Dörflein (Oberdachstetten)

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Dörflein
Koordinaten: 49° 24′ 5″ N, 10° 28′ 35″ O
Höhe: 425 m ü. NHN
Einwohner: 39 (Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91617
Vorwahl: 09829

Dörflein (umgangssprachlich: Derfla [2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Fränkischen Rezat und am Katzbach, der dort als linker Zufluss in die Rezat mündet. Im Südosten liegt das Schlagholz, ca. 0,75 km nordwestlich der Adelberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich bezeugt wurde der Ort 1415 als zu dem Dörfflein bey Nydern Tagsteten. Aus dieser Bezeichnung kann geschlossen werden, dass es eine Spätsiedlung von Nydern Tagsteten war (dieser Ort existiert nicht mehr). Da es im näheren Umkreis keine Orte gab, die auf -dorf endeten und somit die Siedlung eindeutig bestimmbar war, wurde aus der eigentlich allgemeinen Bezeichnung Dörflein der Ortsname.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Berglein mit Dörflein eine Gemeinde. In Dörflein gab es 8 Haushalte. Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Deutschordenskommende Virnsberg inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 3 Anwesen der Deutschordenskommende Virnsberg, 2 Anwesen dem Deutschordensspital Nürnberg der Kommende Nürnberg, 2 Anwesen der Pfarrei Berglein und 1 Anwesen dem eichstättischen Vogtamt Lehrberg.[4]

In dem Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Dörflein, Weiler an der Rezat gehört mit drey Unterthanen in das Kammeramt Ansbach, 4 sind deutschmeisterisch und gehören in das Amt Virnsperg.“[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dörflein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Virnsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Virnsberg an.[6] Am 12. Juni 1824 wurde Dörflein in die neu gebildete Gemeinde Neustetten umgemeindet.[7] Ein Gesuch von 1844 mit Berglein eine eigene Gemeinde zu bilden, wurde abgelehnt, weil beide Orte nicht die Mindestzahl von 20 Familien erreichten. Am 30. August 1923 wurde die Umgemeindung von Berglein und Dörflein nach Mitteldachstetten genehmigt.[8] Im Zuge der Gebietsreform wurde die Gemeinde Mitteldachstetten am 1. Januar 1972 nach Oberdachstetten eingemeindet.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 11: eingeschossiges Wohnstallhaus, Hausteingliederungen, 1829
  • Haus Nr. 17: eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 18: zugehörig Scheune, konstruktives Fachwerk, bezeichnet 1861; an zentraler Stelle in Ortsmitte

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Oberdachstetten#Dörflein

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002006 002015
Einwohner 45 44 * 59 73 55 55 83 59 57 40 38 39
Häuser[9] 8 11 11 10 11 13 14 13
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]
* Ort wird zu Berglein gerechnet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Berglein bzw. nach Rosenbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.oberdachstetten.de
  2. a b E. Fechter, S. 67.
  3. Dörflein im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 90.
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 613.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  7. Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 949.
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 948.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 19 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 44 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 985, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1150, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1091 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1155 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1191 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1028 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 756 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 330 (Digitalisat).