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Auszug aus der Liste der deportierten Jüdinnen und Juden aus Mainz
Die Deportation von Juden aus Mainz war die systematische Verschleppung Mainzer Jüdinnen und Juden in Ghettos oder Vernichtungslager zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Deportation von Juden aus Deutschland fand im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“, wie die seit Mitte 1941 geplante physische Vernichtung des jüdischen Volkes im nationalsozialistischen Deutschland verschleiernd genannt wurde, statt. Diese begannen bei den jüdischen Personen in Mainz im März 1942 mit der ersten und zahlenmäßig umfangreichsten Deportation. Weitere Transporte folgten im Herbst des Jahres und im Februar 1943. Insgesamt wurden circa 1130 Jüdinnen und Juden[1] aus Mainz anfangs in das Zwischenlager Piaski und später nach Theresienstadt oder direkt nach Auschwitz oder Treblinka deportiert. Die meisten Deportierten wurden in einem der Ghettos oder Vernichtungslager entweder ermordet oder starben aufgrund Hunger, Zwangsarbeit oder Krankheit. Auch entzogen sich gerade vor den beiden fast zeitgleich stattfindenden Deportationen im September 1942 viele jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger durch Suizid ihrer Deportation. Von den 1942 bis 1944 deportierten Menschen überlebten nur wenige Personen. Aus Theresienstadt kehrte im Juli 1945 eine Gruppe von 24 Personen nach Mainz zurück. Einer von ihnen, Max Waldmann, wurde später erster Vorsitzender der neu gegründeten jüdischen Gemeinde in Mainz.
Ein Schritt nach Gomorrha ist eine Erzählung von Ingeborg Bachmann, die 1961 in ihrem ersten Erzählband Das dreißigste Jahr erstmals veröffentlicht wurde. Darin wird die Begegnung der verheirateten Wiener Künstlerin Charlotte und der Studentin Mara geschildert, die nach einer Einladung bis zum Morgengrauen zusammenbleiben. Es kommt zwar nicht zu einer dauerhaften Liebesbeziehung zwischen den beiden, aber Charlotte stellt in dieser Nacht nicht nur ihre Ehe, sondern auch die Geschlechterrollen auf den Prüfstand. Sie verspürt Sehnsucht nach Autonomie und einer neuen Art von Beziehung und Sprache, doch die Umsetzung in die Realität scheitert.
Der Text wurde und wird aus unterschiedlichen Richtungen rezipiert. In frühen Besprechungen wurde oft die Verführung Charlottes durch Mara als zentrales Element des Textes hervorgehoben, was wegen der Tabuisierung lesbischer Liebe in den 1960er und 1970er Jahren nicht selten zu Unverständnis oder Ablehnung führte. Feministische Ansätze erweiterten in den 1970er Jahren das Spektrum. In den 1980er Jahren kam eine Sichtweise des Textes als Gegenentwurf zum Juden- und Christentum und weibliche Variante eines Erlösungs- und Schöpfungsmythos hinzu. Im 21. Jahrhundert wurden Erkenntnisse der Queer-Theory auf die Erzählung angewendet, von anderer Seite aber verworfen. Die beiden Frauen wurden im Lauf der Rezeptionsgeschichte teils als zwei Figuren gedeutet, teils wurde aber auch Mara als Teil von Charlotte oder als ihr Spiegelbild gesehen.
Ein Schritt nach Gomorrha zählt zu den frühesten feministischen Äußerungen der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit. Es ist die erste deutschsprachige Erzählung seit 1945, in der eine mögliche lesbische Beziehung als Alternative zur Ehe zwischen Mann und Frau thematisiert wird.
Maurice Utrillo auf einer Fotografie, zwischen 1915 und 1920
Maurice Utrillo [mɔʁis ytʁijo] (* 26. Dezember 1883 in Paris; † 5. November 1955 in Dax) war ein französischer Maler. Er war der Sohn von Suzanne Valadon, selbst eine bekannte Malerin, und einem unbekannten Vater. Den Nachnamen erhielt er 1891 von dem katalanischen Maler Miquel Utrillo, der offiziell die Vaterschaft für ihn übernahm. Seine Signatur Maurice Utrillo V. verweist allerdings auch auf den Nachnamen der Mutter, die lebenslang für ihn prägend blieb und mit der er gemeinsame Ateliers führte.
Utrillo wurde schon als Jugendlicher alkoholkrank. Aufenthalte in Heilanstalten zogen sich durch seinen Lebensweg. Die Malerei betrieb er ursprünglich als Therapie, entwickelte jedoch bald eine Meisterschaft, die ihm ermöglichte, vom Verkauf seiner Bilder zu leben. Anfangs war er vom Impressionismus beeinflusst, seine späteren Werke lassen sich jedoch keiner Stilrichtung zurechnen und blieben eigenständig und unabhängig von modernen Kunstströmungen einem traditionellen Realismus verhaftet. Die „weiße Periode“, die je nach Standpunkt zwischen 1907 und 1912 einsetzte und 1914 endete, gilt als sein Hauptwerk. Ihr schloss sich ab etwa 1920 eine „farbige Periode“ an. Utrillos Motive waren vor allem die häufig menschenleeren Gassen und Gebäude des Montmartre, so dass er auch als „Maler des Montmartre“ bezeichnet wird.
Der Bus Nr. 2857, in dem Rosa Parks festgenommen wurde; ausgestellt im Henry Ford Museum
Der Busboykott von Montgomery (englisch Montgomery Bus Boycott) war eine Protestaktion der Bürgerrechtsbewegung in der US-amerikanischen Stadt Montgomery gegen die Rassentrennung in Bussen. Er dauerte 381 Tage, vom 5. Dezember 1955 bis zum 20. Dezember 1956.
Auslöser für den Boykott war die Verhaftung der schwarzen Bürgerrechtlerin Rosa Parks, nachdem sie sich geweigert hatte, für einen weißen Passagier ihren Sitzplatz zu räumen. Die führenden Bürgerrechtler Montgomerys, darunter E. D. Nixon und Jo Ann Robinson, riefen ihre Mitbürger daraufhin zu einem Busboykott auf, um gegen die erniedrigende Behandlung von Afroamerikanern in Bussen zu protestieren. Zur weiteren Organisation des Boykotts, an dem sich fast alle schwarzen Einwohner der Stadt beteiligten, gründeten sie die Montgomery Improvement Association (MIA). Zum Vorsitzenden der MIA wurde der junge Pastor Martin Luther King gewählt. Die Demonstranten gestalteten ihren Protest nach dem Vorbild Mahatma Gandhis gewaltlos.
Als klar wurde, dass die Stadt an einer Einigung mit den Bürgerrechtlern nicht interessiert war, gingen diese den Rechtsweg und reichten Klage gegen die Stadt ein. Der Rechtsstreit endete damit, dass der Oberste Gerichtshof im Fall Browder v. Gayle die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig erklärte.
Nicht zuletzt wegen der staatlichen Verfolgung, die die Bürgerrechtler erleiden mussten, erregte der Busboykott internationale Aufmerksamkeit. Er gilt als die Geburtsstunde der modernen Bürgerrechtsbewegung in den USA.
Frontispiz und Titelblatt von John Tolands antikatholischem Traktat Hypatia: Or the History of a most beautiful, most vertuous, most learned, and every way accomplish’d Lady