Daimonion

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Das Daimonion (auch Dämonion) bezeichnet in der griechischen Antike einen persönlichen Schutzgeist, der Teil des Ichs ist. Es wacht über das dem Menschen vorherbestimmte Schicksal. Nur vereinzelt wird die Auffassung vertreten, das Daimonion könne den Menschen von seiner Schicksalsbestimmung befreien.

Das Daimonion wurde von Sokrates als eine innere Stimme von göttlichem Ursprung erklärt. Diese innere Stimme warnte ihn in entscheidenden Augenblicken und hielt ihn von der Ausführung einer unrechten (vgl.: "adikia") Absicht ab. (Nach Platon Apol. 31 D und 41 D, Xen. Mem. I, 1, 6 warnte das Daimonion peri - tôn adêlôn, hopôs an apobêsoito.) Er verstand es als eine Gegeninstanz zum Logos, die das erkennt, was der Vernunft verborgen bleibt, und vom Falschen abrät, jedoch zu nichts zurät. Sein Daimonion schätzte Sokrates so hoch ein, dass er ihm auch gegen seine rationale Einsicht gehorchte. Da er es auch über die Götter stellte, wurde ihm vorgeworfen, es als einen neuen Gott einführen zu wollen.

Ausführlich wird das sokratische Daimonion von Plutarch beschrieben. Weitere Hinweise finden sich bei Seneca, Marc Aurel, Apuleius und in den Schriften der Neuplatoniker.

Die politische Philosophin Hannah Arendt bezieht sich auf die innere Stimme bei Sokrates.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Destrée, The Daimonion and the Philosophical Mission, in: Apeiron Bd. 38.2, 2005.
  • M. Joyal, To Daimonion and the Socratic Problem, in: Apeiron Bd. 38.2, 2005.
  • Carsten Redlef Volquardsen, Das Dämonium des Sokrates (Kiel 1862)