Dörenthe

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Koordinaten: 52° 13′ 21″ N, 7° 40′ 49″ O

Dörenthe
Einwohner: 1390 (31. Dez. 2015)
Postleitzahl: 49479
Vorwahl: 05451
St. Modestus Dörenthe

Dörenthe ist ein Ortsteil der Stadt Ibbenbüren in der Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) im nördlichen Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die 1.390 Einwohner[1] zählende Ortschaft ist rund sechs Kilometer vom Ibbenbürener Zentrum entfernt.

Namensbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörenthe bildet den südlichen Teil der Stadt Ibbenbüren in der Region Tecklenburger Land. Es liegt am Ende des Teutoburger Waldes und ist bekannt wegen der Wahrzeichen des Hockenden Weibes und der Steinkreuze. Die Bedeutung des Wortes „Dörenthe“ wird auf verschiedene Art und Weise ausgelegt. Dörenthe, früher Dorenthopa, kommt von Dor (Dör = großes Tor, große Tür). „Dor“ diente im Teutoburger Wald der Bezeichnung von Einschnitt oder Schlucht. „Torpa“ heißt Niederlassung, Ansiedlung oder Bauerschaft. Dörenthe heißt also Bauerschaft hinter der Schlucht. Nach den Sprachforschungen des Pfarrers Cremann aus Ibbenbüren, kommt der Name Dörenthe von Thor enthe = Niederung des Gottes Thor. Hiernach muss in der Niederung am Südhang des Teutoburger Waldes in alter germanischer Zeit ein Heiligtum des Gottes Thor gestanden haben. Ein Feld in der Nähe des Hafens führt heute noch den Namen „Düwelskerke“. Dieser Name könnte möglicherweise von den christlich gewordenen Bewohnern als Bezeichnung der Opferstätte gegeben worden sein.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserwerk Dörenthe

Dörenthe liegt am südlichen Fuß des Teutoburger Waldes. Nördlich liegt das Stadtzentrum von Ibbenbüren. Westlich grenzt Dörenthe an den zur Stadt Hörstel gehörenden Ortsteil Riesenbeck-Birgte, östlich an den Ortsteil Brochterbeck der Stadt Tecklenburg. Im Süden befindet sich die Gemeinde Saerbeck.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch das Ortszentrum verläuft die Bundesstraße 219, die das verkehrstechnische Herz Dörenthes bildet.

Südlich des Dorfes liegt der Dortmund-Ems-Kanal. Hier befindet sich einer der Häfen Ibbenbürens, der auch einen Anschluss an die Teutoburger Wald-Eisenbahn besitzt. Von ihr zweigt in Brochterbeck ein Abzweiggleis zum Hafen ab. Die Strecke ist seit 1914 ausschließlich dem Güterverkehr vorbehalten. Der Binnenhafen liegt jedoch auf Dörenther Gebiet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Hafen von Dörenthe. In der linken Bildhälfte der „Kulturspeicher Dörenthe“.

Im Teutoburger Wald befanden sich bis vor ein paar Jahren zahlreiche Kalksteinbrüche sowie Brennöfen. Diese sind jedoch stillgelegt und die Natur hat sie zurückerobert. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt bildet daher der Hafen am Dortmund-Ems-Kanal sowie die Landwirtschaft.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dünn besiedelte Gebiet um Dörenthe bietet der Natur viel Raum zur Entfaltung. Im Teutoburger Wald sind die Dörenther Klippen mit dem Felsmassiv des Hockenden Weibes zu finden. Die zahlreichen Kalksteinbrüche laden Fossiliensammler ein. Durch den Aushub des Dortmund-Ems-Kanals entstand in der Zeit zwischen 1894 und 1895 der „Botanische Garten Loismann“, in dessen Nachbarschaft ein Landschaftsbau- und Versandunternehmer einen Natur- und Unterwasserpark eröffnet hat.[3]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Kulturspeicher Dörenthe“, ein alter Getreidespeicher am Hafen, hat viele kulturelle Veranstaltungen durch ein wechselndes Programm zu bieten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Goldt: „Woher rührt dieses seltene Verhältnis?“ St. Modestus in Dörenthe – Wurzeln, Tradition und Entwicklung der katholischen Gemeinde seit der Reformation. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1999, 195 S., ISBN 3-932959-05-1.
  • Änne Sackarndt: Kirchengeschichte St. Modestus Dörenthe. Gesamtherstellung: Lammert-Druck, Dörenthe 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dörenthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach Ortsteilen 31. Dezember 2015 (PDF; 7 kB) Einwohnerzahlen der Stadt Ibbenbüren
  2. Änne Sackarndt: Kirchengeschichte St. Modestus Dörenthe. Gesamtherstellung: Lammert-Druck, Dörenthe 1990.
  3. Naturerlebnispark NaturaGart, ibbenbueren.de, abgerufen am 12. September 2016