoromanische Kirche św. Michała Archanioła, errichtet 1895–1899
  • Barocker Palast der Familie Szołdrski, errichtet Ende des 17. Jahrhunderts[9]
  • Palastkapelle aus dem Jahr 1782 mit einem Turm aus dem 19. Jahrhundert

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Czempiń hat eine Fläche von 142,46 km², auf der etwa 11.000 Menschen leben. Die Gemeinde besteht aus den folgenden kleineren Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–45)
Betkowo Betkowo Betkau
Bieczyny Bieczyn Bielau
Borowo Borowo Bärenhort
Czempiń Czempin Karlshausen
Donatowo Donatowo Donaten
Głuchowo Gluchowo Gutenau
Gorzyce Gorzyce Klein Lohe
Gorzyczki Gorzyczki Groß Lohe
Helenopol Vorwerk Helenopol Helenenhof
Jarogniewice Jarogniewice Jauernitz
Jasień Jasin Hallingen
Maruszkowo Vorwerk Marienrode Vorwerk Marienrode
Nowe Borówko Neu Borowko Neu Borkau
Nowe Tarnowo Neu Tarnowo Tarnau
Nowy Gołębin Neu Golembin Taubendorf
Piechanin Piechanin Pechstein
Piotrkowice Piotrkowice Petersdorf
Piotrowo Drugie Gut Pietrowo Gut Peterzell
Piotrowo Pierwsze Pietrowo Peterzell
Rakówka Rakowka Roggern
Roszkowo Roszkowo Roßhof
Sierniki Sierniki Scharnau
Słonin Slonin Sandwalde
Srocko Wielkie Groß Srocko Schrottern
Stare Tarnowo Alt Tarnowo Karleshof
Stary Gołębin Alt Golembin Taubenhof
Zadory Zadory Kahden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Czempiń führt die Wojewodschaftsstraße 310 (droga wojewódzka 310), welche etwa fünf Kilometer nordwestlich in die Europastraße 261, zugleich Landesstraße 5 (droga krajowa 5), mündet. Im südöstlichen Verlauf endet die 310 nach etwa 19 Kilometern in der Stadt Śrem.

Die Wojewodschaftsstraße 311 beginnt in Czempiń und endet südwestlich nach etwa sechs Kilometern ebenfalls in der Europastraße 261.

Der Flughafen Posen-Ławica ist der nächste internationale Flughafen, welcher sich etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt befindet.

Mit der Bahn gibt es direkte Verbindungen nach Posen und Leszno.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 462.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 28. November 2014.
  2. http://mapa.szukacz.pl/html/wielkopolskie/koscianski/42070.html
  3. Website der Stadt
  4. pilot.pl
  5. a b c d e f g h i j k Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 462.
  6. http://www.euroatlas.pl/place/place.asp?lang=g&placeID=5804&categoriesID=52&categoryID=32&searchRange=c (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  7. Meyers Konversationslexikon, vierte Auflage, Band 4, Seite 393
  8. Główny Urząd Statystyczny
  9. http://www.polskiedwory.pl/pages/polska/koscian8.html