
Der Zweihöcker-Spinnenfresser (Ero furcata) ist eine Spinne aus der Familie der Spinnenfresser (Mimetidae). Die großflächig paläarktisch verbreitete Art bewohnt eine Vielzahl an Habitaten (Lebensräumen). Darunter insbesondere verschiedene Waldbiotope, wo sie sich an Bäumen und in der Vegetation nahe dem Boden sowie in der Bodenstreu aufhält. Der auch in Mitteleuropa häufig vorkommende Zweihöcker-Spinnenfresser ist in Europa allgemein die häufigste Art der Buckelspinnenfresser (Ero). Die wie alle Arten der Spinnenfresser eher kleine Spinne zeichnet sich wie die anderen Vertreter der Familie durch ihre einzigartige und namensgebende Ernährungsweise aus – sie erbeutet ausschließlich andere Spinnen, insbesondere netzbauende Spinnen. Diese werden in ihren eigenen Netzen überwältigt, nachdem sie durch Zupfen des Jägers an den Netzfäden direkt zu diesem gelockt werden. Das Weibchen des Zweihöcker-Spinnenfressers fertigt nach der Paarung im Spätsommer einen charakteristischen Eikokon an, der zumeist leichter zu entdecken ist als die Spinne selbst. Der nachtaktive Zweihöcker-Spinnenfresser erhielt aufgrund seiner bemerkenswerten Biologie in den letzten Jahren eine höhere Aufmerksamkeit und wurde von der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) zur Spinne des Jahres 2021 ausgerufen.
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Ingrid Persdotter ist der Name einer schwedischen Nonne, die 1498 einen stil- und literarhistorisch bedeutsamen Liebesbrief an einen Ritter namens Axel Nilsson verfasst haben soll. Der Brief wurde von den schwedischen Romantikern und noch von August Strindberg intensiv rezipiert. Zweifel an der Authentizität des Briefes und seiner angeblichen Autorin, die Ende des 19. Jahrhunderts erstmals vorgebracht wurden, erhärteten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts. 1959 hielt der schwedische Literaturwissenschaftler Magnus von Platen den Brief in einem längeren Aufsatz für eine Fälschung. Er wies nach, dass sich viele der im Brief genannten Namen und Ereignisse historisch nicht verifizieren lassen. Der Wertekosmos, der sich in dem Dokument manifestiert, war seiner Meinung nach dem endenden 15. Jahrhundert fremd. Auch sprachlich deutete für Platen wenig darauf hin, dass der Brief im Spätmittelalter entstanden wäre. Als Autor des Prosastückes kam für ihn der Theologe Nils Rabenius in Frage, der um 1700 in Uppsala wirkte und als schwedischer „Meisterfälscher“ gilt. Auch wenn die Forschung heute davon überzeugt ist, dass der Brief fingiert ist, genießt er weiterhin hohes Ansehen als literarische Arbeit.
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Die feline arterielle Thromboembolie (FATE-Syndrom) ist eine Erkrankung der Hauskatze, bei der Blutgerinnsel (Thromben) Schlagadern (Arterien) verstopfen und damit eine schwere Durchblutungsstörung verursachen. Bezogen auf die Gesamtzahl der Katzenpatienten ist die Erkrankung selten, bei Katzen mit einer Herzerkrankung jedoch relativ häufig: Etwa ein Sechstel der herzkranken Katzen ist davon betroffen. Eine Herzerkrankung ist die häufigste Grundursache für eine arterielle Thromboembolie. Sie führt zur Entstehung von Blutgerinnseln im Herz, die es mit dem Blutstrom verlassen und größere Blutgefäße verlegen, bei Katzen vor allem die Aorta am Abgang der beiden äußeren Beckenschlagadern. Die arterielle Thromboembolie tritt plötzlich auf und ist sehr schmerzhaft. Durch die Verlegung des Endabschnitts der Aorta kommt es in den Hinterbeinen zu einer Unterversorgung mit Blut. Die Folge sind Lähmungen, kalte Hinterextremitäten und später schwere Gewebeschäden. Selten sind auch andere Blutgefäße betroffen, die Ausfallserscheinungen hängen dann vom Versorgungsgebiet der betroffenen Arterie ab. Da die medikamentelle Auflösung des Blutgerinnsels bei Katzen keine befriedigenden Ergebnisse erzielt, wird heute auf die Selbstauflösung des Gerinnsels durch körpereigene Reparaturprozesse gesetzt. Begleitend werden eine Schmerztherapie und eine Gerinnungsprophylaxe durchgeführt sowie die zugrundeliegende Erkrankung behandelt. Die Sterblichkeit der arteriellen Thromboembolie bei Katzen ist sehr hoch. 50 bis 60 % der betroffenen Tiere werden ohne Behandlungsversuch eingeschläfert und nur ein Viertel bis ein Drittel der Tiere überlebt ein solches Ereignis. Bei etwa der Hälfte der genesenen Katzen entsteht trotz Gerinnungsprophylaxe eine erneute Thromboembolie.
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Das Selbstporträt mit Charlotte Berend und Sektkelch ist ein Gemälde des deutschen Malers Lovis Corinth. Das Doppelporträt zeigt ihn selbst und seine Malereischülerin und spätere Frau Charlotte Berend, die mit unbekleidetem Oberkörper auf seinem Schoß sitzt und von ihm umarmt wird, während er ein Glas erhebt. Es entstand als „Verlobungsgemälde“ in Corinths Atelier in Berlin im Oktober 1902, wenige Monate vor der Hochzeit der beiden Dargestellten. Das in Öl auf Leinwand gemalte Bild mit den Maßen 98,5 × 108,5 Zentimeter befindet sich in Privatbesitz. Bei dem Bild handelt es sich um eines der frühesten Gemälde von Lovis Corinth, auf denen er Charlotte Berend porträtierte. Corinth lernte die damals 21 Jahre alte Frau 1901 kennen, nachdem er in Berlin eine Malschule für junge Frauen eröffnet hatte. Charlotte Berend, die Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie, war seine erste Schülerin, und sie stand ihm in der Folgezeit regelmäßig Modell. Für das Selbstporträt mit Charlotte Berend und Sektkelch wählte Lovis Corinth ein Gemälde Rembrandts als Vorbild was nach Beat Wyss „überdeutlich erkennbar“ ist. Sabine Fehlemann, ehemalige Direktorin des Von der Heydt-Museums in Wuppertal, erkennt zudem auch Peter Paul Rubens als Vorbild. Wie bei anderen Selbstbildnissen Corinths ging es bei dem Bild vor allem um die Darstellung eines Lebensabschnitts. 1908 wurde das Bild in der Zeitschrift Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe gemeinsam mit zahlreichen weiteren Bildern Corinths zum ersten Mal abgebildet.
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