KitKatClub

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Dieser Artikel befasst sich mit einem Klub in Berlin. Für den Klub mit ähnlich klingendem Namen in London siehe Kit-Cat-Klub.
KitKatClub Berlin

Der KitKatClub in Berlin ist ein Techno-Club.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Club ist für ein hohes Maß an sexueller Freizügigkeit bekannt. Die sogenannte Türpolitik des Clubs gilt als sehr streng. Das bedeutet, ein beträchtlicher Teil der Gäste wird abgewiesen, insbesondere wenn ein angekündigter Dresscode nicht eingehalten wird.

Überregionale Bekanntheit hat der Club insbesondere für die regelmäßig samstags stattfindende CarneBall Bizarre - KitKatClubnacht erlangt. Auf dieser Party sind Fetisch-Kostüme und teilweise oder vollständige Nacktheit sehr häufig. Sowohl hetero- als auch homosexueller Sex unter den Anwesenden wird relativ offen praktiziert und akzeptiert, ebenso Selbstbefriedigung. Dies hat dem Club teilweise in der Öffentlichkeit das irreführende Image eingebracht, ein Swingerclub zu sein, was jedoch nicht der Fall ist. Tatsächlich überwiegt das übliche Geschehen eines Techno-Clubs, wobei elektronische Musik wie Trance und House gespielt wird. Die KitKatClubnacht geht am Sonntag ab 8 Uhr nahtlos über in eine Afterhour-Party bis 18 Uhr, auf der der Dresscode nicht mehr so streng ist und wobei es sich nach Angaben der Betreiber um die „dienstälteste Afterhour der Stadt“ handelt[1].

Auch an anderen Abenden gibt es in der Regel keinen so strengen Dresscode. Freitags werden Partys in Kooperation mit verschiedenen Szeneaktivisten gestaltet, darunter auch beispielsweise Goa-Partys.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensgebung des Clubs wurde inspiriert durch den legendären Kit Kat Club aus dem Musical Cabaret im Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Die Intention war, die aufreizende, schrille und außergewöhnliche Atmosphäre des Clubs aus dem Musical mit seiner freizügigen Aktionskunst in einer zeitgenössischen Art und Weise wieder auferstehen zu lassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründer, der in Kärnten geborene Simon Thaur und seine Lebensgefährtin Kirsten Krüger, waren beeinflusst von der Atmosphäre der Sunrise-Beach-Partys Ende der 1980er Jahre in Goa und den sexuellen Möglichkeiten, wie sie in diversen SM-Clubs zu finden sind.

Der Wagen des KitKatClubs 1995 auf der Loveparade

Im März 1994 begannen die Betreiber mit einer Clubbing-Veranstaltung in der Turbine in der Glogauer Straße im 14-täglichen Rhythmus. Der eintretende Erfolg führte später, nach einer Zwischenstation im Vereinsheim 1893, zur Übernahme der Turbine und Umbenennung in den Club-Betrieb Kit Kat Club. Das Motto war damals wie heute „Do what you want but stay in communication!“ Szene-legendär waren neben dem „Crisco-Club“ für Homosexuelle auch die Sonntags-Afterhour „Freak-Show“ (heute „Piep Show“). Die Turbine wurde zu klein und führte 1999 zum Umzug in das Metropol-Theater am Nollendorfplatz. Seit 2001 befand sich der Club in der Malzfabrik Schöneberg. Seit Juli 2007 findet man den KitKatClub in den Räumlichkeiten des Sage über dem U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße in Mitte.

Heute ist der KitKatClub weit über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinaus bekannt. Er war Schauplatz zahlreicher Fernsehreportagen. Wichtiger Bestandteil des außergewöhnlichen Ambientes wurde Schwarzlichtkunst. Von 1995 bis 2002 malte der Berliner Künstler Der Träumer erotisch psychedelische Gemälde für den Club und prägte damit die farbenfrohe, visuelle Gestaltung der Partys. Als eine Art „Ableger“ des Clubs findet in unregelmäßigen Abständen in Köln im Alten Wartesaal die Veranstaltung „KitkatClub @ Alter Wartesaal“ statt.

Am 1. März 2014 feierte der KitKatClub Berlin 20. Jubiläum.[2] Vigor Calma, auch bekannt als "Der Träumer", der die Wände des Clubs mit seinen Schwarzlichtbildern ausstattete, hat aus diesem Anlass ein Buch über die ersten Jahre des KitKat geschrieben und veröffentlichte es unter demselben Namen KitKatClub (Buch).[3]

Carneval Erotica[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Aufmerksamkeit bekam der KitKatClub 2001 als Hauptorganisator der Techno-Demonstration Carneval Erotica. Diese setzte sich unter anderem für eine Reform des Gaststättengesetzes von 1920, sexuelle Liberalisierung und ein positives Verhältnis zum Hedonismus ein. Auf Flugblättern einzelner Gegendemonstranten warnten diese vor „freiem Sex als Stempel auf der Urkunde unseres Unterganges“. In öffentlichen Erklärungen solidarisierte sich der Carneval Erotica mit der am selben Tag verbotenen Fuckparade. Die Demonstration fand am 14. Juli 2001 statt und bewegte sich mit einer ungenannten Zahl an Teilnehmern und mehreren zehntausend Zuschauern über den Kurfürstendamm. Nach der ersten Veranstaltung wurde kein weiterer Carneval Erotica durch das Ordnungsamt genehmigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kitkatclub.org/Home/Club/Index.html
  2. 20 Jahre KitKatClub - Besuch im Hedonistentempel. Tagesspiegel Kultur. Abgerufen am 3. März 2014.
  3. Vigor Calma im Interview Verlagsseite GiADAs.de. Abgerufen am 3. März 2014.

Koordinaten: 52° 30′ 40″ N, 13° 25′ 0″ O