Dandy Diary

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Dandy Diary ist ein deutscher Männermode-Blog, der sich mit den Themen Männer, Mode und Trends auseinandersetzt. 2009 wurde das Blog vom Modejournalisten David Kurt Karl Roth gegründet. 2010 kam der studierte Politikwissenschaftler Carl Jakob Haupt, ein Schulfreund Roths, als Autor und zweiter Kopf des Blogs hinzu.[1][2]

Gründungsmotive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Roth gründete Dandy Diary aus der Frustration über mehr oder weniger nicht vorhandene deutschsprachige Mode-Blogs für Männer heraus. Er studierte Modejournalismus und gab in einem Interview mit Die Welt an, dass er „deutlich formulieren will, was geht und was nicht geht“.[3]

Veranstaltungen und Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dandy Diary zeichnet sich vor allem durch künstlerisch-kritische Aktionen und Projekte aus, die sich auf die Modewelt beziehen.[4][5]

Der Männer-Mode-Blog erlangte in den deutschsprachigen Medien erstmals breite Aufmerksamkeit, als Haupt und Roth im Januar 2012 den Film „Será el comienzo“ veröffentlichten. Der Film gilt als „Fashion-Porno“, seine Uraufführung fand in einem Neuköllner Sexkino statt und wurde von der Presse gelobt.[6][7]

Seit Januar 2012 veranstalten Haupt und Roth regelmäßig einen Tag vor der zweimal jährlich stattfindenden Mercedes-Benz Fashion Week Berlin eine inoffizielle Opening Party, die von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als „spektakulärstes Event der Modewoche“ bezeichnet wurde.[8][9][10]

Die erste Dandy Diary Berlin Fashion Week Opening Party fand in Kooperation mit dem Mode Blog LesMads im Szeneclub „Flamingo“ statt. Diese Party zeichnete sich durch einen massiven Besucherandrang aus, dem sie letztlich nicht stand hielt. Der für etwa 400 Personen zugelassene Club musste um 23 Uhr gesperrt werden. 800 Personen kamen nicht mehr hinein und warteten teilweise stundenlang auf Einlass.

Im Juli 2012 fand die Opening-Party mit 1400 Gästen in zwei Zirkuszelten am Berliner Postbahnhof statt. Neben italienischen Harlekins, Zwergen, Feuerspuckern und Gaucklern sorgte vor allem ein lebender Elefant für Aufmerksamkeit. Tierschützer versuchten die Party zu beenden, scheiterten jedoch.[4][11]

Im November 2012 fand in Hamburg das Dandy Diary Designer Quartett Turnier statt. In dem von Dandy Diary entwickelten Quartett werden auf 32 Karten prominente Mode-Designer wie Karl Lagerfeld, Miuccia Prada, Marc Jacobs, Henrik Vibskov und weitere als Karikatur gezeigt. Die einzelnen Designer treten in den Kategorien Alter, Sexiness, Anzahl unbezahlter Praktikanten und Penis- bzw. Klitorisgröße gegeneinander an. Die NZZ schrieb dazu: „Das Designer-Quartett ist ein Spiel mit hohem Spaßfaktor und bitterbösem Humor, das, wenn es im Handel erhältlich wäre, vielleicht schon längst verboten wäre.“[12][13]

Gemeinsam mit dem italienischen Jeanshersteller Diesel veranstalte Dandy Diary im Dezember 2012 eine Party in Hamburg. In einem schwulen Sexclub wurde inmitten von Fetischgegenständen und Sauna gefeiert. Die amerikanische Rapperin Brooke Candy trat dort zum ersten Mal in Europa auf. Mittlerweile ist sie die Muse des neuen Diesel-Creative Directors Nicola Formichetti.[14]

Am 23. Dezember 2012 veröffentlichten Haupt und Roth ihr erstes Musikvideo. „Christmas Time“ wurde von Haupt und dem Musiker Lee Sebastian eigens zu diesem Zweck geschrieben, das dazugehörige Video in Tschechien produziert. Visuell ist das Musikvideo an die Mode von Boygroups aus den 1990er Jahren angelehnt, sämtliche Kleidungsstücke entstammen jedoch tatsächlich aus 2012er Kollektionen bekannter Marken. Dandy Diary wollte so den Rückgriff auf Moden der 90er Jahre in der aktuellen Modewelt thematisieren.[15]

Zum Auftakt der Berliner Fashion Week im Januar 2013 besetzten Dandy Diary ein Haus in der Berliner Friedrichstraße 112 und veranstalteten eine Party unter dem Motto „Squat House“. Dieses Event sollte als Kommentar zum Modethema „Punk“ begriffen werden, das Ästhetik vor Inhalt stellt – und somit den Begriff des „Punk“ untergräbt.[16]

Die aufsehenerregendste Aktion der beiden Blogger, ist das Projekt „#fashionooball“, bei dem Dandy Diary im Mai 2013 einen Mitarbeiter als Nacktflitzer auf die Modenschau des italienischen Labels Dolce & Gabbana schleusten. Später erklärten die Blogger das die Aktion dafür da gewesen sei um aufzuzeigen wie Modeblogger heutzutage von Modehäusern benutzt werden und dass sie dies umkehren wollten in dem sie die Fläche der Präsentation, den Laufsteg, für eigene Zwecke nutzten. Die Aktion war Thema in nahezu allen internationalen Modemedien und fand in vielen italienischen Nachrichtensendungen und Tageszeitungen statt.[17][18] Ebenfalls im Mai 2013 veröffentlichten Dandy Diary ihr zweites Musikvideo zu dem Lied „My Girl“. Ein Teil des Lieds wurde von LayZee, ehemaliges Mitglied der Popgruppe Mr. President, gesungen, das Video dazu auf Mallorca produziert. Ästhetisch spielt das Musikvideo mit der Nähe von Avantgarde-Mode und Prolligkeit. Sämtliche gezeigte Kleidung entstammt so genannten High-Fashion-Labels, kann von Laien allerdings auch als billige Strandmode interpretiert werden. Das Video stieß aufgrund sexistischer Szenen mit lokalen Stripperinnen auf Kritik.

Zeitgleich mit Veröffentlichung von „My Girl“ kündigten Haupt und Roth an, dass die Musikvideos Teil eines „Popmusik-Triptychons“ seien, also eines größeren Werks, das aus drei Teilen besteht. Wie der dritte Teil der Reihe aussehen wird, ließen sie jedoch offen.[19]

Als Auftakt der Fashion Week im Juli 2013 fand die Dandy Diary Pool Party im Berliner Kit Kat Club statt. Vor Ort fand die erste Live-Aufführung ihres kurz vorher veröffentlichten Sommerhits My Girl statt.[20][21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jakob Wais: Mode-Punks, die provozieren. In: Die Welt. 27. Dezember 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  2. Dandy Diary. In: Dandy Diary. 2013, archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 27. Dezember 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dandydiary.de
  3. Ricarda Landgrebe: David Roth ist das Enfant terrible der Modeblogger. In: Die Welt. 19. Mai 2010, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  4. a b Wlada Kolosowa: Blogger-Duo Dandy Diary: Der wahre Modezirkus. In: Der Spiegel. 2. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  5. Lisa Strunz: Fashion Week Freaks Die Nacktflitzer von Dandy Diary. In: Der Tagesspiegel. 2. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  6. Sexshop-Show: Erster Mode-Porno feiert Premiere. In: B.Z. 18. Januar 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  7. Wlada Kolosowa: Berliner Fashion Week: Anziehender Mode-Porno. In: Der Spiegel. 18. Januar 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  8. Lesetipp. Die Köpfe hinter den Kleidern. In: Frankfurter Allgemeine. Dandy Diary, 21. Januar 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  9. Modemacher feiern sich bei Dandys-Diary-Party warm. In: Berliner Morgenpost. 2. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  10. Dandy Diary Pool Party Fotos. In: shambo.de. 2. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  11. Maria Exner: Fashion Week: Berlin ist noch nicht aufgeblüht. In: Zeit Online. 9. Juli 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  12. Lesetipp: Spiel mit der Mode. In: Dandy Diary. Neue Zürcher Zeitung, 18. Dezember 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  13. Judith Heede: Storys: Dandy Diary Designer Quartett Turnier. In: Flair Magazin. 2. November 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  14. Preview Diesel-x-Dandy-Diary-Party-Bilder. In: Dandy Diary. 7. Dezember 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  15. Katharina Charpian: Weihnachtenmit „Christmas Time“ von Dandy Diary. In: I Love Ponys Magazine (Blog). 25. Dezember 2012, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  16. Alfons Kaiser, Florian Siebeck, Jennifer Wiebking: Berliner Modewoche (Tag 2): Feiern bis zum Show-Beginn. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. Februar 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  17. Alfons Kaiser: Laufsteg-Flitzer: Goal! Goal! Goal! In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. Juni 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  18. Flitzer bei Mailänder Fashion Week: Von Nackten und Bloggern. In: Süddeutsche Zeitung. 24. Juni 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  19. Nike Jane: Teaser: Dandy Diary – „My Girl“ - der nächste Chart breaker, fo shizzle. In: This is Jane Wayne. 19. Juni 2013, abgerufen am 23. Dezember 2013.
  20. Marlen Stahlhuth: Recap: Dandy Diary Pool Party. In: MTV. 1. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  21. Luke Atcheson: Die Dandy-Diary-Pool-Sause zur Fashion Week. In: Vice Magazine. 3. Juli 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.